Modischer Ausblick auf 2017

Hochgeschlossen ist das neue Sexy

Rolle rückwärts: Bieder wirkende Kleider im Stil, der vor vielen Jahrzehnten von Frauen schon getragen wurden. (Kleid ca. 269 Euro, Tasche ca. 325 Euro, Sandalen ca. 349 Euro). Foto: Patrizia Pepe
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Rolle rückwärts: Bieder wirkende Kleider im Stil, der vor vielen Jahrzehnten von Frauen schon getragen wurden. (Kleid ca. 269 Euro, Tasche ca. 325 Euro, Sandalen ca. 349 Euro). Foto: Patrizia Pepe
Mehr Stoff ist das neue Modeideal: In den Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2017 sieht man häufig Midi-Röcke, dazu kombiniert werden hochgeschlossene Oberteile - wie hier bei Oasis zu sehen (Pullover ca. 40 Euro, Rock ca. 70 Euro, Schuhe ca. 50 Euro). Foto: Oasis
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Mehr Stoff ist das neue Modeideal: In den Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2017 sieht man häufig Midi-Röcke, dazu kombiniert werden hochgeschlossene Oberteile - wie hier bei Oasis zu sehen (Pullover ca. 40 Euro, Rock ca. 70 Euro, Schuhe ca. 50 Euro). Foto: Oasis
Blumen sind ein Must-Have in 2017, glaubt man den Trend-Prognosen von Modeexperten und Designern. Auch Marc Cain setzt auf florale Prints (Top 229 Euro, Rock ca. 170 Euro). Foto: Marc Cain
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Blumen sind ein Must-Have in 2017, glaubt man den Trend-Prognosen von Modeexperten und Designern. Auch Marc Cain setzt auf florale Prints (Top 229 Euro, Rock ca. 170 Euro). Foto: Marc Cain
Die Hochwasserhose kommt tatsächlich in Mode. Auch Luisa Cerano setzt in ihrer Sommerkollektion darauf (Mantel ca. 430 Euro, Top ca. 200 Euro, Hose ca. 230 Euro). Foto: Luisa Cerano
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Die Hochwasserhose kommt tatsächlich in Mode. Auch Luisa Cerano setzt in ihrer Sommerkollektion darauf (Mantel ca. 430 Euro, Top ca. 200 Euro, Hose ca. 230 Euro). Foto: Luisa Cerano
Viele Kleidungsstück, die Designer für das Jahr 2017 entworfen haben, wirken wie aus einer vergangenen Zeit. Auch das Label YAS setzt darauf (Kleid ca. 65 Euro). Foto: YAS
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Viele Kleidungsstück, die Designer für das Jahr 2017 entworfen haben, wirken wie aus einer vergangenen Zeit. Auch das Label YAS setzt darauf (Kleid ca. 65 Euro). Foto: YAS
Hochgeschlossene Kleider wie das Modell von Rich&Royal finden sich im Sommer in beinahe jeder Kollektion (Bluse ca. 90 Euro, Kleid ca. 130 Euro). Foto: Rich&Royal
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Hochgeschlossene Kleider wie das Modell von Rich&Royal finden sich im Sommer in beinahe jeder Kollektion (Bluse ca. 90 Euro, Kleid ca. 130 Euro). Foto: Rich&Royal
Cropped Flare heißen die angesagten Hochwasserjeans. Auch Oui hat sie zum Beispiel im Programm (Pullover ca. 90 Euro, Jeans ca. 100 Euro, Tasche ca. 250 Euro). Foto: Oui
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Cropped Flare heißen die angesagten Hochwasserjeans. Auch Oui hat sie zum Beispiel im Programm (Pullover ca. 90 Euro, Jeans ca. 100 Euro, Tasche ca. 250 Euro). Foto: Oui
Diese Kombination ist neu: Kleider sollen nach Ansicht der Designer nun über Hosen getragen werden - wie Minx bereits auf dem Laufsteg zeigte (Hemdkleid 439 Euro, Hose 179 Euro). Foto: Minx
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Diese Kombination ist neu: Kleider sollen nach Ansicht der Designer nun über Hosen getragen werden - wie Minx bereits auf dem Laufsteg zeigte (Hemdkleid 439 Euro, Hose 179 Euro). Foto: Minx

Worauf darf ich mich in diesem Jahr einstellen? Zwar treibt die Mode erstmal der Saisonwechsel von Herbst/Winter auf Frühling/Sommer um, aber die Designer haben längst auch schon die Folgezeit ausgearbeitet. Ein Ausblick auf die großen Trends.

Köln (dpa/tmn) - Mode wird von der Jugend bestimmt. Sie greift die oft abstrakten Trends in den Metropolen, von den Laufstegen, aus den Lifestyle-Zeitschriften und Blogs auf und macht etwas Tragbares daraus. Für 2017 heißt das: Die Biederheit kehrt zurück.

Für die Experten des Deutschen Mode-Instituts sind hochgeschlossene Blusen, Perlenketten und unförmige Hosen der lange erwartete modische Generationswechsel. Ein Überblick über die wichtigen Trends: 

Alte, elegante Schnitte: Kinder finden oft die Mode ihrer Eltern peinlich. Ab den 80er und 90er Jahren war die Mode in Teilen geprägt von Freizügigkeit und Experimenten inklusive dem freiliegenden Bauchnabel und Tattoos über dem Steißbein. Darin steckte auch die Sehnsucht nach Alterslosigkeit. Doch so ein Trend kann sich nicht ewig halten. "Die ganze falsche Jugendlichkeit der Mode der letzten Jahre fliegt uns gerade um die Ohren", so die Analyse von Designer Carl Tillessen in seinem Trendreport für das Deutsche Mode-Institut.

Die Folge ist eine Neuausrichtung der Geschmacksnerven im Übergang der Generationen. Viele Jüngere finden: Oma wirkte auch in viel Stoff attraktiv, ihre Kleidung hatte Klasse und Eleganz. Und so greift ein Teil der jungen Modehungrigen genau dazu.

Es gibt auch einen Zeitsprung, der nicht ganz so weit zurückreicht. Denn es wird ein Revival der Mode der 90er Jahre geben: Sprüche, experimentelle Muster und große Logos auf Sweats, Shirts und Hoodies erwartet der Modeberater Andreas Rose aus Frankfurt. "Hype für die Jungen, Retro für die Älteren."

Hochgeschlossen ist sexy: Dieser Trend geht einher mit der Ausrichtung auf züchtigere Kleidung. Sittsam bekleidete Dekolletés finden sich in beinahe jeder Kollektion, Blusen und Kleider haben halsnahe U-Boot- oder Sabrina-Schnitte statt tiefer Einblicke. Und über den Winter hat sogar der Rollkragen ein Modecomeback gefeiert.

Mehr Volumen:"Es wird eine große Bandbreite an Silhouetten geben, vor allem im Bereich Oversized", erklärt Gerd Müller-Thomkins, Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts. Teils bringen Gürtel, Kordeln und Wicklungen diese weiten Kleidungsstücke in Form. Zu den eher neuen Schnitten, die wir in 2017 sehen werden, gehören Hochwasserhosen, noch dazu mit einem leicht ausgestellten Bein. Jetzt heißen solche Jeans aber Cropped Flare oder Kick Flare.

Aber wenn etwas neu hinzukommt, heißt das aktuell nicht, dass etwas verloren geht: Die Palette der gerade als hip erachteten Kleidungsstücke wächst, statt an einigen Stellen zugleich zu schrumpfen. Müller-Thomkins nennt ein Beispiel: Die eng anliegende Leggings bleibt erhalten, während grundsätzlich der Trend bei Hosen zu mehr Weite und höheren Taillen geht, etwa Marlenehosen und Culottes.

Mehr Mustermix: Von einem "Paradigmenwechsel von Minimalismus zu Maximalismus" schrieb die Fachzeitschrift "Textilwirtschaft" in ihrer Analyse der Modeschauen zum Frühjahr 2017. Es wird geklotzt mit farbigen Mustern und einem wilden Mix. Vor allem Blumenmuster haben es den Designern angetan, und Streifen fehlen eigentlich in keiner Kollektion. Was ist daran neu? Die Frage ist berechtigt: Muster in allen nur erdenklichen Stilen sind seit einigen Saisons schon weit verbreitet. Sie werden nun aber wild miteinander kombiniert, vor allem Blumen und Streifen, so das Mode-Institut.

Mehr Fantasie: Die vielen Blumenmuster in den Kollektionen versprechen eine "neue moderne Romantik", sagt Müller-Thomkins. Er spricht auch von der "floralen Fantasie". Nach vielen Jahren des durchkalkulierten Mode-Marketings wollten die Verbraucher mehr Gefühl. Das finde Ausdruck über fließende Stoffe, zarte Spitze und eben Blumendrucke. Dazu gehört für den Modeexperten auch, dass sich ab und an Fabelwesen auf den Stoffen tummeln.

Kleid über Hose: Eine neue Trend-Kombination für Frühling und Sommer 2017 könnte der Rock oder das Kleid über der Hose werden, erläutert das DMI im Trendreport. Wobei es sich hier auch um Kleider in Tunika-Silhouette oder längere Hemdblusen handeln kann. Auch diese Idee kommt nicht ganz überraschend: Bereits im vergangenen Frühjahr und Sommer sah man die eine oder andere Kombination auf den Laufstegen. 2017 könnte sich der Lagenlook in der breiten Masse durchsetzen.

Blog von Andreas Rose

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