Das Kölner Urgestein

Höhner: Alle Infos zur Band

Die Kölner Musikgruppe "Die Höhner" tritt in der Aufzeichnung "Meine Schlagerwelt - Die Faschingsparty" in Leipzig (Sachsen) auf
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Höhner ist vielen als Kölsche Mundarts- und Karnevalsband ein Begriff

Höhner blickt eigentlich schon auf knapp 50 Jahre Musikgeschichte zurück. Bereits in den 1970er Jahren feierte die Mundartband erste Erfolge. Ihre Hits „Viva Colonia“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ sind absoluter Kult. Alles Infos über Karriere und Privatleben der Band.

  • Höhner wurde in den 1970ern als Kölner Mundart- und Karnevalsband ins Leben gerufen.
  • Mit Songs wie „Viva Colonia“ und „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ erreichten sie auch überregionale Bekanntheit.
  • Trotz wechselnder Besetzung, ist die Erfolgsgeschichte der Band bis heute ungebrochen.

Köln – Die Kölner Mundart- und Karnevalsband Höhner um Sänger Henning Krautmacher gehört bereits zu den 1970er Jahren zum kulturellen Bestandteil der berühmten Rheinmetropole. Neben Karnevalsschlagern wie „Ich bin ne Räuber“ oder „Die Karawane zieht weiter“ hat sich die Truppe auch mit Hits wie „Viva Colonia“ oder den WM-Songs „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ und „Steh auf, mach laut!“ überregional bekannt gemacht. In wechselnder Besetzung blickt das Kölsche Urgestein auf fast 50 Jahre Musikgeschichte zurück.

Höhner – Die Anfänge der Kölner Kult-Band

Die Band Höhner – ursprünglich De Höhner genannt, als Kölscher Name für „Die Hühner“ – wurde 1972 von Peter Werner, Walter Pelzer, Rolf Lessenich und Janus Fröhlich unter dem Namen „Ne Höhnerhoff“ in Köln ins Leben gerufen.

In den frühen Jahren traten die Bandmitglieder ihrem Namen entsprechend als Hühner kostümiert auf. Regelmäßig verwandelten die Stimmungsmusiker die Bühnen und Spielstätten sprichwörtlich in einen Hühnerhof, indem sie Federn ins Publikum warfen. Da sich die Kostüme und der Aufwand jedoch auf Dauer als eher unpraktisch erwiesen, verzichteten sie bald auf die Federschlacht. Dennoch entstammt auch aus dieser Zeit ihr größter Hit „Scheiß ejal, ob do Hohn bess oder Hahn“ von 1974, der auch noch heute zur Karnevalszeit erklingt.

Ab 1977 kam es bereits zu den ersten Umbesetzungen. Gründungsmitglied Rolf Lessenich stieg aus der Band aus. Für ihn kam Frontman Peter Horn. Ein Jahr später verließ auch Walter Pelzer die Gruppe und wurde von Franz-Martin Willizil ersetzt. 1978 lieferten sie auch zum ersten Mal den Soundtrack zu Sportereignissen. Als der 1. FC Köln Deutscher Meister wurde, brachten sie den Song „Unser Bock es Meister“ heraus. Bis heute ist das Lied „Mir stonn zu dir, FC Kölle“ die Hymne der Fußballmannschaft und wird traditionell vor Heimspielen im Stadion mitgesungen. 1978 brachten die Höhner ihr erstes Album „Ich well noh Hus“ auf den Markt, auf dem auch der Karnevalsklassiker „Blootwosch, Kölsch un e lecker Mädche“ zu hören ist. Ein Jahr später erschien der Karnevals-Hit „Ich ben ne Räuber“ auf der LP „Verzäll doch ens“. Bei vielen ihrer Songs handelte sich um Coverversionen bekannter internationaler Schlager, umgedichtet auf Kölsche Mundart. Im selben stieß Bassist Günter Steinig zu der vierköpfigen Band hinzu.

Höhner – Henning Krautmacher wird Frontmann

In den 1980er Jahren hagelte es zahlreiche Ehrungen und Preise für die Band. 1982 gingen sie schließlich auch beim Plattenlabel EMI unter Vertrag. 1987 ging eine neue Ära in der Bandgeschichte los. Peter Horn verließ die Truppe und wurde durch Henning Krautmacher ersetzt. Auch die Band änderte ihren Namen und ließ das „De“ einfach weg. Auch der Stil Musikgruppe wurde etwas erweitert. Auf dem ersten Album mit dem Titel „Für dich“ gab es auch erstmals Lieder in hochdeutscher Sprache. Dennoch mochten Höhner auf bewährte Karnevalshits nicht verzichten, wie der italienisch-kölschen Nummer „Pizza wundaba.“ Insgesamt neun Alben hatte die Band in diesem Jahrzehnt auf den Markt gebracht.

Höhner – Unterhaltung und Engagement jenseits des Karnevals

In den 1990ern kam der nächste Einschnitt, als Bassist Günter Steinig die Band verließ. Die Leerstelle wurde mit dem neuen Sänger Hannes Schöner gefüllt. Allmählich fing die Gruppe auch an, außerhalb des Kölner Karnevals aktiv zu werden. Sie engagierten sich mit Auftritten stark gegen rechts, starteten ab 1992 eine Konzertreihe im Millowitsch-Theater mit dem Programm „Zwei Zimmer, Kühe, Diele, Bad“, die im Jahr darauf durch „Höhner Classcis“ abgelöst wurde. Dabei handelte es sich um eine Zusammenarbeit mit dem Orchester Junge Sinfonie Köln in der Kölner Philharmonie, bei der Lieder der Höhner auch im klassischen Arrangement zur Aufführung gebracht wurden. Die Konzertreihe wurde jährlich zum festen Bestandteil im Terminkalender der Band. Ende der 1990er kam es zu einem weiteren Mitgliederwechsel. Gitarrist Pete Bauchwitz stieß 1998 dazu. 1999 wurde Franz-Martin Willzil durch Ralle Rudnik ersetzt. Allein in diesem Jahrzehnt hatten die Höhner zwölf Alben veröffentlicht.

Höhner – Erfolgswelle ab den 2000er Jahre

Mit dem Album „Best of – 25 Jahre“ blickten die Höhner nicht nur auf ihre bisherige Bandgeschichte zurück, sondern starteten gleichzeitig in ein erfolgversprechendes neues Jahrtausend. Sie waren damit nicht nur für den ECHO in der Kategorie „Gruppe des Jahres national“ nominiert, sondern erhielten gleich noch die erste Goldene Schallplatte für die Single „Die Karawane zieht weiter“. Nachdem sie mit dem Circus Roncalli auf Deutschlandtour waren, landeten sie 2003 mit dem Titel „Viva Colonia“ deutschlandweit einen absoluten Erfolgshit. Allerdings kam es mit dem Ausstieg von Pete Bauchwitz erneut zum Besetzungswechsel. Für ihn kam Jens Streifling, einem ehemaligen Mitglied der Kölner Rockgruppe BAP.

2005 gab es die Goldene Stimmgabel in der Kategorie „Beste Gruppe in der Kategorie Schlager“. 2007 wurde ihr Song „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ zum offiziellen WM-Song der Handball-Meisterschaft 2007. Das Lied stürmte sogleich die Hitparaden und war bereits im Februar auf Platz 1 der Verkaufshits von Media Control. Im selben Jahr gab es ein weiteres Mal die Goldene Stimmgabel in der Kategorie „Erfolgreichste Gruppe Schlager“. Zum Jahresende wurde Ralle Rudnik durch den Waliser John Parsons ersetzt.

Höhner – Neustart mit „Alles op Anfang“

Im Frühjahr 2015 wurden die Karten noch einmal neu gemischt. Nun hatten auch die letzten beiden Gründungsmitglieder Janus Fröhlich und Peter Werner nach 43 Jahren ihren Ausstieg verkündet. Schlagzeuger Wolf Simon und der Erkelenzer Keyboarder Micki Schläger wurden als neue Mitglieder in die Gruppe aufgenommen. Von dem Neustart zeugt auch das Album „Alles op Anfang“, das 2016 veröffentlicht wurde. Doch der Mitglieder-Wechsel mochte sich noch in den Folgejahren durchziehen. Für John Parsons kam 2018 der Niederländer Joost Vergoossen. Im selben Jahr trat Heiko Braun in die Fußstapfen von Wolf Simon. Und Ende 2020 verkündete auch Bassist und Sänger Hannes Schöner seinen Ausstieg, für den im Januar 2021 der Bochumer Frederic Lubitz einsprang. Schöner kündigte allerdings an, nach wie vor als Komponist für die Band zur Verfügung zu stehen.

Höhner – Ihre Alben in der Übersicht

Seit 1978 haben Höhner fast jährlich mindestens ein Album auf den Markt gebracht, darunter auch CDs mit Weihnachtsliedern. Seit 1998 sind sie damit auch regelmäßig in den Charts vertreten. Anbei eine Übersicht der Alben, die sich immer wieder Chartplatzierungen in Deutschland sichern konnten:

  • 1998: Best Of – 25 Jahre / Die Karawane zieht weiter
  • 2001: 2,3,4
  • 2002: Die ersten 30 Jahre
  • 2003: Classic Andante
  • 2004: Viva Colonia
  • 2005: Da simmer dabei – Die größten Partyhits / 6:0
  • 2007: Live On Tour / Wenn nicht jetzt, wann dann? / Jetzt und hier!
  • 2009: 360° - Live @ Lanxess Arena / Himmelhoch High
  • 2010: Weihnacht 2
  • 2012: 4.0
  • 2014: Mach laut!
  • 2016: Alles op Anfang
  • 2018: Wir sind für die Liebe gemacht

Höhner privat: Alles über Henning Krautmacher

In Sachen Privatleben gilt vor allem Frontmann Henning Krautmacher als Aushängeschild der Höhner. Der 1957 in Leverkusen geborene Musiker ist ein absoluter Allrounder. Ursprünglich hatte Krautmacher eine Ausbildung zum Heilpädagogen absolviert und war zuletzt als Journalist tätig, bevor er 1986 als Mikro der Kölner Kultband wechselte. Der Musiker liebt auch die Schauspielerei und stand unter anderem für den Film „Vollidiot“, die Fernsehserie „Pastewka“ und der ARD-Serie „Rentnercops“ vor der Kamera. Krautmacher hat einen Sohn und ist seit Ende 2011 zum zweiten Mal verheiratet. Der Sänger ist vor allem auch durch sein soziales Engagement bekannt. Unter anderem macht er sich für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) stark und unterstützt mit Lesungen und Auftritten die Leverkusener Tafel.

Mehr Details zu den aktuellen Bandmitgliedern erfahren die Fans auf der Homepage der Höhner.

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