Festakt im Schloss Nymphenburg

Ihr Schicksal rührt zu Tränen

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Ihr Schicksal rührte zu Tränen: Sarah (8) und Benedikt (9) mit Schirmherr Ludwig Prinz von Bayern

München - Im Schloss ­Nymphenburg wurden unter dem Titel Pro Movere erstmals Menschen ausgezeichnet, die sich für Kinder mit seltenen Krankheiten engagieren. Das Schicksal von zwei kleinen Patienten rührte zu Tränen.

Ex-Bundespräsident Horst ­Köhler mit Frau Eva ­Luise (re.) und Dr. Tina Wenz

Eva Luise Köhler nimmt den kleinen Benedikt in den Arm und sagt: „Vor deinem Mut habe ich einen wahnsinnigen Respekt!“ Der neunjährige Münchner Bub hat Leukämie und spricht ganz nüchtern von seinem Kampf gegen diese tückische Krankheit. Auch die kleine Sarah (8) mit ihren blonden langen Zöpfen ist trotz ihres Kinderrheumas fröhlich und mitreißend. Die zwei kleinen Patienten der Haunerschen Kinderklinik waren die Stars am Mittwochabend im Schloss ­Nymphenburg. Dort wurden unter dem Titel Pro ­Movere erstmals Menschen ausgezeichnet, die sich für Kinder mit seltenen Krankheiten engagieren.

Prominentester Preisträger an diesem Abend ist eindeutig Ex-Bundespräsident Horst Köhler – in Begleitung seiner Ehefrau Eva Luise. Als die beiden wegen des Verkehrschaos’ endlich eine Stunde zu spät die Veranstaltung erreichten, ärgert sich vor allem Eva Luise Köhler über die „Punktlandung. So etwas ist mir sehr unangenehm!“. Trotzdem: Kindern mit seltenen Krankheiten zu helfen, ist für sie Herzensangelegenheit. Seit 2005 engagieren sich die Köhlers für die Kleinen, an dem Mittwoch nahmen sie dafür den Bayerischen Stifterpreis entgegen. „Im Umfeld totkranker Kinder werden unsere eigenen Wehwehchen bedeutungslos“, findet sie. ­Ludwig Prinz von Bayern (31), Ur-Ur-Enkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III., freute sich besonders über den Besuch der Köhlers und begrüßte sie als „Wahlbayern“. Das ließ sich Horst Köhler gerne gefallen: „Wir fühlen uns sehr wohl in unserem Häuschen am Chiemsee“, sagte er. Wohl auch wegen Schwester ­Theodolinde Mehltretter, Generaloberin der Barmherzigen Schwestern und Nachbarin der Köhlers in Unterwössen im Chiemgau, die er oft auf eine Dampfnudel besucht, wie sie erzählte.

Neben dem Bayerischen Stifterpreis wurde auch der mit 25 000 Euro dotierte Care for Rare Science Award vergeben – die 37-jährige Kölner Biophysikerin ­Dr. Tina Wenz für wegweisende Forschung. „So etwas hilft, dass wir zukünftig die Symptome einiger seltener Krankheiten nicht mehr nur verwalten, sondern beseitigen können“, machte Professor ­Wolfgang Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, Hoffnung. „Kinder mit seltenen Krankheiten sind die Waisen der Medizin“, beklagt Professor Christoph Klein, Direktor der Haunerschen Kinderklinik. Die Pharmakonzerne würden nicht in Forschung investieren, weil es für sie unrentabel sei. Dabei sterben jährlich 3000 Kinder in Deutschland an seltenen Krankheiten. „Wenn wir Kinderärzte dabei zusehen müssen, macht uns das sehr wütend“, so Klein.

Um etwas zu ändern, hat er eben die mit 50 000 Euro dotierten Stifterpreise ins Leben gerufen: „Wir wollen Wellen der Hilfsbereitschaft erzeugen!“

Beide Preise werden von der Werner-Reichenberger-Stiftung finanziert. Sehr bewegt waren auch: Moderatorin Nina Ruge, Unternehmerin ­Alexandra Schörghuber, Regine Sixt, Spielzeugfabrikant ­Joachim Steiff, Wilhelm Prinz Ernst von Sachsen-Weimar, Christa ­Prinzessin von Thurn und ­Taxis, Constanze ­Hausmann, Leopold Prinz und ­Ursula Prinzessin von Bayern, ­Charlotte ­Knobloch, Christian Graf von Pfuhl und viele mehr. „Besser als diese Kinder kann man für die Sache nicht werben“, sagte Wempe-Chef Marc ­Autmaring, und gab zu, einige Tränen verdrückt zu haben.

Susanne Sasse

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