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Howard Carpendale als Rennfahrer: Schlagerstar mischte in den 70ern die Formel 3 auf

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Howard Carpendale
Howard Carpendale © Franz Waelischmiller / SVEN SIMON / IMAGO

Achtung, hier kommt Howie! Schlagerstar Howard Carpendale überraschte seine Fangemeinde in den Siebziger Jahren mit einer verrückten Werbeaktion.

Nürburgring – „Tür an Tür mit Alice“, „…dann geh doch“ oder „Ti Amo“ — Howard Carpendale (76) hat im Laufe seiner Karriere schon so einige Riesenhits gesungen. Heute gehört der Schlagerstar zur deutschsprachigen Showbiz-Elite, doch zu Beginn seiner Karriere musste sich Howie so einiges einfallen lassen, um seine Musik an den Mann zu bringen. Im Buch „Hallo Fahrerlager“ berichtete Sportjournalist Rainer Braun (82) 2007 beispielsweise von einer verrückten Werbeaktion, durch die Carpendale sogar zeitweise eine Rennfahrerlizenz erhielt.

1971 war Carpendales Karriere nach einigen Chart-Erfolgen ins Stocken geraten und seine Plattenfirma „Electrola“ zog sogar in Betracht, Howie den Vertrag zu kündigen. Eine letzte Chance sollte der gebürtige Südafrikaner allerdings noch erhalten, um seine Songs „Das schöne Mädchen von Seite 1“ und „Heiß wie Feuer“ endlich in den Hitparaden zu platzieren. Unter dem Motto „Wir stoppen Howard Carpendale“ organisierten die Plattenbosse deshalb eine Busreise für zahlreiche Sportjournalisten aus Westdeutschland. Das Ziel des Trips: der sagenumwobene Nürburgring.

Howard Carpendale raste zu Promo-Zwecken im Formel-3-Wagen über den Nürburgring

Beim „Mayener Rundstreckenrennen“ wurde Howard Carpendale also kurzerhand in einen Formel-3-Wagen gesetzt, wo er seine zwei neuen Liedern zum Besten gab. Damit er den blauen Ford Mustang überhaupt auf der Strecke fahren durfte, erhielt der Vollblutmusiker außerdem eine befristete Lizenz als Formel-3-Pilot. Wie Rainer Braun in „Hallo Fahrerlager“ weiter berichtet, sollte außerdem ein werbewirksames Foto von Carpendale als Rennfahrer geschossen werden. Doch da das Rennen in vollem Gange war, musste alles schnell gehen.

Als Howie kurz vor der Überrundung stand, wurden die anwesenden Fotografen dazu aufgefordert ihre Bilder zu schießen — auf diese Weise erweckten die Schnappschüsse später den Eindruck, der Sänger habe das Feld auf dem Nürburgring angeführt. Nach dem rasanten Fotoshooting wurde der Amateurpilot laut Braun dann vom Rennleiter aufgefordert, „doch bitte schön geradeaus in den Notausgang der Nordkurve zu fahren und das Feld komplett vorbei zu lassen.“ Und obwohl er nicht tatsächlich am Formel-3-Rennen teilnehmen durfte, schien Howard Carpendale trotzdem seinen Spaß gehabt zu haben. „Ich habe mir einen Traum erfüllt, es hat irrsinnig viel Spaß gemacht. Wenn ich nicht Sänger geworden wäre, dann sicherlich Rennfahrer“, kommentierte er die Aktion später.

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