Royaler Besuch

Immer mit Blasmusik: Charles und Camilla in Bayern

Prinz Charlesund Camilla beim Besuch des Bio-Bauernhofs Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Foto: Sina Schuldt
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Prinz Charlesund Camilla beim Besuch des Bio-Bauernhofs Herrmannsdorfer Landwerkstätten. Foto: Sina Schuldt
Prinz Charles (m.) und Herzogin Camilla beim Käse-Probieren. Fotro: Matthias Balk Foto: Matthias Balk
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Prinz Charles (m.) und Herzogin Camilla beim Käse-Probieren. Fotro: Matthias Balk Foto: Matthias Balk
Ohne eine Maß Bier geht es in Bayern nicht. Foto: Matthias Balk
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Ohne eine Maß Bier geht es in Bayern nicht. Foto: Matthias Balk
Prinz Charles (l) mit Hahn auf dem Bio-Bauernhof: Foto: Matthias Balk
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Prinz Charles (l) mit Hahn auf dem Bio-Bauernhof: Foto: Matthias Balk
Prinz Charles (r), ließ sich vom Imker Alen Bacic die Bienen zeigen. Foto: Matthias Balk
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Prinz Charles (r), ließ sich vom Imker Alen Bacic die Bienen zeigen. Foto: Matthias Balk

Zum Abschluss des königlichen Besuchs aus England holt Bayern noch einmal die Klischee-Keule raus. Auf einem Bio-Bauernhof gibt es für Prinz Charles und seine Frau Camilla einen herrlichen Blick auf die Alpen - und immer wieder diese Blasmusik.

Glonn (dpa) - Wenn Prinz Charles nahte in diesen Tagen, dann hörte man das sofort. Das lag nicht etwa daran, dass der britische Thronfolger bei seinem Besuch in Bayern besonders laut auftrat.

Es lag an der Blasmusik, die dem 70-Jährigen gnadenlos entgegenschepperte, egal wo er auftauchte. Max-Joseph-Platz oder Hofbräuhaus in München - die Blechbläser waren immer schon vorher da.

So auch im beschaulichen Glonn, rund eine halbe Stunde südöstlich von München. Der Himmel ist strahlend weiß-blau an diesem Freitag, der Blick auf die Alpen ungetrübt, die Vögel zwitschern. Doch Charles, der Naturfreund, kann das nicht hören. Das "Prosit der Gemütlichkeit", das ertönt, als seine Kolonne von rund zehn Autos auf den Bio-Bauernhof fährt, begräbt alle zarteren Töne unter sich.

Bayern hat beschlossen, sich dem Thronfolger und dessen Frau, Herzogin Camilla, ganz besonders traditionell zu zeigen. Dirndl überall, eine Lederhose für den neuen Enkel, Gebirgsschützen - und immer wieder diese Musik.

Das Thronfolgerpaar passt sich an. Wenn die beiden gerne auch mal etwas anderes hören würden, lassen sie es sich zumindest nicht anmerken - auch nicht beim Besuch in den Herrmannsdorfer Landwerkstätten, einem Vorzeige-Hof mit eigenem Laden, Brauerei und Käserei ein gutes Stück vor den Toren Münchens.

Es ist die letzte Station der viertägigen Deutschlandreise von Charles und Camilla, bevor sie sich am Freitag auf den Heimweg machen. Zunächst stand Berlin auf dem Programm, danach Leipzig. Am Donnerstag waren die Royals nach Bayern gekommen, wo sie im Hofbräuhaus tanzten. Nun lässt sich Charles, der womöglich künftige Monarch, eine Bienenkönigin zeigen, nimmt einen Hahn auf den Arm und stattet den Schweinen und Rindern auf der Weide einen Besuch ab. Er gilt als "Prinz Öko"; er interessiert und engagiert sich seit Jahren für den Umweltschutz und für Bio-Landwirtschaft.

Seine Frau - wegen eines Termins bei einer Frauenberatungsstelle in München erst etwas später auf dem Bauernhof - macht sich derweil überraschend gut als Brezn-Bäckerin und produziert gleich im zweiten Anlauf eine ziemlich perfekte Breze.

Die Wurst, das Brot und der Käse dort seien sehr gut, verrät der Prinz von Wales später den zahlreichen Schaulustigen. Einige der - meist weiblichen - Zaungäste waren am Tag zuvor auch schon in München, um Charles und Camilla zu sehen.

So auch die 57 Jahre alte Angelika Pree aus Oberaudorf. Sie mag Charles. "Der tut ja auch ganz viel für die Ökologie und Tiere." Sie sei mit einer Gruppe da, die sich für eine bessere Welt einsetzen wolle. "Wir treffen uns, um den Frieden zu manifestieren."

Dazu hat sie ein goldenes Herz mitgebracht, auf dem ein Foto von Charles und Camilla zu sehen ist, die Worte Love und Peace - sowie verschiedene Unterschriften von Politikern, mit denen Pree und ihre Freundinnen Seite an Seite auf den hohen Besuch aus Großbritannien gewartet haben.

Die Hoffnung, dass auch Charles oder Camilla dort unterschreiben, zerschlägt sich, als ein etwas finster dreinblickender, britischer Sicherheitsmensch donnert: "No signatures" - keine Unterschriften.

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