Roland Emmerich im tz-Interview

Independence Day 2: "Wir erweitern das Universum"

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Emmerich will 2016 den zweiten Teil des Blockbusters herausbringen.

Los Angeles - Eigentlich wollte Roland Emmerich keine Fortsetzung seines Hollywood-Blockbusters "Independence Day" drehen. Doch dann wurde er schwach. In der tz verrät er erste Details sowie Privates.

Den Titel Master of Desaster (Meister der Zerstörung) mag er nicht besonders. Andererseits kann Roland Emmerich wie kaum ein anderer die Welt in Flammen auf- oder in Fluten untergehen lassen. Sein Siegeszug an der Kinokasse begann vor 20 Jahren: Mit Independence Day spielte er mehr als 300 Millionen Dollar ein. Kein Wunder, dass Hollywood den deutschen Regie-Star zu Neuauflagen drängte. Doch Emmerich mag keine Teil 2-Filme. Doch dann kam das richtige Drehbuch und Emmerich wurde schwach. Jetzt dreht er in den Monster-Studios von Albuquerque Independence Day: Resurgence, der im Sommer 2016 in die Kinos kommen soll. Dort bekam er Besuch von der tz:

Sie sind Ihrem Prinzip, keine Folge-Filme zu machen, untreu geworden. 

Roland Emmerich: So sehe ich das nicht. Ich hasse sie nach wie vor. Wir machen keine zweite Folge, sondern einen Neustart. Wir erweitern das Universum. Ich bin sehr stolz darauf und kann es kaum erwarten, dass die Leute es sehen.

Was können Sie über die Handlung verraten?

Emmerich: Die Erde weiß, dass die Aliens wiederkommen werden. Fragt sich nur wann. Drei Milliarden Menschen sind vor 20 Jahren bei ihrem Angriff aus dem All ums Leben gekommen. Die Überlebenden bereiten sich auf die nächste Attacke vor. Vereint. Alle Erdbewohner gemeinsam gegen die Aliens. Es gibt keine Grenzen mehr.

Wie hat sich die Welt technologisch entwickelt?

Emmerich: Aus dem, was die Aliens damals zurückgelassen haben, hat man intergalaktische Antriebs-Aggregate adaptiert. Die Rohstoffe des Mondes können ausgebeutet werden. Mit Dingern wie dem (weist auf eine gigantische Maschine im Studio). Das wiegt 35 Tonnen oder so.

Mit Independence Day haben Sie Will Smith zum Weltstar gemacht. Er ist diesmal nicht dabei …

Emmerich: Wir haben ihm Resurgence angeboten. Er fand es gut, konnte aber wegen anderer Projekte nicht mitmachen. Aber wir haben seiner Figur Captain Steven „Steve“ Hiller einen Film-Sohn gegeben, der in Papas Fußstapfen tritt.

Wie haben Sie sich persönlich in den letzten 20 Jahren verändert?

Emmerich: Da müssen Sie andere fragen (lacht). Also ich glaube, dass ich heute ein besserer Regisseur bin. Ich verstehe Schauspieler besser. Andererseits bin ich mehr und mehr von Details besessen. Es ist irgendwie verrückt.

Haben Sie Angst, dass Sie sich mit „Resurgence“ selbst Konkurrenz machen? Mit dem ersten Independence-Day-Film haben Sie die Messlatte für diese Art von Filmen ja hoch gelegt.

Emmerich: Ja klar. Ich glaube nicht, dass es mein bester Film ist, aber ein sehr guter.

Sind die Menschen heute enger verbunden als vor 20 Jahren?

Emmerich: Wir haben das Internet, aber manchmal weiß ich nicht, ob das etwas Gutes ist. Ich sehe, wie junge Leute immer ungeduldiger mit- und distanzierter voneinander werden. Als ich aufwuchs, da gab es kein Internet. Man hing mit Freunden ab. Für die Eltern von heute ist es perfekt, wenn sie ihrem quengeligen Kind ein iPad in die Hand drücken können. Ich glaube, deswegen sind Kinder heute klüger als wir, aber emotionell hinken sie nach.

Dank Computer-Technik und Bluescreen können Sie Filme komplett im Studio machen … 

Emmerich: Was mir großen Spaß macht. Ich kann Dinge genau da ins Bild setzen, wo ich sie haben will. Den Helikopter ein bisschen mehr nach links? Kein Problem. Ich kann alles kontrollieren. Auch die Sonne.

Sie sind Gott.

Emmerich: (lacht) Ein bisschen, aber Gott steht nicht unter so einem Zeitdruck wie ich.

Sie werden in diesem Jahr 60. Ist das ein großer Schritt in Ihrem Leben?

Emmerich: Das versuche ich noch herauszufinden.

Man sagt ja, 60 sei das neue 40.

Emmerich: Das neue 50 würde mir schon reichen.

Interview: Dierk Sindermann

Die große Alien-Invasion

Am 2. Juli 1996 feierte Independence Day seine Weltpremiere. Kein zufällig gewählter Termin: Auch die Handlung des Action-Krachers beginnt an einem 2. Juli. Aliens bedrohen die Erde, wollen die Menschheit auslöschen, um sich ihrer Ressourcen zu bedienen. Dank eines kaltschnäuzigen Piloten der US-Air-Force (Will Smith), eines begnadeten Wissenschaftlers (Jeff Goldblum) und eines mutigen US-Präsidenten (Bill Pullman) gelingt es jedoch, der scheinbar übermächtigen Technologie der Außerirdischen die Stirn zu bieten, die Welt zu einen und die Aliens mittels eines Computervirus zu besiegen. Das geschieht am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag (Independence Day).

Für Will Smith bedeutete der Blockbuster den Durchbruch als Leinwandheld, Roland Emmerich schuf sich als Regisseur vor allem wegen der Spezialeffekte einen Namen in der Traumfabrik. Kritik erntete der Film außerhalb der USA für seinen maßlosen Patriotismus.

Will Smith wird im zweiten Teil, der 20 Jahre nach dem großen Erfolg in die Kinos kommt, nicht dabei sein. Emmerich hatte einmal gesagt, der Star sei mittlerweile einfach zu teuer geworden.

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