Star-DJ Nicky Romero im Interview

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Der 25-jährige Niederländer Nicky Romero ist ein Senkrechtstarter der DJ-Szene

Niederlande - Der 25-jährige Nicky Romero ist ein Senkrechtstarter der DJ-Szene. Den Durchbruch schaffte er mit einem Remix von David Guettas Track „When Love Takes Over“.

Hallo Nicky, du hast mal in einem Interview erzählt, dass du anfangs in einer Bar gejobbt hast. Du hättest leere Gläser eingesammelt, sauber gemacht und an der Garderobe gearbeitet. Aber du warst immer an der Musik interessiert und demnach begeistert von dem, was der DJ gemacht hat. Du wolltest wie er die Leute mit „Killertunes“ beeindrucken. Du hast also zu der Zeit deine Leidenschaft fürs DJing entdeckt. Wie ging es dann weiter?

Ich hatte damals schon Musik produziert, bekam jedoch nie die Gelegenheit in der Öffentlichkeit zu spielen. Damit das endlich mal passiert, habe ich den Bar-Besitzer gefragt, ob ich nicht mal bei ihm spielen dürfe.

Er war ziemlich locker und sagte zu. Von dem Moment an hatte ich einen Platz, an dem ich meine Fähigkeiten als DJ unter Beweis stellen konnte. Das hat ganz gut geklappt. Ich wurde in der Stadt bekannter und wurde schließlich für kleine Festivals gebucht. So kam der Ball ins Rollen.

Der Ball kam nicht nur ins Rollen, sondern nahm rasant an Geschwindigkeit auf. Deine Tracks fanden sich in Sets von bekannten DJs wie Tiësto, Fedde Le Grand, David Guetta und Sander van Doorn wieder. Wie war es damals für dich, so viel positive Resonanz zu bekommen?

Am Anfang hat es mich einfach überrollt, dass ich so viel Unterstützung von diesen weltbekannten, beliebten und erfolgreichen Künstlern bekam. Das hat mich unglaublich beeindruckt. Aber wenn du diese DJs immer öfter triffst und mehr und mehr Zeit mit ihnen verbringst, kommst du an einen Punkt, an dem du dich mit ihnen anfreundest. Und dann fühlt es sich irgendwann wie die normalste Sache der Welt an, sich gegenseitig zu unterstützen.

Hattest du dir damals konkrete Ziele gesetzt, was du erreichen möchtest? Oder hast du alles so genommen, wie es gerade kam?

Meistens habe ich die Dinge tatsächlich so genommen wie sie kamen. Aber ich hatte mir auch ein paar Ziele gesteckt, die ich unbedingt erreichen wollte. Auf kurze Frist gesehen, wollte ich mein erstes Album veröffentlichen, an dem ich gerade arbeite und das hoffentlich Ende 2014 fertig ist. Ich bin wirklich aufgeregt, weil ich bald neues Material und einige Kollaborationen mit den Leuten teilen kann.

Und etwas, von dem ich wirklich sehr hoffe, dass ich es irgendwann in meinem Leben mal erreiche, ist mit Coldplay-Sänger Chris Martin einen Song im Studio aufzunehmen. Ich hoffe, er liest diesen Artikel (lacht). Außerdem würde ich gern noch mal ein paar lustige Sachen machen, die die Leute überraschen, weil sie damit nicht gerechnet haben.

Das könnte sogar in nicht allzu weit entfernter Zukunft passieren. Schließlich bist du so etwas wie ein unaufhaltbarer Zug in der EDM-Szene – mit Hit um Hit. Man nennt dich nach wie vor den „rising superstar“. Wie gehst du damit heute um?

Es ist nach wie vor ziemlich beeindruckend, wenn ich das Ganze wachsen sehe. Der Support meiner Fans ist riesig und atemberaubend. Die Liebe, die ich von ihnen bekomme, ist großartig und ist meine Antriebskraft, neue Musik zu produzieren. Vor allem in Clubs und auf Festivals ist es beeindruckend und toll zugleich zu sehen, wie die Menge auf meine Musik reagiert und dazu tanzt.

Inwiefern hat denn dieser rapide Erfolg Auswirkungen auf deine Arbeit und Entwicklung als Künstler?

Ich habe im Rahmen des Erfolgs eine Menge interessanter Künstler und DJs kennengelernt und ich bin viel um die Welt gereist. Das hatte viel Einfluss auf meine musikalische Entwicklung. Die Leute und die Orte inspirieren mich am meisten und bringen viele neue Ideen hervor.

Dein Publikum liebt dich für deine Musik ebenso wie für deine Sets, für die Vibes ebenso wie für den Spirit, den du als Person ausstrahlst. Das sind wichtige emotionale und kreative Basics für deine Musik und Sets. Wie viel von dem ist intuitiv und wie viel ist Strategie?

Es passiert tatsächlich mehr intuitiv, als dass es geplant ist. Wenn ich denke, dass etwas gut in meinen Sets oder Produktionen funktionieren könnte, denke ich nicht lange darüber nach und mache es einfach. Und dann hoffe ich, dass meine Fans das gut annehmen.

Gibt es irgendeine neue, noch unbekannte Technologie, die du dir für deine Arbeit wünschen würdest? Oder eine alte, die du vermisst?

Ich frage mich, wie die Musik-Software Logic im Jahr 2020 aussehen und funktionieren wird. An vergangener Technologie vermisse ich nichts! 

Und welche Superheldenkraft würde dir fehlen, wenn du es dir aussuchen könntest?

Das wäre definitiv die Möglichkeit, mich multiplizieren zu können. Dann könnte ich an mehreren Orten auf der Welt gleichzeitig spielen!

Das haben sich schon so einige DJs gewünscht. Das würde ganz schön eng werden an den Hotspots der DJ-Szene. Hast du eigentlich ein bestimmtes Ritual vor Auftritten?

Ich versuche, meinen Kopf so leer und klar wie möglich zu bekommen. So kann ich mich voll auf mein Set konzentrieren. Diese Momente verbringe ich gewöhnlich in einem ruhigen Raum oder irgendwo hinter der Bühne. Manchmal update ich auch in der letzten Minute meine SD-Karten, was mein Tourmanager übrigens sehr liebt (lacht). Ich bin immer ein wenig nervös vor Auftritten. Aber ich glaube, das ist recht positiv für mich und meine Arbeit.

Kannst du erklären, wie das so ist, wenn du auf der Bühne stehst?

Ich habe kürzlich eine Google-Glass-Performance auf dem TomorrowWorld-Festival in den USA gemacht. Du findest das Footage dazu online (Link: http://bit.ly/NR-GoogleGlass).

Machst du eigentlich noch andere Musik in deiner Freizeit?

Ja, klar. Manchmal spiele ich in meinem Studio ein bisschen herum und produziere andere Genres, um herauszufinden, wie Musik ganz natürlich und spielerisch entsteht.

Was begeistert dich mehr und was ist die größere Herausforderung: Studioproduktion oder vor einem großen Publikum zu spielen?

Es ist tatsächlich die Kombination aus beidem. Ich bin begeistert, wenn ich Musik spiele, die ich selbst produziert habe, und auf die die Fans abgehen. Ich bin aber auch begeistert, weil ich weiß, dass ich etwas Nettes produziert habe, dass den Leuten ins Herz und in die Beine geht und sie zudem meine Performance anspricht. Trotz meiner leichten Nervosität vor Auftritten ist das Produzieren herausfordernder.   

Ich denke, wenn man arbeitet und reist, so wie du, sind die kleinen Dinge des Lebens wichtig. Was erdet dich und was ist dir wichtig?

Meine Eltern und meine Familie sind sehr wichtig für mich, und ich werte mein Familienleben als große Sache in meinem Leben, weil meine Familie immer eine wichtige Rolle in meinem Leben spielt und mich immer und komplett in dem unterstützt, was ich mache.

(Interview: Bente Matthes / UNDERCOVER Magazin)

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