Die deutsch-britische Schlagersängerin

Ireen Sheer: Alles über den Schlagerstar

Ireen SHEER (Schlagersaengerin), Porträt
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Ireen Sheer ist durch ihren Hit „Goodbye Mama“ zum gefeierten Schlagerstar in den 1970er Jahren geworden

Ireen Sheer hatte ursprünglich eine Banklehre absolviert, doch die Leidenschaft zur Musik ließ sie niemals los. In den 1970er startete sie in der Schlagerbranche richtig durch und nahm auch mehrfach am Eurovision Song Contest teil. Alle Infos über Karriere, ihre Partner und aktuelle Projekte.

  • Ireen Sheer ist eine britische Schlagersängerin, die durch ihre Mutter zweisprachig aufwuchs.
  • In den 1970er Jahren gelang ihr der große Durchbruch mit „Goodbye Mama“.
  • Insgesamt dreimal nahm die Sängerin am Eurovision Song Contest teil.

Berlin – Die deutsch-britische Sängerin Ireen Sheer ist seit den 1970er Jahren eine feste Größe in der Schlagerbranche und landete mit Songs wie „Goodbye Mama“ Erfolgshits. In ihrer 50-jährigen Musikkarriere hat sie über 20 Alben und über 110 Singles veröffentlicht. Durch mehrfache Teilnahme beim Eurovision Song Contest erreichte sie ein Millionenpublikum. Heute lebt sie mit ihrem Manager Klaus-Jürgen Kahl in Berlin-Wilmersdorf und hält ihre Fans über Facebook und Instagram auf dem Laufenden.

Ireen Sheer – Erst Banklehre, dann Musik-Business

Ireen Sheer, die mit bürgerlichem Namen Ireen Wooldrige heißt, erblickte am 25. Februar 1949 im englischen Romford das Licht der Welt.

Ihr Vater Ron († 2017) war Engländer und ihre Mutter († 2009) war Deutsche. Aus diesem Grund wuchs die gebürtige Britin bereits von Kindesbeinen an zweisprachig auf. Ihre Jugend- und Schulzeit verlebte sie in der Kleinstadt Billericay in der englischen Grafschaft Essex. Obwohl sie bereits 1961 im Alter von 12 Jahren bei einem BBC-Talentwettbewerb entdeckt wurde, brachte sie neben ihrer musikalischen Laufbahn noch eine Banklehre zu Ende. Doch schon bald stieg sie ins Musikbusiness voll ein. So war sie in den 1960er Jahren zeitweise bei der britischen Popgruppe „The Family Dog“ als Sängerin engagiert.

Ireen Sheer – Durchbruch in den 1970er Jahren

In den 1970er Jahren beschloss Ireen Sheer ihre Karriere als Solokünstlerin zu verfolgen. Das deutsche Musiklabel Polydor wurde auf die englischen Songs aufmerksam. Da Ireen zweisprachig aufgewachsen war, erkannte die Plattenfirma die Chance, auch deutsche Fassungen ihrer Hits auf den Markt zu bringen. So brachte Ireen Sheer ihren englischen Hit „Hey Pleasure Man“ in der deutschen Version „Oh Holiday“ heraus. Ihren großen Durchbuch hatte sie schließlich mit der Single „Goodbye Mama“. Dieser Song schaffte es 1973 in die Top 5 der deutschen Charts. Daneben kletterten noch drei weiter Hits in die offiziellen Charts. Damit war auch ihr Einstieg in die Schlagerbranche gesichert. In ihrer 50-jährigen Musikkarriere schafften es viele ihrer Singles immer wieder in diverse Schlagerparaden beim Radio und in die Airplay-Charts.

Dabei machte sie nicht nur als Solokünstlerin auf sich aufmerksam. Zeitweise fand sie auch Gehör mit namhaften Duett-Partnern wie Bernhard Brink, Gilbert Bécaud, Cliff Richard und ihrem damaligen Ehemann Gavin du Porter.

Ireen Sheer – Ihre Erfolge beim ESC

Auch beim Eurovision Song Contest zog die Britin immer wieder Aufmerksamkeit auf sich. 1974 nahm sie mit dem Titel „Bye Bye, I Love You“ für Luxemburg teil und erreichte den vierten Platz. 1978 ging sie für Deutschland ins Rennen. Ihr Titel „Feuer“ schaffte es allerdings bloß noch auf den sechsten Platz. 1985 trat sie erneut für Luxemburg an und war im Sextett mit Margo, Franck Olivier, Chris Roberts, Diane Solomon und Malcolm Roberts zu erleben. Der von Ralph Siegel komponierte Song „Children, Kinder, Enfants“ konnte allerdings nur noch Platz 13 ergattern.

Daneben war Ireen Sheer noch bei zwei weitere Male am deutschen Vorentscheid vertreten. 1976 sang sie dort den Titel „Einmal Wasser, einmal Wein“ und landete damit auf Platz 8. Und 2002 sang sie gemeinsam mit Bernhard Brink im Duett „Es ist niemals zu spät“, das es auf Platz 7 schaffte. Dennoch konnte sie sich beide Male nicht mehr für den ESC qualifizieren.

Ireen Sheer – Auftritte in Film und Fernsehen

Noch im selben Jahr, als ihr Hit „Goodbye Mama“ auf den Markt kam, schaffte es Ireen Sheer in die deutschen Kinos. Im Sommer 1973 drehte sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Chris Roberts den Musikfilm „Wenn jeder Tag ein Sonntag wär“. In der Verwechslungskomödie, die im Oktober 1973 über die Leinwand flimmerte, waren unter anderem auch Schauspieler wie Peter Weck, Lotte Ledl und Georg Thomalla zu sehen. Es folgten weitere Film- und Show-Auftritte, wie

  • 1974: Peter Alexander präsentiert Spezialitäten (Fernsehshow, erste Folge)
  • 1974: The Tommy Cooper Hour (Fernsehshow, eine Folge)
  • 1979: Flotte Formen – Kesse Kurven (Fernsehfilm)
  • 1981: Musikladen extra (Fernsehshow)
  • 2011: Schlagerparty (Fernsehshow)
  • 2011: Schlagernacht (Fernsehshow)

Zwischen den 1970er und 1990er Jahren war sie regelmäßig in der ZDF-Hitparade zu sehen. Obwohl sich ihre Auftritte hauptsächlich auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen beschränken, stand sie auch schon mal für „Die ultimative Chartshow“ für RTL vor der Kamera.

Ireen Sheer – Ihre Alben in der Übersicht

Seit 1972 brachte Ireen Sheer immer wieder Alben mit vorwiegend deutschsprachigen Titeln auf den Markt, so zum Beispiel

  • 1972: Keiner liebt dich so wie ich
  • 1974: Nur noch einen Tanz
  • 1979: Ireen Sheer
  • 1991: Ireen Sheer (1991)
  • 1993: Das gewisse Etwas
  • 1995: Tanz mit mir
  • 1997: Ich vermisse Dich
  • 1998: Weil du mein Leben bist
  • 2000: Ein Kuss…
  • 2001: Zeitlos
  • 2003: Leben heißt lieben
  • 2005: Bin wieder verliebt
  • 2007: Mein Weg zu Dir
  • 2008: Frei
  • 2009: Weihnachten mit Ireen Sheer
  • 2010: Männer
  • 2012: Heller als die Sterne
  • 2015: Showtime
  • 2019: Ich muss mir nichts mehr beweisen

Daneben hat sich Ireen Sheer auch immer wieder für soziale Projekte stark gemacht. Im Dezember 2017 sang sie den Weihnachtsschlager „Auf einmal“ für das Projekt „Schlagerstars für Kinder“ ein. Die Einnahmen wurden für Kinder in Not gespendet. Im Folgejahr wurde der Song erneut aufgenommen und veröffentlicht.

Ireen Sheer – Preise und Auszeichnungen

Der Erfolg der Schlagersängerin lässt sich auch den diversen Auszeichnungen ablesen. Anbei die wichtigsten Preise in der Übersicht:

  • 1973: Silberner Bravo Otto
  • 1981: Die Goldene Stimmgabel
  • 1993: Die Goldene Stimmgabel
  • 2016: smago! Award

Ireen Sheer privat: Familie und Partner

1973 hatte sich Ireen Sheer in Deutschland niedergelassen. Nur drei Jahre später heiratete sie den englischen Pop- und Schlagersänger Gavin du Porter, der bereits seit Mitte der 1960er Jahre in Deutschland lebt. 24 Jahre lang waren die beiden ein Paar, bis sie sich 2000 schließlich trennten. Die Scheidung zog jedoch noch einen länger anhaltenden Rosenkrieg mit sich, bei dem auch um das gemeinsame Vermögen gestritten wurde.

In ihrem späteren Manager Klaus-Jürgen Kahl, dem ehemals besten Freund von Gavin du Porter, fand sie schließlich ihre große Liebe. Von 2001 bis 2016 lebten die beiden 15 Jahre lang in Ellmau, bevor sie sich im Berliner Stadtteil Wilmersdorf niederließen. Ein Jahr, nachdem der Scheidungskrieg mit ihrem Ex-Mann durch ein rechtskräftiges Urteil beendet wurde, heirateten Ireen und Klaus-Jürgen im August 2010. In ihrer Biographie „Jetzt oder nie“ aus dem Jahr 2014 arbeitete sie noch einmal kritisch die Beziehung zu ihrem früheren Ehemann auf.

Der Tod ihrer Eltern 2009 und 2017 traf Ireen Sheer jedes Mal sehr hart. Anfang 2020 berichteten die Medien, welches schreckliche Todesdrama die Sängerin verkraften musste. Ihre Mutter war 2009 an Krebs verstorben. Ein Trauma für die Künstlerin. Seitdem konnte sie ihren Erfolgssong „Goodbye Mama“ nicht mehr singen, ohne dass es ihr die „Kehle zugeschnürt“ hat, wie selbst in einem Interview offenbarte. Mit dem Tod ihres Vaters Ron, der 2017 friedlich einschlief, verlor sie ein weitere geliebtes Familienmitglied. Ireen Sheer selbst hat keine Kinder.

Obwohl sie sie längst ein Urgestein in der deutschen Schlagerbranche ist, beantragte die Sängerin erst im Juni 2019 ihre deutsche Staatsangehörigkeit in ihrem Wohnort Berlin. Über Facebook und Instagram hält sie ihre Fans regelmäßig über aktuelle Projekte auf dem Laufenden.

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