Von Connery bis Craig

James Bond 007: Das waren die bisherigen Darsteller

Die James Bond Darsteller
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Sechs Darsteller haben Superagent James Bond bislang verkörpert: Wir blicken zurück auf alle Schauspieler, die in den 007-Filmen zu sehen waren.

Wer hat die Rolle des britischen Geheimagenten Ihrer Majestät wie interpretiert? Wer ist sexy, wer schön, wer ein Frauenheld, wer Einzelkämpfer? Hier unsere ganz persönliche Sicht auf Bond, James Bond

Sean Connery   

Für viele der einzig wahre Bond-Darsteller. Eine belegte Umfrage, dass Sean Connery (geb. 1930) der Lieblings-007 der Deutschen ist. Dabei kam der damals fast unbekannte Schauspieler zu seiner Rolle wie die Jungfrau zum Kind. 

Früher war er Bodybuilder

Der Schotte überzeugte mit Körper (er war Bodybuilder) und selbstbewusstem Auftreten. Weil Connery aus einfachen Verhältnissen kam und nicht gerade eine Top-Erziehung genossen hatte, durfte man einiges nachholen. 

Bond-Mania

Doch dann begann, mit „James Bond jagt Dr. No“ (1962), die Bond-Mania. Der Mann, der die Würde der Brustbehaarung hochhielt, schuf ein Gesamtkunstwerk. Bestandteile: unerhört sexy, unterschwellig gewalttätig, cool vom Scheitel bis zur Sohle - und vor allem auch: geheimnisvoll. 

James Bond in sieben 007-Filmen

Dieser James Bond deutet seine dunklen Seiten (von denen er reichlich hat) nur an, ab und an blitzt aus den braunen Augen tiefe Trauer durch, bis sich 007 wieder in seinen zynischen Schutzmantel hüllt. Unsterblicher Film: „Goldfinger“.

George Lazenby

Der Australier George Lazenby (geb. 1939) ist die tragische Figur aller James-Bond-Darsteller. Genau ein Mal verkörperte der ehemalige Automechaniker, der nach London ging, um zu modeln (Marlboro, Schokolade), den britischen Geheimagenten. 

James Bond in einem einzigen 007-Film

Bei ihm kam alles Unglück dieser Welt zusammen: Das Drehbuch zu „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“ (1969) ist löchrig und langweilig. Einen wahren Shitstorm gab (und gibt es) für die Rüschenhemden, in die Lazenby gesteckt wurde. 

Zu unsexy, zu weinerlich

Und: Der durchaus gelungene Anfangs-Gag (Lazenby lässt bei einer Strand-Schlägerei einen Bösewicht entkommen, wendet sich daraufhin direkt zur Kamera und sagt: „Dem Anderen wäre das nicht passiert“) erwies sich als Bumerang: zu weich, zu unsexy, zu weinerlich - und Lazenby selbst verweigerte sich etlichen typischen Bond-Klischees.

Roger Moore 

Ganz anders als sein glückloser Vorgänger Lazenby legte Roger Moore (1927 - 2017), schon damals ein begehrter Filmstar mit hohen Gagen (Simon Templar), seine Rolle an. Und das hieß: Volle Fahrt voraus auf die Liebreize des schönen Geschlechts! 

James Bond in sieben 007-Filmen

Kein anderer Bond-Darsteller sieht die Damenwelt so radikal als Vergnügungs-Spielplatz, und dementsprechend üppig ist auch die Auswahl seiner sinnlichen Gespielinnen der Oberklasse. 

Britischer Charme und Humor

Mit seiner Mischung aus britischem Charme, Humor an der Grenze zum Altherrenwitz und einer nonchalanten LMAA-Haltung schaffte es der Londoner auf die bisherige Rekordzahl aller Bond-Filme: 

Gewichtige Witzfigur

Von „Leben und sterben lassen“ (1973) bis zu „Im Angesicht des Todes“ (1985) stand er siebenmal als 007 vor der Kamera. Kritiker bemängeln, dass Moore die Rolle mehr und mehr in den albernen Abgrund gezogen hat. James Bond wurde sozusagen zur gewichtigen Witzfigur.

Timothy Dalton 

Hier ist eine wahre Bühnen-Koryphäe am Werk. Aber wer brillant Shakespeare auf den Brettern verkörpert, muss noch lange kein brillanter Bond sein. Der Waliser Timothy Dalton (geb. 1946) zumindest schaffte es, seinen Bond nach Roger Moores Gaudi- und Geschlechtsfixiertheit wieder ins seriösere, schillerndere Fahrwasser zu führen. 

James Bond in zwei 007-Filmen

Doch das hat seinen Preis. Erstens war man so etwas nach sieben Moores kaum noch gewohnt, und zweitens: ein Bond, der nah am Wasser gebaut ist?! Der gar weinen darf?! Das ist dann doch etwas zu viel des Guten.

„Der Hauch des Todes“ (1987) und „Lizenz zum Töten“ (1989)

Die beiden Filme mit Dalton - Der Hauch des Todes (1987) und Lizenz zum Töten (1989) sind untadelig. Doch Dalton fehlt bei aller schauspielerischen Qualität dann doch ein Quantum Testosteron. Dieser James Bond ist ungebrochen gebrochen.

Pierce Brosnan

Hier ist Eleganz und Anmut pur aus Irland: Pierce Brosnan (geb. 1953) ist nach Sean Connery der zweite brillante James-Bond-Darsteller - auch wenn er mit Connerys Interpretation nicht viel zu tun hat. 

James Bond in vier 007-Filmen

Was bietet der bildschöne Mann? Eine unbändige Geschmeidigkeit, mimische Finesse von ironisch-entwaffnendem Lächeln über Nachdenklichkeit, Trauer, Schalk und plötzlich aufbrodelnder Aggressivität. 

Der weltgewandteste 007

Brosnan verkörpert sicherlich den weltgewandtesten 007, den es bisher zu sehen gab. Er ist schlagfertig und ein Frauenheld, den man ernst nimmt. Und: Er liefert sich als erster richtig schöne Duelle mit seiner -Vorgesetzten M (unvergleichlich: Judi Dench). 

„Golden Eye“ (1995) bis „Stirb an einem anderen Tag“ (2002)

Mit Brosnans Bonds (vier an der Zahl von Golden Eye 1995 bis Stirb an einem anderen Tag 2002) wird zudem die Rolle der Frauen aufgewertet - bis zur atemberaubend verstörenden Sophie Marceau im packenden „Die Welt ist nicht genug“.

Daniel Craig 

Dieser Mann ist nicht zu fassen. Im Vorfeld zu seinem Erstling „Casino Royale“ wurde der Engländer Daniel Craig (geb. 1968) kübelweise mit Häme überschüttet. Und dann? Ein Wunder von Bond-Film: Casino Royale ist nicht nur einer der besten 007-Streifen, sondern torpediert den „Neuen“ zum Kult. 

Der radikalste aller Darsteller

Craig ist in vielem der radikalste aller Darsteller. Dieser James Bond ist physisch. Eine Wuchtbrumme, eine Dampfwalze - eine bessere Verfolgungsszene als die in „Casino Royale“ (zu Fuß!) hat die Welt noch nicht gesehen. 

James Bond in - bislang - fünf 007-Filmen

Und: Craig bedient auch brodelnd-unterschwellig die Schattenseiten des Unbezwingbaren. Vergessen wir mal den völlig missglückten „Ein Quantum Trost“, für den Craig nichts kann. 

„Casino Royale“ (2006) bis „Keine Zeit zu sterben“ (2020)

Mit Film Nr. 3, „Skyfall“, ist der berückendste, tiefste und schönste Bond gelungen. Auch „Spectre“ war ein voller Erfolg. Wir sind gespannt, wie’s in „Keine Zeit zu sterben“ weitergeht.

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