James-Bond-Bösewicht

Christoph Waltz im tz-Interview: "Es ist eine Art Therapie"

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Christoph Waltz liebt die "bösen" Rollen.

München - Christoph Waltz ist bekannt aus den Quentin Tarantino Filmen. Dort spielte er meist Bösewichte, wie jetzt auch beim aktuellen James Bond Streifen. Warum das so ist, das fragte ihn die tz.

Er kann auf der Leinwand so perfide sein, dass man dem zweifachen Oscar-Preisträger Christoph Waltz (59) erst einmal mit emotionaler Vorsicht begegnet. Doch wenn er einem die Hand reicht, übers ganze Gesicht strahlt und kein zuckender Mundwinkel Unheil ankündigt, freut einen der höfliche Charme dieses Schauspielers, der auf der Leinwand nichts anderes im Sinn hat, als James Bond zu vernichten ...

Die Bond-Filme und die fiesen Charaktäre sind legendär – mit welcher Ehrfurcht nähert man sich so einem Unternehmen?

Christoph Waltz: Hoffentlich mit wenig. Weil ich denk mir immer, mit wie viel Ehrfurcht muss ein Dirigent Wagner begegnen, und dann? Er muss es so zum Klingen bringen, dass der Zuhörer in die Musik findet. Ich will ja auch nur helfen, die Geschichte zu erzählen. Mit Ehrfurcht kann ich da nicht operieren, das mach ich dann Zu Hause.

Warum sind eigentlich für viele Schauspieler böse Figuren reizvoller?

Waltz:Die sind nicht eigentlich reizvoller, sie können reizvoller sein, weil die Bösewichte oft die interessanteren Rollen sind, die beweglicheren, lebhafteren, kreativeren, weil das die dramatische Funktion ist – sie müssen ja die Widerstände schaffen, die der Held überwinden muss.

Hat das auch eine therapeutische Komponente, wo Sie doch so ein reizender Mensch im privaten Umgang sind?

Waltz: Woher wollen’s das wissen? Keine Ahnung. Das Therapeutische lässt sich nicht verhindern, wenn man so ein bisschen sein Sensorium darauf ausgerichtet hat. Weil wie Fritz Teufel damals schon so schön gesagt hat: Wenn’s der Wahrheitsfindung dient, warum nicht?

James Bond seit 1962 in Waltz Leben

Wie sind Sie denn zum ersten Mal mit Bond in Berührung gekommen?

Waltz: Mit dem Auto! 1962 gab es mich zwar schon, aber noch als autospielendes Kind, und da hat man mich in solche Filme nicht gelassen. Als Kind hatte ich diesen DB 5. Der war auch groß und teuer – ein besonderes Geschenk.

Wären Sie denn selbst gern mal James Bond gewesen – so als junger Mann? 

Waltz: Nein, mir war der Unterschied immer sehr klar. (lacht)

Früher war der Feind immer ein Land, jetzt ist es das Internet, die Daten-Wolken, der Feind sitzt mit am Schreibtisch – empfinden Sie das auch?

Waltz: Unter Garantie sitzt er in Ihrem Büro! Das ist ja das Besorgniserregende, dass es nicht mehr Eventualitäten sind, sondern unvermeidbare und irreversible Tatsachen. Das ist der Grund, warum James Bond als Held auch 52 Jahre überleben konnte: Weil die Problematik doch immer eine aktuelle ist.

Können Sie sich vorstellen, weiterzumachen?

Waltz : Ich kann mir alles vorstellen. Das ist im Moment nicht die Frage. Es ist noch ziemlich viel mit diesem Film zu tun und ich glaube, dass für den nächsten Film viel wichtigere Personalfragen zu klären sind... (grinst) 

US

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