Happy Sound macht Münchner Publikum glücklich

James Last in der Olympiahalle: Großartig wie damals

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Ein gewaltiger letzter Auftritt: James Last mit Background-Sängerinnen und seinem 40-köpfigen Orchester am Dienstagabend in der Olympiahalle.

München - Käpt’n James auf großer Reise – zum letzten Mal? Auf seiner Abschiedstour ankerte James Last, längst zum Helmut Schmidt des Easy Listening gereift, mit seinem Partykutter am Dienstag in München.

In der leider nur schütter besuchten Olympiahalle feierte Bremens Bester mit seinem brillanten Orchester noch einmal Hitparade ohne Heck.

Sein Happy Sound macht glücklich wie eh und je – egal, ob er Pharrell Williams’ Happy dirigiert, oder ein Bach-Präludium in Nonstop-Dancing-Version. Und so denkt der ewige Hansi, gerade resche 86 geworden, längst über den Rücktritt vom Rücktritt nach. „Wir kommen wieder“, versprach er. This could be the Last time? Ach was, ein Party-Käpitän muss immer weiterschippern.

Seine Fans, die ihn schon vor über 40 Jahren in Rainer Holbes Starparade bewunderten, damals noch am Nordmende-Fernseher, würden garantiert wiederkommen. Denn das sündteure Orchester mit knapp 40 Musikern, die sich heutzutage sonst kein Mensch mehr leistet, klingt großartig wie damals. Der Chef steht ein bisserl wackelig auf der Bühne, und erinnert mit coolem weißen Zopf und herrlichem Hanseaten-Humor an einen älteren Karl Lagerfeld.

Fächer hat James aber keinen in der Hand – denn er muss ja wedeln. Unermüdlich gibt der legendäre Zweifinger-Dirigent den Takt vor. Dabei wissen seine herausragenden Musiker ohnehin, was sie zu spielen haben. Weltklasse-Trompeter Chuck Findley glänzt nicht nur mit A Night In Tunesia, Gitarrist Erlend Krauser vergoldet Christina Aguileras The Voice Within zu einem mitreißendem Instrumental.

Trotz aller Nostalgie – altmodisch ist die Party mit James keinesfalls. Katy Perrys Roar bekommt ebenso die Happy-Sound-Politur ab wie Story Of My Life von den Teenie-Helden One Direction. Und das Indierock-Stück My Songs Know What You Did In The Dark von Fall Out Boy mixt er lässig mit Wochenend und Sonnenschein. So abgefahrene Mashups liefert nicht einmal die Night of the Proms. Das gibt’s nur bei der Night of the James.

James Last - seine Karriere

Seine allererste Platte, erzählte James Last im Dezember vergangenen Jahres der tz, war Bartoks erstes Violinkonzert. Da wusste noch keiner, dass der Bub, der Kontrabass und Fagott lernte, mal zu einem Musiker für Millionen werden sollte. Teilweise hat er seiner Plattenfirma 30 Prozent ihres Jahresumsatzes beschert. Im Laufe von rund 50 Jahren hat der gebürtige Bremer, der vor einer knappen Woche 86 Jahre jung wurde, über 3000 Aufnahmen eingespielt. Last ist 88-mal in der berühmten Royal Albert Hall in London aufgetreten, hat über 80 Millionen Tonträger verkauft (also pro Einwohner Deutschlands eine, wenn man so rechnen will) und 17 Platin-Schallplatten, 208 Goldene und elf Silberne erhalten. Rund 93 Prozent der Deutschen, so eine Umfrage, wissen, wer James Last ist. Schon weniger, dass der Meister des Easy Listenings bürgerlich Hans Last heißt und in seiner Jugend zur See gefahren ist. Mit der jetzigen Tournee endet seine höchst einzigartige Konzertreise des Klang-Kapitäns durch die Meere dieser Welt. Ein Rücktritt vom Rücktritt? Jederzeit willkommen!

Jörg Heinrich

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