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Jessica Schwarz: Vom Bravo-Girl zur Filmpreisträgerin

Die Schauspielerin Jessica Schwarz kommt zur Weltpremiere des Filmes "Narziss und Goldmund" in den Zoo Palast
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Schauspielerin Jessica Schwarz wurde als Bravo-Girl bekannt und arbeitete anschließend als Model und Moderatorin, bis sie zur gefragten Filmdarstellerin wurde

Bambi-Preisträgerin und Botschafterin des Bieres – Jessica Schwarz beweist, wie vielseitig ein Leben als Schauspielerin sein kann.

  • Jessica Schwarz stieg vom Bravo-Girl zur renommierten Schauspielerin auf.
  • Heute ist sie einer der gefragtesten Film-Stars Deutschlands und glänzt dank ihrer Wandelbarkeit in einer Vielzahl an Rollen.
  • Ihre bekanntesten Filme sind ‚Romy,Buddenbrooks‘ und jüngst ‚Das perfekte Geheimnis‘.

Die deutsche Schauspielerin und Moderatorin Jessica Schwarz wurde am 5. Mai 1977 in der südhessischen Stadt Michelstadt geboren. Ihre Eltern sind die Besitzer der Brauerei Michelstädter Rathausbräu und betreiben außerdem ein Restaurant. Lange hielt es die ehrgeizige Schönheit jedoch nicht in ihrer Heimat. Im Alter von 16 Jahren gewann sie 1993 die Wahl zum Bravo-Girl, was den Grundstein für ihre Karriere in der Medienbranche legte. Nachdem sie zweimal das Cover des Bravo Girl-Magazins zierte, fing sie an, als Model zu arbeiten und reiste fortan um die Welt.

Nach einigen Jahren sehnte sich Jessica Schwarz jedoch nach einer neuen Herausforderung und widmete sich einer Moderatorentätigkeit beim Musiksender VIVA. Dort präsentierte sie die Formate ‚Film ab‘ und ‚Interaktiv‘. Ab 2001 arbeitete sie außerdem online als Backstage-Moderatorin für die ZDF-Kultshow ‚Wetten dass…?‘. Durch die Bekanntschaft mit Regisseur Benjamin Quabeck öffneten sich für das Multitalent plötzlich auch Türen in die Schauspielbranche. Heute ist Jessica Schwarz eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands, die für ihre Wandlungsfähigkeit und ihr Facettenreichtum bekannt ist.

Jessica Schwarz: So schaffte sie ihren Durchbruch als Schauspielerin

1999 war Jessica Schwarz im Fernsehfilm ‚Jagd auf Amor‘ zu sehen. Ein Jahr später folgte ein Auftritt im Filmessay ‚München – Geheimnisse einer Stadt‘. Der Regisseur Benjamin Quabeck besetzte sie schließlich 2001 für das Liebesdrama ‚Nichts bereuen‘. Dort spielte sie an der Seite von Daniel Brühl und wurde mit dem Film- und Fernsehpreis Jupiter als Beste Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet. Anschließend kam die Schauspielkarriere des Stars immer mehr ins Rollen. 2002 spielte sie unter anderem im Film ‚Die Freunde der Freunde‘ mit, welcher 2003 mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Unter der Leitung von Quabeck war Jessica 2003 außerdem im Film ‚Verschwende deine Jugend‘ zu sehen, der in der späten Punk-Szene spielt. Dabei arbeitete Jessica mit Stars wie Tom Schilling und Christian Ulmen zusammen. 2004 spielte sie im ARD-Kultformat ‚Tatort‘ mit.

Große Aufmerksamkeit erregte die Darstellerin im gleichen Jahr mit dem Liebesfilm ‚Kammerflimmern‘ von Hendrik Hölzemann. Darin verliebt sich der Rettungsassistent Paul (Matthias Schweighöfer) in die hochschwangere November (Schwarz). Beide Stars wurden dafür mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Dem jüngeren Publikum wurde Jessica Schwarz vor allem dank ihrer Rolle der Frau Rose in den Kinderbuchverfilmungen ‚Die Wilden Hühner‘ (2005), ‚Die Wilden Hühner und die Liebe‘ (2007) und ‚Die Wilden Hühner und das Leben‘ (2009) bekannt.

Gleichzeitig bewies die Schauspielerin weiter, wie wandelbar sie in ihren Rollen sein kann. 2006 schlüpfte sie in der Filmadaption von Patrick Süskinds Bestseller ‚Das Parfum‘ in die Rolle der Prostituierten Natalie und konnte dabei mit internationalen Stars wie Dustin Hoffman und Alan Rickman drehen. Im gleichen Jahr spielte sie außerdem die verführerische Hauptfigur in Uwe Jansons Drama ‚Lulu‘, der reihenweise die Männer verfallen, während sie innerlich aus Liebesmangel aushungert. 2007 wurde sie für das romantische Drama ‚Der Liebeswunsch‘ mit dem Undine Award als Beste jugendliche Charakterdarstellerin in einem Kinospielfilm ausgezeichnet.

Jessica Schwarz: Weitere Erfolge als Schauspielerin

2008 ergatterte Jessica Schwarz einen ihrer bedeutendsten Filmrollen: Sie spielte Antonie ‚Tony‘ Buddenbrook in der Filmadaption von Thomas Manns literarischem Klassiker. Dabei drehte sie an der Seite von deutschen Schauspiel-Legenden wie Iris Berben und Armin Mueller-Stahl. Zum vollständigen Publikums- und Kritikerliebling etablierte sich die Darstellerin 2009 mit der Hauptrolle in der ARD-Filmbiografie ‚Romy‘, in der das Leben von Romy Schneider beleuchtet wird. Für ihr Porträt der Ikone wurde sie mit dem Bambi sowie dem Hessischen Fernsehpreis ausgezeichnet und für den Deutschen Fernsehpreis nominiert.

Bis in die Gegenwart ist kein Jahr vergangen, in dem die Schauspielerin nicht in mindestens einer Film- oder Fernsehproduktion zu sehen war. Ob tiefgründige Dramen wie ‚Das Lied in mir‘ (2010) oder lockere Komödien wie ‚Jesus liebt mich‘ (2012): Jessica Schwarz beweist immer wieder aufs Neue, wie unheimlich groß ihr Repertoire ist. Trotzdem achtet sie sorgfältig darauf, nur Rollen auszuwählen, die ihr selbst am Herzen liegen. Welchem Genre ihr Projekt letztendlich angehört, ist für die facettenreiche Schauspielerin weniger wichtig So spielte sie in den letzten Jahren unter anderem in einem Weihnachtsfilm (‚Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel‘, 2011), einem Psychothriller (‚Freddy/Eddy, 2016), einem Missbrauchsdrama (‚Die Hände meiner Mutter‘, 2016) und einem Kinderfilm (‚Hanni & Nanni: Mehr als beste Freunde‘, 2017) mit. In der Tragikomödie ‚Heiter bis wolkig‘ verkörperte Jessica Schwarz 2012 eine Krebskranke und musste dafür acht Kilo abnehmen. Um schneller an Gewicht zu verlieren, griff die Schauspielerin zu extremen Maßnahmen und spritzte sich selbst Schwangerschaftshormone. Außerdem nahm sie nur 500 bis 700 Kalorien am Tag zu sich.

Ganz selbstverständlich dreht sie dabei seit vielen Jahren mit deutschen Topstars. 2019 erschien die Komödie ‚Das perfekte Geheimnis‘ von Bora Dagtekin, in der Jessica an der Seite von Karoline Herfurth, Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Wotan Wilke Möhring und Frederick Lau zu sehen ist. Mit der Rolle der kühlen Psychotherapeutin und „Antagonistin“ Eva habe sie allerdings erst zu kämpfen gehabt, da sie privat ganz anders ticke.

Seit 2020 spielt sie in der Netflix-Serie ‚Biohackers‘ mit, wo sie die renommierte Professorin Tanja Lorenz verkörpert, an der sich die junge Studentin Mia Akerlund (Luna Wedler) rächen will.

Jessica Schwarz: Moderations- und Synchronsprecherjobs

Seit vielen Jahren arbeitet Jessica Schwarz nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Synchronsprecherin. 2006 sprach sie die Rolle der Rita in der deutschen Fassung von ‚Flutsch und weg‘. Im Jahr darauf war sie Synchronsprecherin für Zooey Deschanel in den Kinofilmen ‚Brücke nach Terabithia‘ und ‚Könige der Wellen‘. In den Animations-Blockbustern ‚The Jungle Book‘ und ‚Peter Hase‘ sprach die Schauspielerin die Rollen von Kaa und Mopsi, die im Original von Scarlett Johansson und Elizabeth Debicki gesprochen wurden. Außerdem hat Jessica Schwarz Hörbücher wie ‚Die drei ??? und der magische Kreis‘ und Charlotte Roches Roman ‚Mädchen für alles‘ aufgenommen.

Auch ihre beruflichen Wurzeln als Moderatorin hat die Darstellerin nicht vergessen. 2012 moderierte sie zusammen mit Elyas M’Barek den Deutschen Filmpreis.

Jessica Schwarz ist Gastronomiebesitzerin

Neben der Schauspielerei hat sich Jessica Schwarz außerdem ein zweites Standbein in der Gastronomie-Branche aufgebaut. 2008 eröffnete sie zusammen mit ihrer Schwester Sandra ein Designhotel mit Café in ihrer Heimatstadt Michelstadt. ‚Die Träumerei‘ befindet sich direkt neben der Brauerei ihrer Eltern. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur gab die Darstellerin an, dass die Coronavirus-Pandemie den Betrieb vor große Herausforderungen stelle. Insbesondere das Café habe unter dem Lockdown zu leiden. 

Seit 2004 darf sich die Schauspielerin ‚Botschafterin des Bieres‘ nennen. Dieser Titel wurde ihr vom Deutschen Brauer-Bund in ihrer Heimatstadt verliehen. Als Begründung gab das Präsidium an, dass sie „ebenso spritzig wie unkonventionell“ sei, genau „wie der gute Gerstensaft“ selbst.

Jessica Schwarz: Glück im Beruf, Pech in der Liebe

2000 war Jessica Schwarz kurz mit Comedian Oliver Pocher liiert, nachdem sie sich beim Musiksender VIVA kennengelernt hatten. Ein Jahr später verliebte sich die Schauspielerin bei den Dreharbeiten zu ‚Nichts bereuen‘ in ihren Co-Star Daniel Brühl. Bis 2006 waren die beiden ein Paar. Die Trennung stürzte Jessica Schwarz in eine tiefe Krise. Sie habe zu „bis zum Umfallen“ getrunken, um den Liebeskummer zu verkraften und anschließend versucht, sich das Leben zu nehmen. Ihr Suizidversuch sei ein „Hilfeschrei“ gewesen, da sie den Verlust nicht verkraften konnte und depressiv wurde. Bereits im Teenageralter habe die Schauspielerin versucht, sich das Leben zu nehmen. Damals ritzte sie sich selbst, weil sie sich von ihrem eigenen Körper entfremdet fühlte.

2010 fand sie in dem österreichischen Kameramann Markus Selikovsky eine neue Liebe. Die Schauspielerin zog zu ihrem Partner nach Wien, wo er mit seinen zwei Kindern aus einer vergangenen Beziehung lebte. Öffentlich zeigt sich die Darstellerin stets bedeckt über ihr Privatleben, weshalb wenige Details über ihre Beziehung bekannt sind. 2017 offenbarte sie auf Instagram, dass sie vor einem Jahr eine Fehlgeburt erlitten hatte. Im Oktober 2019 bestätigte ihr Management, dass sich das Paar nach neun Jahren Beziehung „freundschaftlich“ getrennt hatte. Die Moderatorin lebt inzwischen wieder in Berlin.

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