Hollywood-Star im Interview

Gefallener Depp wehrt sich: Wie „Cancel Culture“ Captain Sparrow in die Knie zwang

Opfer von „Cancel Culture“? Seit den Vorwürfen seiner Ex liegt die Karriere von Johnny Depp ziemlich brach
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Opfer von „Cancel Culture“? Seit den Vorwürfen seiner Ex liegt die Karriere von Johnny Depp ziemlich brach.

Hollywood-Star Johnny Depp wettert im Interview gegen die sogenannte Cancel Culture und Feinde, die zuletzt immer mehr geworden sind. Er sieht sich in der Opferrolle.

Los Angeles – Nach seiner Niederlage vor dem Gericht in London, wo ihm seine Ex-Frau Amber Heard im Zeugenstand körperliche Gewalt vorwarf, ging es mit seiner Karriere abwärts. Johnny Depp wurde sogar als Gellart Grindelwald für den 3. Teil von „Fantastische Tierwesen“ gefeuert und soll keine großen Rollenangebote mehr bekommen. Bei seinem ersten großen öffentlichen Auftritt beim Filmfestival in San Sebastian nahm der 58-Jährige (er wurde für sein filmisches Lebenswerk ausgezeichnet) kein Blatt vor den Mund und wetterte gegen die „Cancel Culture“ – die Kultur des Ausschließens und Vorverurteilens – als deren Opfer er sich sieht.

Johnny Depp über Cancel Culture: „Nichts weiter als verpestete Luft, die man einatmet“

Was macht denn für Sie diese Cancel Culture aus?
Johnny Depp: Es findet eine gnadenlose Vorverurteilung statt. Basierend auf angeblichen Fakten, die nichts weiter als verpestete Luft sind, die man einatmet. Ich musste mich in meinem Leben noch niemals mit so etwas unfassbar Unlogischem und Verwirrendem auseinandersetzen. Unglaublich, wie man plötzlich von allen Seiten und aus jedem Winkel attackiert wird.
Sie meinen von den verschiedenen Kampagnen wie „MeToo“ oder „TimesUp“…
Depp: …die alle mit den besten Intentionen gestartet wurden. Doch inzwischen sind sie völlig aus dem Ruder gelaufen. Ich kann Ihnen versprechen, dass niemand mehr sicher ist. Sie auch nicht! Ein einziger falscher Satz genügt und dir wird der Teppich unter den Füßen weggerissen. Plötzlich bricht der gesamte Boden unter dir weg und du fällst in einen Abgrund.
So wie es Ihnen nach ihrem Gerichtsurteil ergangen ist?
Depp: Es geht nicht nur um mich. Von der Cancel Culture sind so viele Menschen betroffen. Frauen, Männer und selbst Kinder mussten schon darunter leiden. Und traurigerweise denken mittlerweile viele, dass das so einfach Normalität ist. Viele denken am Ende, dass sie sich doch etwas zuschulden kommen lassen haben, obwohl es nicht so ist.

Johnny Depp und der Streit mit der Ex - „Wahrheit am Ende alles, was man braucht“

Haben Sie Hoffnung, dass sich das wieder ändert?
Depp: Ich glaube, dass niemand mehr sicher ist. Aber auch, dass man sich noch immer mit der Wahrheit bewaffnen kann und das alles ist, was man am Ende braucht. Ich kann nur an alle appellieren: Wenn du oder jemand, den du liebst oder an den du glaubst, ungerecht behandelt wird, erhebe deine Stimme! Steh auf und bleib nicht sitzen. Wir brauchen dich!
Ihr Auftritt beim Filmfestival von San Sebastian ist Ihre erste öffentliche Veranstaltung seit längerer Zeit.
Depp: Ich war ehrlicherweise schon besorgt, dass meine reine Anwesenheit von Leuten als Beleidigung angesehen wird. Und ich will wirklich niemand beleidigen. Ich kann mich aber nur beim Bürgermeister von San Sebastian und den Organisatoren für ihre unglaubliche Unterstützung bedanken. Danke, dass ihr es nicht abkauft, wie ich schon seit viel zu langer Zeit dargestellt werde. Eine Version von mir, die nicht existiert! Das ist alles, was ich dazu sagen will.

Etwas beachtliches sagte Johnny Depp kürzlich in einem anderen Interview, es geht um die Tradition der Oscar-Verleihung:

Johnny Depp: „Fühle mich wohler, wenn ich nicht als ich selbst auftreten muss“

Dann eine Filmfrage. Sie spielen in Ihren Filmen oft sehr schräge Figuren. Wonach wählen Sie Ihre Rollen aus?
Depp: Ich habe schon immer meinem Bauchgefühl getraut. Ich muss etwas fühlen, der Funke muss überspringen, wenn ich ein paar Seiten vom Drehbuch gelesen habe. Grundsätzlich ist es für einen Schauspieler wichtig, dass man eine Angst vor Entscheidungen hat. Man muss bereit sein, sich quasi nackt zu machen und zu riskieren, auf die Nase zu fallen. Ich sage immer, nicht ich wähle meine Rolle, sie wählt mich.
Sie sind dafür bekannt, sich mit Haut und Haar in ihre Filmfiguren zu verwandeln.
Depp: Ja. Es hilft mir, mein Ich hinter Prothesen und dickem Make-up zu verstecken. Damit ich möglichst weit weg bin von Johnny Depp und mich voll auf meine Figur einlassen kann. Ich fühle mich grundsätzlich eh immer wohler in meiner Haut, wenn ich nicht als ich selbst auftreten muss.
Wenn Sie mit dem jungen Johnny Depp sprechen und ihm einen Karrieretipp geben könnten, was wäre der?
Depp: Laufe rückwärts! (lacht)

Mitten im hässlichen Rosenkrieg von Johnny Depp und Amber Heard war sogar ein Video aufgetaucht, das einen Ausraster in der Küche zeigen soll. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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