Interview vor Oly-Stadion-Konzert im Juni

Jon Bon Jovi: "Eine Vorliebe für München"

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Jon Bon Jovi

München - Am 18. Mai gastiert Jon Bon Jovi mit seiner Band im Münchner Olympiastadion. Im Interview spricht er über das Leben als Star, Politik, Wirbelstürme und die von ihm vergötterten Scorpions.

Update vom 5. Juli 2019: Einmal mehr kehren die Kult-Rocker nach München zurück. Auch 2019 treten Bon Jovi im Olympiastadion auf, worüber tz.de* im Ticker berichtet.

Mittlerweile drei Generationen haben Bon Jovi um ihren Frontmann Jon Bon Jovi fest im Griff – von der Enkelin bis zur Oma. Seit ­Runaway reiht der 50-Jährige aus New Jersey einen Hit an den anderen – was er auch am 18. Mai im Olympiastadion wieder tun wird.

Nach dem Drogen-Skandal um seine Tochter hat der Rockstar erst einmal keine Interviews mehr ­gegeben – doch jetzt ist er wieder bereit. Wir sprachen mit Jon Bon Jovi über das Leben als Star, Politik, Wirbelstürme und die von ihm ­vergötterten Scorpions:

Herr Bon Jovi, in welcher Stadt spielen Sie am liebsten?

Bon Jovi: Ich hatte immer eine Vorliebe für München und das Olympiastadion.

Das wollte ich hören.

Bon Jovi: Ich bin auch gern in Köln oder in Berlin – dort wohnt der US-Botschafter Philipp Murphy, ein guter Freund von mir. Er ist in New Jersey mein Nachbar.

Kennen und mögen Sie Bands aus Deutschland?

Bon Jovi: Ja! Die Scorpions. Das war 1984 meine erste Tour, sie haben uns mit Runaway mitgenommen. Seither verbindet uns eine enge Freundschaft. Sie sind die einzige Band, die ich niemals als unsere Vorgruppe spielen lassen würde – die Jungs würden mich so was von übertrumpfen! Sie sind einfach großartig, ich liebe sie! Sie haben uns unsere erste Chance gegeben.

Können Sie eigentlich noch unerkannt herumlaufen?

Bon Jovi: Klar. Heute Morgen bin ich in New York am Hudson River entlang gejoggt, fünf Meilen weit. Das mache ich jeden Tag. Ich bin ganz allein. Keiner weiß es, keinen interessiert es. Die Leute sehen einen Typen, der langsam den Fluss entlang läuft.

Warum gelingt Ihnen das – und anderen Stars nicht?

Bon Jovi: Ich habe immer geglaubt: Wenn man nicht mit einer ganzen Gefolgschaft, verrückten Hüten, Brillen oder Klamotten durch die Gegend rennt, dann lassen einen die Leute auch sein eigenes Leben leben. Wenn du diese Regel befolgst, kannst du gut mit der Berühmtheit leben.

Gehen Sie auch privat zu Konzerten?

Bon Jovi: Ja, klar! Zum Beispiel zu den Rolling Stones und zu Leonard Cohen.

Und die Stereo-Anlage daheim? Welche Musik haben Sie da zuletzt aufgelegt?

Bon Jovi: Eine CD von The Killers.

Was wären Sie eigentlich beruflich geworden, wenn Sie kein Rockstar geworden wären?

Bon Jovi: Ich hatte nicht wirklich eine Wahl. Ich war so jung, als ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben habe. Danach wollte ich nichts anderes mehr. Aber bei allem, was ich in meiner Jugend gemacht habe, ob ich in der Autowaschanlage oder in einem Schuhladen gearbeitet habe, war ich immer glücklich. Ich wäre auch ein guter Arbeiter gewesen. Ich wollte nur nie als Anwalt in einem Büro sitzen.

Sie sind Demokrat, Obama-Unterstützer. Könnten Sie sich später mal selber eine Politiker-Karriere vorstellen?

Bon Jovi: Nein, wirklich nicht. Meine Haut ist nicht dick genug dafür. Ich habe das Gefühl, dass diese Jungs nichts bewirken. Es gibt bessere Möglichkeiten, Menschen Gutes zu tun, als in die Politik zu gehen.

Welche Möglichkeiten zum Beispiel?

Bon Jovi: Wir hatten den schrecklichen Wirbelsturm. Du brauchst Geld, also organisiert du Geld. Als Politiker musst du jedem den Ring küssen, um Mittel zu beschaffen. 50 Prozent der Leute hassen dich schon, bevor du sie überhaupt fragen konntest. Ich besorg’ das Geld selbst.

Hat es Ihr Hab und Gut beim Sturm eigentlich auch erwischt?

Bon Jovi: Wir haben drei Häuser, keines hatte Strom. Sie sind nicht zerstört worden, aber vieles ist kaputt. Ich hatte ein Boot – jetzt nicht mehr. Der Steg ist auch weg. Viele Bäume sind umgestürzt. Und meine Familie wurde evakuiert, sie konnten nirgendwo hin. Sie bekamen zum Glück ein Hotelzimmer, nachdem sie mehrere Tage im Dunkeln verbringen mussten. Ich war in London, bin dann zurückgeflogen und habe meine Familie im Hotel getroffen. Dort sind wir noch ein paar Tage geblieben. Erst dann konnten wir zurück.

Viele sagen, der Sturm „Sandy“ half Obama, die Wahl zu gewinnen. Wie sehen Sie das?

Bon Jovi: Viele haben den Gouverneur von New Jersey kritisiert, weil er als Republikaner Barack ­Obama unterstützt hat. Aber ich finde, er hat einfach gute Arbeit geleistet, hat sich um die Menschen gekümmert. Das hat auch Obama gemacht – das war kein politisches Spiel. Beide haben das Richtige gemacht. Klar gab es positive Medienberichte. Aber das hat die Wahl nicht gedreht, sie war nicht so knapp.

Ihre Tochter war in den Schlagzeilen, weil sie mit Drogen erwischt wurde. War Weihnachten für Sie und Ihre Familie im vergangenen Jahr besonders wichtig?

Bon Jovi: Jedes Weihnachten, das man zusammen feiern kann, ist wichtig.

Interview: Carina Lechner

Am 18. Mai gastieren Bon Jovi im Münchner Olympiastadion. Es gibt noch Karten zu 62,50 Euro, 67,10 Euro (beides Südkurve) und 74 Euro (Arena).

Bon Jovi im Olympiastadion

Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg rockte mit. Er wurde fotografiert, wie er im Auto mit aufgestecktem Blaulicht davonfuhr. © dpa
Auch Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg rockte mit. Er wurde fotografiert, wie er im Auto mit aufgestecktem Blaulicht davonfuhr. © dpa
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © AP
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © dpa
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © dpa
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © dpa
Fast 70.000 Fans haben sich das Konzert von Bon Jovi im Münchner Olympiastadon nicht entgehen lassen. © dpa

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