Jopie Heesters: Große Trauerfeier in München

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Jopie Heesters ist gestorben.

Starnberg - Jopie Heesters ist tot. Im Alter von 108 Jahren ist der Schauspieler am Morgen des Heiligen Abends im Klinikum Starnberg gestorben. Inzwischen ist auch die genaue Todesursache bekannt.

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Johannes Heesters ist an den Folgen eines schweren Schlaganfalls gestorben. Der Grandseigneur der Operette starb an Heiligabend im Alter von 108 Jahren in Starnberg, wie das dortige Klinikum mitteilte. Er sei am Samstag um 10.15 Uhr im Beisein seiner Frau „friedlich verstorben“. Der gebürtige Niederländer hatte mit seiner 45 Jahre jüngeren Ehefrau Simone Rethel-Heesters bis zuletzt am Starnberger See gewohnt.

Die Beerdigung soll am Freitag stattfinden. Heesters wird auf dem Münchner Nordfriedhof beigesetzt. Die Trauerfeier beginnt um 11 Uhr. „Es wird eine große Trauerfeier.“ Ein katholischer Pfarrer aus Heesters' Wohnort Starnberg werde die Predigt halten, sagte der Inhaber des Starnberger Beerdigungsinstituts Zirngibl.

Heesters musste bereits kurz vor seinem Geburtstag am 5. Dezember wegen eines Schwächeanfalls mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Dabei sei ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. Er wollte mindestens 110 Jahre alt werden, hatte der Operettenstar, der als ältester aktiver Schauspieler der Welt galt, danach verkündet.

Heesters' Paraderolle war der leichtlebige Graf Danilo aus Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“. Auch auf der Leinwand war Heesters in zahlreichen Filmen zu sehen wie „Gasparone“, „Hallo Janine“ und „Die Csardasfürstin“.

Jopie Heesters - seine große Karriere

Johannes Heesters war ein Dandy. In den 30er und 40er Jahren lagen ihm die Frauen zu Füßen. Klicken Sie sich durch seine Lebensgeschichte. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Gegen den Kuss einer hübschen Frau hat der gebürtige Niederländer nichts einzuwenden. © dpa
In mühevoller Kleinarbeit werden die alten UFA-Filme von der Friedrich Murnau Stiftung restauriert. Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Filme als Kulturgut zu erhalten. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Die Frauen schmolzen bei diesem Blick dahin. Johannes Heesters war der Frauenschwarm schlechthin. © Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
Am 05. Dezember 1903 erblickte der Entertainer in dem niederländischen Amersfoort das Licht der Welt. © ap 
Johannes Heesters mit Ehefrau Simone Rethel. © ap
Auf seine Zigaretten verzichtet Jopie bis heute nicht. Zwei bis drei am Tag dürfen es schon sein. © ap
Bis heute trifft der Sänger und Schauspieler jeden Ton. © ap
Kleine Abstriche an das Alter musste Johannes Heester trotz allem machen. Er ist fast erblindet und hört schlecht. © dpa
Auf der Bühne fühlt sich der Entertainer zu Hause. © dpa
Im Zirkus Krone gemeinsam mit dem legendären Clown Oleg Popow. © dpa
Damals waren Gentleman noch gefragt. Ein Dandy war dafür bekannt, die Herzen der Frauen mit Leichtigkeit zu erobern. © ap
Als Kaiser Franz Joseph von Österreich. © dpa
Ausstellung mit alten UFA-Filmplakaten. © dpa
Als „Gott“ in „Jedermann“. Eine schwierige Rolle. © dpa
Verzaubert als Franz Joseph nicht nur die „Sisi“. © dpa
Ehren-Bambi: Bis zu seinem Lebensende erhält Jopie Heesters in jedem Jahr einen Ehrenbambi. Die Hubert Burda Media hat ein offizielles Versprechen gegeben. © dpa
Alte UFA-Filme erstrahlen dank digitaler Technik in neuem Glanz. © dpa
Ein Küsschen in Ehren...Johannes Heesters ist nicht abgeneigt. © dpa
Heute kann sich kaum noch ein Zuschauer vorstellen, wie es zur Zeit der schwarz/weiß Filme war. © dpa
Johannes Heesters gemeinsam mit Ehefrau Simone und zwei seiner Ur-Enkel. © dpa
Mit Margarethe Schmitz (l) und Romana Rombach als „Graf von Luxemburg“. © dpa
Die alten UFA-Filme müssen in mühevoller Kleinarbeit restauriert werden. Digital coloriert behalten sie einen wunderschön nostalgischen Charme. “Im weissen Rössl“ lief zuletzt beim SWR. © dpa
Zu Gast bei „Wetten dasss...?!“ © dpa
Mit Inge Meisel: Mit der verstorbenen Schauspielerin verband den Entertainer eine innige Freundschaft. © dpa
Da können sich die „Jungen“ eine Scheibe abschneiden! Johannes Heesters im Fitnessstudio. © dpa
100 Jahre, gerade hatte der Schauspieler ein Comeback mit dem Lied: „Die Kraft meines Lebens!“ © dpa
In Lehárs Operette “Die lustige Witwe„ verzaubert er wieder einmal die Damen-Welt. © dpa
„Die lustige Witwe“ heute sind Operetten größtenteils von Musicals abgelöst worden. © dpa
Die „DPA“ gratuliert Johannes Heesters zum 106. Geburtstag mit einem wunderschönen Strauss Tulpen. © dpa
Bis in die 80er Jahren galt es nicht als anstößig, wenn die Männer in den Filmen Whiskey tranken und die Frauen rauchten. Heute ist das Fernsehn klinischer geworden. © dpa
Liebevoll restauriert: Filmplakate aus der UFA-Zeit. © dpa
Zwei UFA-Legenden unter sich: Johannes Heesters mit Kollege Heinz Rühmann. © dpa
Johannes Heesters hat viele Ehrungen erhalten. © dpa
Johannes Heesters erinnert sich gerne an die Zeit als junger Frauenschwarm zurück. © dpa
Noch immer schmelzen Frauen bei Jopie dahin. © ap
UFA-Stars unter sich. Die glanzvollen Zeiten der alten Filmindustrie sind schon lange dahin. © ap
Ein Gemälde zu Ehren seines Jubiläums. © ap
Auch der ehemalige Ministerpräsident Franz Joseph Strauß gehörte zu Jopies Freunden. © ap
Heesters und seine Frau Simone Rethel-Heesters stehen im Oktober 2011 während der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne. © dpa
Heesters feiert am 5. Dezember 2010 in Alboth's Restaurant im Kaisersaal in Erfurt seinen 107. Geburtstag. © dpa
Heesters feiert am 5. Dezember 2010 in Alboth's Restaurant im Kaisersaal in Erfurt seinen 107. Geburtstag, seine Frau Simone Rethel posiert mit ihm für Fotografen. © dpa
Heesters und seine Frau Simone Rethel-Heesters stehen am 31. Oktober 2011 während der Gala zum 50-jährigen Bestehen der Kleinen Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne. © dpa
Heesters und Eva Probst während einer Theaterprobe "Ein gesegnetes Alter" von Curth Flatow am 22. Mai 1996 in Berlin. © dpa
Der österreichische Sänger und Schauspieler Peter Alexander (M.) steht am 21. Oktober 1970 zwischen seinen Gästen Anneliese Rothenberger und Johannes Heesters. © dpa
Jopie Heesters zeigt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt mit einer Geste, dass seine Stimme noch fit ist. © dpa
Jopie Heesters hält im Dezember 2010 neben seiner Frau Simone Rethel im Kaisersaal in Erfurt den gerade erhaltenen Ehren-Bambi. © dpa
Heesters steht im Dezember 2010 mit seiner Frau Simone Rethel im Kaisersaal in Erfurt. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa
Heesters zeigt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt mit einer Geste seine Kämpfernatur. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa
Heesters singt im Dezember 2010 auf der Bühne im Kaisersaal in Erfurt. Mit einer großen Gala "Jopi - die 107. Revue" wird hier Heesters 107. Geburtstag gefeiert. © dpa

Jopie lebte mit seiner über 45 Jahre jüngeren Frau Simone Rethel am Starnberger See. Auf Geburtstagsfeiern der vergangenen Jahre schmetterte der Grandseigneur der leichten Muse mit noch erstaunlich kräftiger Stimme seine Lieder wie „Ich knüpfte manche zarte Bande“ oder „Man müsste Klavier spielen können“. Auch aufs Rauchen wollte er lange nicht verzichten. Gerade kam ein neuer Kurzfilm mit ihm in der Rolle des Petrus heraus, in Planung war zuletzt die Verfilmung einer Geschichte von Anton Tschechow („Wankas heiliger Abend“) mit Dreharbeiten in Magdeburg, im Harz und in Berlin.

Am 5. Dezember 1903 im niederländischen Amersfoort als Johan Marius Nicolaas Heesters geboren, begann der Künstler seine Bühnenlaufbahn als 17-Jähriger in Amsterdam. Die eigentliche Karriere begann 1935 in Berlin, wo er rasch zum Frauenliebling und unwiderstehlichen Charmeur aufstieg. Das lebensfrohe Lied „Heut geh' ich ins Maxim, da bin ich so intim“, das der Mann mit Frack, Zylinder und dem weißen Schal so oft sang, war ihm auf den Leib geschrieben.

Berühmt wurde unter anderem auch mit Filmen wie „Der Bettelstudent“ (1936) an der Seite von Marika Rökk, „Karneval der Liebe“ (1942) und als Graf Danilo in Franz Lehárs Operette „Die lustige Witwe“ – seine Paraderolle, die er mehr als 1600 Mal spielte. Er wolle spielen, solange es seine Gesundheit zulasse, sagte Heesters oft: „Soll ich zu Hause sitzen und warten, bis man mich holt?“

Wegen seiner Karriere in Nazi-Deutschland war Heesters von den niederländischen Bühnen jahrzehntelang boykottiert worden. Er beteuerte stets, in der NS-Zeit keine politischen Filme gedreht zu haben. Am 16. Februar 2008 hatte Heesters seinen ersten Auftritt nach fast einem halben Jahrhundert in seiner Geburtsstadt Amersfoort.

„Ich hab mein Leben gelebt und bin zufrieden mit meiner Karriere, ich habe mich auch stets bemüht, den Weg meines Lebens gerade zu gehen, auch im Sturm der Zeit“, sagte Heesters rückblickend. Seinen künstlerischen Nachlass hat er der Berliner Akademie der Künste vermacht.

mm/dpa

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