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Neue Details zum Tod von Rosenheim-Cop Joseph Hannesschläger: Hier verbrachte er seine letzten Stunden

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Von: Nina Bautz

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Joseph Hannesschläger verstarb am Montag im Alter 57 Jahren. Im Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder in München verbrachte der Schauspieler seine letzten Stunden.

München - Im grünen Garten plätschert ein Brunnen. Die Zimmer haben einen Balkon. Die Räume sind hell und freundlich eingerichtet, wie in einer Wohnung. In dieser Umgebung im Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder in unmittelbarer Nähe zum Nymphenburger Schloss hat der Schauspieler Joseph Hannesschläger (†57) seine letzten Stunden verbracht.

Der beliebte Rosenheim-Cop-Darsteller ist am Montagmorgen im stationären Hospiz in der Notburgastraße seinem Krebsleiden erlegen. Lange hatte er gegen einen neuroendokrinen Tumor gekämpft. Er hatte noch Pläne, aber am Ende ging es viel zu schnell. Sein Freund, Alt-OB Christian Ude, berichtet, dass Hannesschläger ohne Schmerzen und friedlich eingeschlafen sei.

Todkranken Patienten genau solch einen würdevollen letzten Gang ohne Angst und Schmerzen zu ermöglichen, das ist die Aufgabe von Hospiz-Leiter Gregor Linnemann und seinem Team. In zwölf geräumigen Einzelzimmern mit eigenem Balkon und Bad soll der Sterbende Ruhe finden. Linnemann: „Der Patient kann sich auch selbst dort einrichten und Dinge mitbringen, die ihm etwas bedeuten.“

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Joseph Hannesschläger: Hier verbrachte der Rosenheim-Cop seine letzten Stunden

Auch die Menschen, die ihm wichtig sind, können Tag und Nacht mit dem Patienten zusammen sein – entweder im Patientenzimmer oder in speziellen Appartments. „Der Patient soll sich in der Fremde ein Stück Heimat gestalten. Nur so bekommt er die Würde und die individuelle Betreuung, die wir in höchstem Maße anstreben“, erklärt der Leiter des Johannes-Hospizes. Das ist so in einem Krankenhaus nicht möglich.

Im Schnitt verbringen die Patienten im Johannes-Hospiz etwa drei bis vier Wochen. Um hier bis zum letzten Augenblick leben zu können, müssen bestimmte Symptome vorliegen, sagt Hospiz-Leiter Linnemann. Krebspatienten wie Hannesschläger hätten etwa gemeinsam, „dass der Tumor nicht mehr geheilt werden kann und die Patienten in der Regel Symptome wie Schmerzen, Übelkeit oder Atemnot haben, auf die ständig reagiert werden muss. Diese lindern wir dann.“

Im Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder verbrachte Joseph Hannesschläger seine letzten Stunden.
Im Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder verbrachte Joseph Hannesschläger seine letzten Stunden. © Oliver Bodmer

Sein Kollege Leonhard Wagner, Vorsitzender der zweiten Münchner Einrichtung dieser Art, dem Christophorus-Hospiz mit 16 Betten, fügt hinzu: „Bei uns kommen Betäubungsmittel zum Einsatz. 95 Prozent aller Schmerzen lassen sich nehmen. Sogar Atemnot kann gelindert werden. Fast niemand muss vor dem Tod Schmerzen haben.“ Wenn der Patient beim Sterben ruhig atmet und einen entspannten Gesichtsausdruck hat, bleibt ein gutes Gefühl.

Joseph Hannesschläger: Seine letzten Stunden in der Johannes-Hospiz der Barmherzigen Brüder

Beide Hospiz-Chefs betonen, dass es vorrangig um die letzte Lebenszeit geht, nicht um den Tod. „Wir haben hier schon Geburstage gefeiert – und sogar Hochzeiten. Vielen geht es in dieser letzten Lebensphase gut“, sagt Leonhard Wagner vom Christophorus-Hospiz, das ein neues, ambulantes Zentrum für Palliativbetreuung in München plant.

Gregor Linnemann vom Johannes-Hospiz, in dem Joseph Hannesschläger verstarb, geht es „um die kleinen Dinge, nicht wie im Krankenhaus um Aktionismus. Wenn ein Patient will, dann kann er auch im Garten am Brunnen bleiben, bis der Tod eingetreten ist.“ Die Patienten wünschten sich vor allem Ruhe. „Wir kümmern uns darum, dass der Tod seinen Schrecken verliert.“ Dass Joseph Hannesschläger solche friedlichen letzten Stunden vergönnt waren, dass macht auch seiner Witwe Bettina den Abschied zumindest etwas leichter. 

Joseph Hannesschläger hat seine eigene Trauerfeier noch selbst geplant. Die Trauerfeier am Ostfriedhof findet öffentlich statt.

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Nina Bautz

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