Stand 14 Jahre für „Kontraste“ vor der Kamera

Langjähriger ARD-Moderator gestorben: „Seine Arbeit ist im Gedächtnis des Landes verankert“

Journalist und Berlin-Kenner Jürgen Engert
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Jürgen Engert starb im Alter von 85 Jahren.

Jürgen Engert, einst Chefredakteur des Senders Freies Berlin und viele Jahre Moderator des ARD-Politmagazins „Kontraste“, ist mit 85 Jahren gestorben.

Berlin - Trauer um Jürgen Engert: der Journalist ist im Alter von 85 Jahren verstorben. Nach Angaben des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) starb Engert am Sonntag. Engert, geboren und aufgewachsen in Dresden, galt als kritischer Beobachter der Ost-West-Politik. Da ihm ein Studienplatz in der DDR verwehrt wurde, ging er noch vor dem Mauerbau zuerst nach München, später nach West-Berlin.

Einen Namen machte sich Engert vor seiner Fernseh-Karriere als Chefredakteur der West-Berliner Boulevardzeitung „Der Abend“, die bis Anfang der 1980er Jahre erschien. Von 1984 bis 1998 moderierte Engert das Polit-Magazin „Kontraste“ in der ARD. Er schrieb unter anderem auch das Drehbuch zum Film „Einmal Ku‘damm und zurück“ und das Buch „Mein Gott Berlin“. Von 1987 bis 1998 war er Chefredakteur des Senders Freies Berlin.

Jürgen Engert gestorben: er „gehörte zu den prägenden Fernsehjournalisten der Bundesrepublik“

Als 1999 das ARD-Hauptstadtstudio in Berlin eröffnete, war Jürgen Engert der Gründungsdirektor, er etablierte das Studio in den Folgejahren als Instanz der politischen Berichterstattung in der Hauptstadt. 2001 verabschiedete er sich in den Ruhestand.

„Jürgen Engert gehörte zu den prägenden Fernsehjournalisten der Bundesrepublik. Seine Arbeit bei ‚Kontraste‘ und vor allem seine Beiträge rund um den Mauerfall und zur Wiedervereinigung Deutschlands sind im Gedächtnis des Landes verankert“, sagte rbb-Intendantin Patricia Schlesinger.

Jürgen Engert im Alter von 85 Jahren gestorben

„Seine journalistische Arbeit ging Hand in Hand mit seinem redaktionellen Gestaltungswillen und seinen Fähigkeiten als Teamspieler. Von seiner Arbeit etwa im ARD-Hauptstadtstudio profitieren wir bis heute. Wir sind sehr traurig, dass er gegangen ist, unsere Gedanken und unser Mitgefühl sind bei seiner Frau und seiner Familie.“

Er selbst habe sich nie wichtiger genommen als die Themen, über die er berichtete, so Schlesinger. „Sein kritisches Bewusstsein und seine klaren Analysen war uns oft Vorbild und bleiben uns Ansporn.“ Ein weiterer Schock für die TV-Welt war der Tod von Moderator Axel Ruth, der gerade einmal im Alter von 43 Jahren gestorben ist. (dpa/jsch)

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