Deutsche Pop- und Schlagersängerin

Juliane Werding: Leben und Karriere der Sängerin

Sängerin Juliane Werding anlässlich eines Konzerts in Leipzig
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Die Sängerin Juliane Werding

Juliane Werding wurde mit dem Song „Am Tag, als Conny Kramer starb“ über Nacht zum gefeierten Star in der Schlagerbranche. Heute blickt die gebürtige Essenerin auf einen abwechslungsreichen Werdegang auch jenseits des Künstlers-Daseins zurück.

  • Juliane Werding wurde 1972 mit der Coverversion „Am Tag, als Conny Kramer starb“ zum gefeierten Star in der Schlagerszene.
  • Über 30 Jahre lang stürmte sie mit Liedern wie „Wenn du denkst“, „Das Würfelspiel“ oder „Stimmen im Wind“ immer wieder die Charts.
  • Heute lebt die Sängerin in Starnberg und arbeitet in einer Praxisgemeinschaft als Heilpraktikerin.

Starnberg – Die deutsche Pop- und Schlagersängerin Juliane Werding ist bereits seit den 1970er Jahren eine feste Größe im Schlagerbusiness. Seit ihrem Erfolgshit „Am Tag, als Conny Kramer starb“ hat sich viel getan. Die gebürtige Essenerin blickt auf eine ganze Reihe facettenreicher Projekte zurück, die sich auch fernab von ihrer Karriere als Sängerin bewegten. Unter anderem hat sie auch eine Ausbildung zur PR-Frau und zur Heilpraktikerin absolviert. Inzwischen hat sie sich aus dem Showgeschäft zurückgezogen und lebt in Starnberg.

Juliane Werding – Bereits als Teenager zum Schlagerstar

Juliane Werding wurde am 19. Juli 1956 in Essen geboren.

In ihrer Heimatstadt besuchte sie ab 1963 die Grundschule und ab 1967 das katholische Gymnasium B.M.V.-Schule Essen. Schon als Teenager zog es die Sängerin ins Rampenlicht. Mit 14 Jahren nahm sie bereits ihr erstes Demoband auf und schickte es an die Fernsehsendung „Talentschuppen“ im Südwestfunk, wo sie im Folgejahr ihren ersten Auftritt mit dem Lied „Das Schilf“ hatte. Das Besondere: Noch vor der Sendung hatte sie ihren ersten Plattenvertrag in der Tasche.

Ein Jahr später erlebte Juliane Werding im Frühjahr 1972 mit dem Song „Am Tag, als Conny Kramer starb“ ihren großen Durchbruch. Dabei handelte es sich um eine inhaltlich bearbeitete deutsche Coverversion von „The Night They Drove Old Dixie Down“ von „The Band“ aus dem Jahr 1969. Werdings Version kletterte auf Anhieb auf Platz eins der deutschen Charts und konnte sich noch 14 weitere Wochen in den Top Ten halten. Insgesamt hat sich der Titel über eine Million Mal verkauft. Auch das dazugehörige Album „In tiefer Trauer“ ging 100.000 Mal über den Ladentisch. Die Bilanz von 1972: Werding erhielt den goldenen Bravo Otto als beliebteste Sängerin des Jahres und wurde außerdem mit der Goldenen Europa ausgezeichnet.

Juliane Werding – Stimmungsvoll durch die 70er, gefühlvoll durch die 80er

In den knapp vier Jahrzehnten ihrer Erfolgskarriere hat Juliane Werding immer wieder einen leichten Imagewechsel vollzogen. In den 1970ern hatten ihre Lieder noch eine lockerflockige Diktion. 1975 landete sie mit der Single „Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur, du denkst“ (geschrieben von Gunter Gabriel) einen stimmungsvollen Erfolgshit. Die gleichnamige Platte wurde mit dem Bravo Otto und dem Silbernen Löwen von RTL ausgezeichnet.

In den 1980er Jahren mischten sich zunehmend melancholische, sinnliche und gefühlsbetonte Klänge in ihre Hits. Mit ihrem Song „Nacht voll Schatten“ – eine Coverversion von Mike Oldfields „Moonlight Shadow“ landete sie erneut einen großen Hit und kam auch in den Benelux-Staaten wie „Geh nicht in die Stadt“ oder „Sonne auf der Haut“ an. Ihr achtes Album „Ohne Angst“ erhielt die Goldene Stimmgabel und das neunte Album mit dem Titel „Sehnsucht ist unheilbar“ – das auch den Hit „Stimmen im Wind“ verzeichnete – hielt sich ein ganzes Jahr in den Charts und wurde sowohl mit Platin als auch Triple-Gold ausgezeichnet. Die gleichnamige Single und der Song „Das Würfelspiel“ gelangten unter die Top 30. Auch die beiden Nachfolge-Alben „Jenseits der Nacht“ (1987) und „Tarot“ (1988) wurden mit Gold ausgezeichnet.

Juliane Werding – Spirituelle Anklänge ab den 90ern

In den 1990er Jahren kam immer mehr auch Werdings spirituelle Seite in ihren Songs zum Erklingen. Das zwölfte Album „Zeit für Engel“ (1990) erreichte Gold-Status und auch da Nachfolge-Album „Zeit nach Avalon zu geh’n“ kletterte in die Charts und Werding erhielt erneut die Goldene Stimmgabel. Für ihr Album „Land der langsamen Zeit“ (1997) erhielt sie nicht nur eine ECHO-Nominierung, sondern ihre fünfte Goldene Stimmgabel. Und mit dem Titel „Weißt Du, wer ich bin?“, in welchem Werding über Reinkarnation singt, gewann sie sogar die ZDF-Hitparade.

Noch bis Ende der 2000er war Juliane Werding mit weiteren Alben wie „Sehnsucher“ (2006) mit ihrer Band auf Tour. Sogar ihr letztes Album „Ruhe vor dem Sturm“ stieg im Januar 2008 als höchster Neueinsteiger in die deutschen Albumcharts ein – ihre bislang erfolgreichste Chartplatzierung seit 18 Jahren. Trotz ihres stetig anhaltenden Erfolges kehrte Juliane Werding 2009 dem Showgeschäft endgültig den Rücken.

Juliane Werding – Ihre Studioalben in der Übersicht

Über 30 Jahre lang hat Juliane Werding in regelmäßigen Abständen immer wieder Alben auf den Markt gebracht.

  • 1972: In tiefer Trauer (Juliane Werding)
  • 1973: Mein Name ist Juliane
  • 1975: Wenn du denkst, du denkst, dann denkst du nur du denkst
  • 1977: Oh Mann, oh Mann
  • 1978: … ein Schritt weiter
  • 1980: Traumland (auch bekannt als: Auf dem Weg zu meinem Ich – Wiederveröffentlichung 1988)
  • 1984: Ohne Angst
  • 1986: Sehnsucht ist unheilbar
  • 1987: Jenseits der Nacht
  • 1988: Tarot
  • 1990: Zeit für Engel
  • 1991: Zeit nach Avalon zu geh’n
  • 1992: Sie weiß was sie will
  • 1994: Du schaffst es!
  • 1995: Alles okay?
  • 1997: Land der langsamen Zeit
  • 1998: Sie
  • 2001: Es gibt kein zurück
  • 2004: Die Welt danach
  • 2006: Sehnsucher
  • 2008: Ruhe vor dem Sturm

Juliane Werding – Buchautorin

Ihre Lebensansichten und -erfahrungen hat Werding nicht nur in ihren Songtexten verarbeitet, sondern auch in schriftlicher Buchform festgehalten, so zum Beispiel:

  • 1991: Mit ganzer Kraft gesund
  • 2001: Sagen Sie mal, Herr Jesus…
  • 2006: Sehnsucher. 7 Wege, mit der Sehnsucht zu leben
  • 2007: Huren, Heuchler, Heilige – Interviews mit Menschen der Bibel

Juliane Werding – Ausflüge in die Schauspielerei

Neben ihrer Liebe zur Musik kam auch ihr schauspielerisches Talent nicht zur kurz. 1979 hatte sie ihren ersten Auftritt in dem Film „Palermo oder Wolfsburg“ unter der Regie von Werner Schroeter. Doch erst im Jahr 2000 stellte sie sich auch dieser Herausforderung neu und absolvierte einen Schauspielkurs. Ihre erste Bühnenrolle hatte sie im Stück „Die Vagina-Monologe“ der amerikanischen Dramatikerin Eve Ensler. Die Inszenierung war im Münchner Metropol-Theater zu sehen.

Juliane Werding – Showbusiness vs. „richtiges Leben“

Mit über 20 Millionen verkauften Platten gilt Juliane Werding heute als eine der erfolgreichsten deutschen Sängerinnen. Dennoch wehrte sie sich immer wieder gegen die Etikettierung einer Heilen-Welt-Schlagersängerin. Zwar kommen ab den 1980er Jahren auch zunehmend ernste Themen in ihren Liedern vor, dennoch wagte sie auch den „Start in ein richtiges“ Leben, wie in der Vita von ihrer Homepage zu lesen ist. So absolvierte sie parallel zu ihrer Künstlerkarriere auch Ausbildungen: Zunächst zur PR-Frau und 1987 dann zur Heilpraktikerin. Die Arbeit am Menschen ist bis heute ein wichtiger Teil ihres Lebens. Seit sie 2009 ihre Künstlerkarriere an den Nagel gehängt hatte, ist sie bis heute noch als Homöopathin in einer Praxis bei Starnberg tätig.

Juliane Werding privat: Kinder, Familie, Ehemann

Juliane Werding hat zwei Kinder. Im Sommer 1987 wurde ihr Sohn Gabriel Werding geboren, zwei Jahre später erblickte ihre Tochter Charis Maria das Licht der Welt. Ab 2001 war sie mit dem Theologen Uwe Birnstein liiert, den sie auch später heiratete. Seit 2012 sind die beiden jedoch wieder geschieden.

Heute wohnt Werding in Starnberg, wo sie nach wie vor als Heilpraktikerin arbeitet. In den sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram ist die Sängerin nicht vertreten. Es gibt aber ein Fanpage, die regelmäßig über News zu Juliane Werding informiert.

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