Sie wird unvergessen bleiben

„Eine der großen deutschen Schauspielerinnen“ gestorben - Schauspiel-Kollegen und Journalisten nehmen Anteil

Jutta Lampe wird unvergessen bleiben: Als Schauspielerin der Schaubühne Berlin und aus den Filmen von Margarethe von Trotta. Die Theaterwelt verabschiedet sich.

  • Die Schauspielerin Jutta Lampe ist am Donnerstag gestorben.
  • Die 82-Jährige hat eine große Schauspiel-Karriere hinter sich.
  • Die Theaterwelt nimmt Abschied.

Update vom 10. Dezember, 10.55 Uhr: Die Trauer um die deutsche Schauspielerin Jutta Lampe ist groß. Mit 82 Jahren ist sie in Berlin in der Nacht zum 3. Dezember verstorben (siehe Erstmeldung vom 4. Dezember). Sie war ein festes Ensemblemitglied des renommierten Theaterhauses Berliner Schaubühne und sorgte mit ihrem Talent für phänomenale Kritiken. Ihr Tod bewegt deshalb weiterhin viele Theater-Fans und Kollegen. Diese teilen ihre Nachrufe in den sozialen Medien. „Jutta Lampe ist tot. Ich habe sie verehrt. Was für eine tolle Schauspielerin!“, twitterte beispielsweise ARD-Journalist Richard Schneider.

„Eine ganz Große ihres Fachs“ und „Jutta Lampe bleibt unvergessen“ bedauerten auch ihre Fans auf Twitter den Tod der Schauspielerin. Emotional verabschiedet sich ihre Schauspiel-Kollegin Mavie Hörbiger, die zum Ensemble des Wiener Burgtheaters gehört: „Ach, Jutta Lampe. ‚Ich fühlte mich nie als gebrochener Mensch‘“, zitierte sie die Verstorbene und weiter: „Wir werden dich vermissen.

Trauer um „eine der großen deutschen Schauspielerinnen“ - Auch Bundesministerin trauert

Erstmeldung vom 4. Dezember 2020: Berlin - Eine Sprecherin der Berliner Schaubühne bestätigte die traurige Nachricht: Jutta Lampe ist tot. Sie starb in der Nacht zum 3. Dezember im Alter von 82 Jahren. In Berlin verbrachte sie den Großteil ihres Lebens. Als festes Ensemblemitglied der Berliner Schaubühne verzauberte sie die Zuschauer durch drei Jahrzehnte hindurch. Ob als Solveig in „Peer Gynt“, Ophelia in „Hamlet“ oder als Alkmene in Kleists „Amphitryon“: Die Schaubühne prägte Jutta Lampe, aber Jutta Lampe prägte eben auch die Schaubühne.

Eine große Künstlerin hat uns verlassen“, schreibt dazu das renommierte Theaterhaus, „Wer Jutta Lampe einmal gehört hat, wird ihre Sprachmelodie nicht vergessen, die gedankliche Schärfe, mit der sie Texte zum Leben erweckte.“ Besonders ihre Grazie und Anmut aber auch ihre kämpferische, wandlungfähige Energie gaben Jutta Lampe ihren charakteristischen Stil, ihre Tiefe. Neben zahlreichen Schauspiel-Preisen erhielt sie dafür das Bundesverdienstkreuz. Die Akademie der Künste verlieh Lampe außerdem 2010 den Joana-Maria-Gorvin-Preis. Die Jury urteilte damals, Lampe sei eine „Schauspielerin von Rang im deutschen Sprachraum“. Ihre Schauspielkunst zeichne sich durch virtuose Rollengestaltung, große Wandlungsfähigkeit und eine spielerische Energie aus.

Unvergessen in Theater und Film: Jutta Lampe, „eine der großen deutschen Schauspielerinnen“

Nur selten war diese spielerische Energie auch auf der Leinwand zu sehen. Tauschte Lampe doch mal die Theaterbühne gegen das Filmset, waren es meist die Filme von Margarethe von Trotta. Hier wurde Jutta Lampe auch einem breiteren Publikum bekannt. Im Drama „Die bleierne Zeit“ etwa verkörperte sie die Schwester einer RAF-Terroristin. Im Zusammenspiel mit Barbara Sukowa beleuchtete Lampe hier die Abgründe des Terrors, ebenso wie die menschlichen Schicksale der Handelnden. Für den Film gewann Regisseurin Margarethe von Trotta 1981 als erste Frau einen goldenen Löwen in Venedig.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte Lampe laut dpa als „eine der großen deutschen Schauspielerinnen“. „Im großartigen Ensemble der Schaubühne war sie eine der Größten“, teilte Grütters mit. Sie selbst habe es wegen Lampes unvergleichlicher Sprechkultur schon als Studentin von weither nach Berlin gezogen. „Sie hat mir unvergessliche Theatermomente beschert.“

Jutta Lampe wird hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben. Die deutsche Theater- und Filmwelt verabschiedet sich von einer einzigartigen Persönlichkeit, einer prägende Theater-Schauspielerin und einem unvergessenen Gesicht des deutschen Autorenkinos. (vs/dpa)

Rubriklistenbild: © United Archives / kpa Publicity via www.imago-images.de

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare