Schauspielerin klagt gegen Bank

Jutta Speidel: "Darum investierte ich ins Riesenrad"

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Jutta Speidel steckte 20.000 Euro in den "Singapore Flyer" (rechts). Nun klagt sie gegen die HypoVereinsbank.

München - Die Schauspielerin Jutta Speidel kämpft um 20.000 Euro vor Gericht. Sie fühlt sich von ihrer Hausbank bei der Investition in das Riesenrad "Singapore Flyer" falsch beraten.

Sie ist wütend. Auf die Bank, auf den zähen Prozess, auf die ganze Pleite mit dem einst so spektakulären Singapore Flyer. Schauspielerin Jutta Speidel investierte vor neun Jahren 20.000 Euro in das gigantische Riesenrad in der asiatischen Metropole.

Jetzt ist klar: „Das Ding schrammt am Konkurs“, so Speidel. Statt Rendite gibt’s nur Riesenärger. Das Geld ist futsch.

Aber Speidel gibt nicht auf: Mit einer Sammelklage zieht sie vor Gericht. Ihre Hausbank, die HypoVereinsbank, habe ihr 2005 den bombensicheren Tipp mit dem Riesenrad gegeben. Die Anlageberater versprachen eine zweistellige Rendite. „Die Prognosen waren damals auch sehr gut“, erklärt die Schauspielerin am Telefon der tz. Es habe keinen Grund gegeben, daran zu zweifeln.

Rendite sollte Teil der Altersvorsorge sein

Doch noch ein Grund ließ die sonst so energische Schauspielerin leichtsinnig werden: „Ich liebe halt Riesenräder. In dieser Hinsicht bin ich ein Zirkusclown“, gesteht Speidel. Von der romantischen Vorstellung geleitet, unterschrieb sie.

Die Rendite sollte ein Teil ihrer Altersvorsorge sein. Als Schauspielerin verdiene ich manchmal weniger, manchmal mehr“, sagt sie am Montag im Gerichtsaal im Münchner Justizpalast.

Dort stellt sie die Großbank an den Pranger. „Mir wurde klipp und klar gesagt, das wird ein Erfolg.“ Anwältin Katja Fohrer gibt ihr Rückendeckung. Zur Bild sagte sie: „Die HVB hätte die Anleger auf die Risiken hinweisen müssen und die Beteiligung nicht als sichere Anlage verkaufen dürfen.“

300 Anleger aus ganz Deutschland haben investiert 

Doch die Versuchung war zu groß: Die Bänker schwärmen von einer Attraktion in einer boomenden Metropole, ähnlich wie in London – Speidel konnte sich das gut vorstellen. Und nicht nur sie: 300 Anleger aus ganz Deutschland haben in das zweitgrößte Riesenrad der Welt investiert.

Manche weit mehr als Jutta Speidel. „Also im Vergleich zu dem, was andere verloren haben, sind meine 20.000 Euro ja noch Peanuts“, sagt sie. Für sie trotzdem sehr viel Geld.

Genau aus dem Grund sei sie auch in Finanzdingen kein Jongleur. „Ich bin eigentlich viel zu konservativ“, so Speidel. Und sie habe ihren Berater einfach vertraut. Einer davon trat am Montag in den Zeugenstand.

Laut Bild-Zeitung habe er Jutta Speidel durchaus auf einen Totalverlust aufmerksam gemacht. „Sie hat sogar einen zusätzlichen Risikohinweis unterschrieben“, so der Mitarbeiter. Die Aussicht, wenigstens einen kleinen Erfolg zu erziehlen, seien übrigens nicht so schlecht, so Speidel.

In Frankfurt und Köln gibt es bereits Gerichtsurteile, „die positiv ausgegangen sind“. In München soll das Urteil erst im kommenden Januar fallen.

MZ

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