Moderator und Entertainer

Karl Moik: Karriere und Privatleben des österreichischen Fernsehmoderators

Karl Moik wird 75
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Karl Moik war bekannt als Moderator des Musikantenstadls

Eigentlich hatte Karl Moik eine Lehre zum Werkzeugmacher absolviert. Doch seine Leidenschaft zur Musik überwog. Schließlich avancierte er zur Kultfigur in der Welt der volkstümlichen Musik. Alle Infos über Karriere und Privatleben des Moderators.

  • Karl Moik startete seine Karriere als Moderator in den 1970er Jahren beim ORF.
  • Ab den 1980er Jahren war er das Aushängeschild der Musiksendung Musikantenstadl.
  • Doch der Entertainer sorgte nicht immer für gute Stimmung und stand auch wegen polarisierenden Äußerungen immer wieder mal in der Kritik.

Salzburg – Der österreichische Fernsehmoderator und Entertainer Karl Moik (†76) war bereits seit den 1970er Jahren eine feste Größe in der Welt der volkstümlichen Musik. Vor allem beim Musikantenstadl sorgte er für Unterhaltung und Spaß bei einem Millionenpublikum. Der Moderator war auch selbst immer wieder als Sänger aktiv und trat vor allem in seinen letzten Lebensjahren verstärkt als Schauspieler in die Öffentlichkeit. Er starb 2015 im Alter von 76 Jahren in einem Salzburger Krankenhaus an Nierenversagen.

Karl Moik – Vom Werkzeugmacher zum Fernseh-Moderator

Karl Moik erblickte am 19. Juni 1938 im österreichischen Linz das Licht der Welt.

Er wuchs in Hallein bei Salzburg als Kind einer alleinerziehenden Mutter auf. Seinen leiblichen Vater lernte Moik erst im Alter von fünf Jahren kennen. Nach der Schule absolvierte er zunächst eine Lehre als Werkzeugmacher. Obwohl seiner Begeisterung für Technik und neue Technologien (wie beispielsweise Fernsehantennen oder Satellitenschüsseln) ein Leben lang anhielt, zeigte sich auch schon früh sein Talent als Entertainer. Schon bei seinen Mitschülern galt er als Spaßmacher und griff hierzu auch gern zu Klavier und Akkordeon.

Ab 1970 entschied er sich dazu, sein Talent zu professionalisieren und absolvierte eine Sprechausbildung im Salzburger Mozarteum. Neben seinem Broterwerb als Werkzeugmacher war er bereits mit dem Jazz-Trio Jolly Austrians auf Tour und versuchte sich auch als Interpret volkstümlicher Musik. Ab 1973 folgte schließlich der Durchbruch als Moderator. Er führte für den ORF-Oberösterreich im Rundfunk durch die Sendung „Volkstümliche Hitparade“, die beim Publikum großen Anklang fand.

Karl Moik – Sein großer Erfolg mit dem Musikantenstadl

Mitte der 1970er Jahre waren die ARD und der ORF dabei, eine neue Musiksendung zu konzipieren. Das Format sollte eine Mischung aus Smalltalk und volkstümlicher Musik sein. Der legendäre Musikantenstadl wurde geboren. Die Moderation wurde Karl Moik überantwortet. Das Format ging ab 1981 in Österreich und zwei Jahre später auch in Deutschland auf Sendung. Schließlich klinkte sich auch das Schweizer Fernsehen ein und sorgte dafür, dass der Musikantenstadl zur Hauptsendezeit ausgestrahlt wurde. Doch nicht nur Karl Moik, sondern auch seine Einlagen als „lustiger Hias“ erreichten beim Publikum bis 1991 zehn Jahre lang Kult-Status. Es folgten auch Auslands-Specials in Südafrika und China und sogar eine Tournee im deutschsprachigen Raum jenseits der Fernsehkameras.

2000 lud Karl Moik sogar Comedian Stefan Raab in seinen Musikantenstadl ein, der mit seinem Schunkel-Hit „Der Karl, der Karl, der Moik Moik Moik“ eine musikalische Parodie auf den österreichischen Fernsehmoderator ablieferte.

Obwohl seine Haupttätigkeit auf dem Gebiet der Moderation lag, scheute der Österreicher nicht davor zurück, in seiner Sendung auch selbst immer wieder einige Lieder zum Besten zu geben. Zu seinen bekanntesten Schlagern zählen:

  • Ja heute woll’n wir feiern
  • Jeden Tag, da brauch i di a bisserl mehr
  • Das Zipferl vom Glück
  • Es dreht sich alles nur um’s Geld
  • Servus, pfüat Gott und auf Wiedersehen

Im Juni 2005 beendeten die ARD und der ORF nach 24 Jahren die Zusammenarbeit mit dem Urgestein der volkstümlichen Musik. Seine Nachfolge trat ein Jahr später der österreichische Schlagersänger Andy Borg an.

Karl Moik – Weitere Verdienste im TV

Doch Karl Moik war nicht nur fest mit dem Musikantenstadl verbunden. So moderierte er bis 1999 auch die österreichische Vorentscheidung zum Grand Prix der Volksmusik. Bis 2005 stand er noch für den Silvesterstadl vor der Kamera. Im Sommer 2006 führte er im ORF-Radio Salzburg durch das Reisemagazin „Rund um die Welt“. Moik galt auch als Förderer aufstrebender Künstler, wie dem jungen Stefan Mross, den er auf einer Hochzeit entdeckt hatte. Mross hatte im Juli 1989 mit dem Titel „Heimwehmelodie“ den Grand Prix der Volksmusik für Österreich gewonnen. Ein emotionaler Fernsehmoment, der nicht nur Karl Moik vor laufenden Fernsehkameras zum Weinen brachte, sondern auch TV-Geschichte schrieb.

Auch für seine Verdienste um die Kultur erhielt der gebürtige Linzer immer wieder Preise und Auszeichnungen, darunter

  • 2003: Großes Goldenes Ehrenzeichen der Stadt Linz
  • 2004: Krone der Volksmusik
  • 2007: Krone der Volksmusik

Karl Moik – Der Moderator wird Schauspieler

In seinen letzten Lebensjahren wechselte Moik verstärkt das Metier vom Moderator zum Schauspieler. Bereits im Jahr 2000 hatte er sein Fernsehdebüt als Gerichtsmediziner im Tatort. Acht Jahre später übernahm er die Rolle des Bürgermeisters in der Musikkomödie „Das Musikhotel am Wolfgangsee“. Für die „Bastei-Collection“ stand er ab Sommer 2008 für insgesamt sechs Spielfilme vor der Kamera. Als Vorlage dienten Romaneditionen des Baste-Lübbe-Verlages.

Karl Moik – Polarisierende Aussagen vom Vater des „Musikantenstadls“

Doch nicht immer traf der Stimmungsmacher mit seinem Humor auch den Nerv des Publikums. 2004 hatte eine Aussage nach einem von Patrick Lindner auf Italienisch gesungenem Lied für Empörung gesorgt, als der die Italiener als „Spaghetti-Fresser“ bezeichnete. Später erklärte Moik, er habe unter der Wirkung von Narkotika gestanden und sei deswegen nicht Herr seiner Sinne gewesen. Der Entertainer hatte bereits im Vorfeld mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Ihm wurden nach einem Herzinfarkt drei aortocoronare Bypässe angelegt.

Zwei Jahre später sorgte der Moderator bei einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt für Empörung bei stalinistischen Verfolgten. Er hatte Vergleiche zwischen sich und Stalin angestellt und Parallelen gezogen, dass beide in der Schule nicht die Besten gewesen wären und „sich mit harter Arbeit durch viele Intrigen durchkämpfen“ hätten müssen.

Karl Moik privat: Familie, Kinder, Krankheiten, Todesursache, Grab

Karl Moik heiratete 1964 die Kärntnerin Edith. Er war bis zu seinem Tod mit seiner Frau verheiratet. Beide bekamen zwei Kinder – Sohn Wolfgang und Tochter Evelyn. Der Moderator hatte zeitlebens immer wieder mit gesundheitlichen Herausforderungen zu kämpfen. Unter anderem war er Diabetiker und setzte sich verstärkt auch für die Stiftung „Chance bei Diabetes“ als Botschafter für Lebensstil-Änderungen bei Typ-2-Diabetikern ein.

Im Dezember 2005 erlitt er während der fast fünfstündigen Live-Sendung des Silvesterstadls eine Durchblutungsstörung des Gehirns. Karl Moik klagte unter Erschöpfungserscheinungen, die zu einem Schwächeanfall führten. Im Anschluss an die Sendung wurde der damals 67-Jährige am 1. Januar 2006 in die neurologische Intensivstation des LKH Klagenfurts gebracht. Neun Tage später konnte er die Klinik wieder verlassen.

Zuletzt war Karl Moik wegen Nierenproblemen in einem Salzburger Krankenhaus in Behandlung. Dort starb er schließlich auch am 26. März 2015 im Alter von 76 Jahren. Die Beerdigung fand bereits zwei Tage nach seinem Tod auf dem Friedhof Oberalm in der Nähe von Salzburg statt. Der Sarg wurde zu den Klängen von „Sentimental Journey“ zu Grab getragen.

Weitere Einblicke in sein Privatleben liefert Karl Moik in seiner Autobiografie „Ich habe nichts geschenkt bekommen“, die 1997 erschienen ist. Darin entführt er die Leser in die Welt des Showbusiness und berichtet von Begegnungen mit namhaften Persönlichkeiten wie Heinz Rühmann, Caterina Valente oder Nelson Mandela. Außerdem gibt er darin auch seine persönlichen Gedanken und Ansichten zu Themen wie Sterbehilfe, Kirche und Politik preis.

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