Klaus Kreuzeder nach Aus als Saxophonist

"Ich gebe niemals auf"

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Klaus Kreuzeder steht auch in Zukunft auf der Bühne: mit Lesungen und DVD-Ausschnitten

München - Glück gehabt! So heißt der Titel seiner ersten Autobiografie (Langen Müller-Verlag, 2010) – und „das ist mein Lebensmotto“, sagt der Münchner Saxophonist Klaus Kreuzeder der tz.

Der 62-Jährige sieht das auch jetzt noch so, obwohl er seine langjährige musikalische Karriere beenden muss. „Schweren Herzens, natürlich. Das beschließt man ja nicht von einem auf den anderen Tag. Aber wegen der Auswirkungen zweier sehr schwerer Erkrankungen ist meine Atemmuskulatur kolossal geschwächt. Ich sehe mich nicht mehr in der Lage, auf dem Niveau zu musizieren, wie man es von mir erwarten könnte“, so der gebürtige Forchheimer. Der Musiker erkrankte mit eineinhalb Jahren an Kinderlähmung und sitzt seitdem im Rollstuhl.

Doch Kreuzeder ist willensstark. Das sei im Übrigen eine Eigenschaft, die „oft auf Polio-Patienten zutrifft“, erklärt er im tz-Gespräch. „Sicher, der Abschied vom aktiven Musizieren ist selbstredend ein harter Akt“, beschreibt Kreuzeder seine aktuelle Gefühlslage und fährt fort: „Aber mein ganzes Leben hat mir immer wieder gezeigt, dass es besser ist, unverrückbare Dinge sehr zügig zu akzeptieren, als sich zeitlebens mit Unabwendbarem zu kasteien. Das tue ich auch jetzt!“

Kreuz­eder hat die große Gabe, in jeder Lebenssituation das Positive zu sehen: „Wissen Sie, für einen Behinderten ist Musiker der optimale Job, weil man nie alleine unterwegs ist.“ Das ist einer seiner Sätze. Und so weiß er freilich auch jetzt, wie es weitergeht: Er wird in Zukunft als Autor, Fachreferent und Förderer junger Musiker und Musikerinnen tätig sein. „Ich gebe niemals auf!“

Kreuzeder schreibt derzeit an seiner neuen Biographie Aus dem Leben des Münchner Saxophonisten, die im April 2014 erscheinen soll. Der Untertitel des Werkes lautet: Exzessives Handbuch eines Mutmachers – treffender könnte der Titel wohl nicht sein.

Ein Buch, das interessante Geschichten aus Kreuzeders vergangenem Leben, Gedanken zur Gegenwart und Zukunft beinhaltet. Der Mann hat schließlich auch viel zu erzählen: Klaus Kreuzeder zählt seit langer Zeit zu den renommiertesten Sopran-Saxophonisten Deutschlands und hat sich in fast 40 Jahren als Profimusiker auch weit über die Grenzen Europas einen klangvollen Namen erspielt.

Er war langjähriger erster Vorsitzender der Münchner Jazzmusiker Initiative. Neben seinen vielen eigenen Projekten glänzte der Münchner als Gast bei Weltstars wie Stevie Wonder, Sting, Gianna Nannini oder Bill Withers. Auch deutsche Größen wie Konstantin Wecker und Udo Lindenberg, mit dem er eng befreundet ist, schätzen sein solistisches Können jenseits aller Stilrichtungen und seinen unverwechselbaren Ton.

Am Karfreitag erzählt Kreuzeder erstmals von seinem neuen Leben und liest aus seinen Werken in der Münchner Jazzbar Vogler (Rumfordstr. 17) vor. Sein Freund, der Münchner Schriftsteller Joseph von Westfalen wird ihn auf der Bühne begleiten. Beginn ist um 20 Uhr.

Tina Layes

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