Semino Rossi: "Einen Rock-Song wird es nie geben"

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Am 18. März in der Olympiahalle: Semino Rossi

München - Mit 500.000 Konzertbesuchern ist Semino Rossi einer der erfolgreichsten Live-Künstler. Am 18. März 2013 können die Münchner den Argentinier in der Olympiahalle erleben.

Herr Rossi, welche Bedeutung hat Romantik außerhalb der Musik für Sie?
Ich bin gerne ein Romantiker. Es ist ein Lebensstil, Romantiker zu sein.

Wo liegt in Ihren Augen die Grenze zwischen Kitsch und Romantik?
Es ist alles davon abhängig, mit welchen Augen du die Sache siehst, und die Sicht muss jeder Mensch für sich entscheiden. Was für den einen Romantik ist, ist für den anderen Kitsch und umgekehrt. Aber das entscheidet jeder selbst.

Können Sie etwas für sich und für Ihre Musik aus den drei Romantik-Epochen des 19. Jahrhunderts, der Frühromantik, Hochromantik und Spätromantik, etwas herausziehen?
Mit den literarischen Strömungen kenne ich mich nicht so aus.

Mit welcher Musik sind Sie aufgewachsen?
Mit den Beatles und vielen Künstlern aus Südamerika wie Palito Ortega, SANDRO und natürlich Julio Igelsias, Demis Roussos sowie Elvis Presley.

Es gab ja schon mal einen Schritt in die Pop-Richtung, zumindest in Dingen der Zusammenarbeit (Dieter Bohlen). Wann hören wir denn mal einen Rock-Song von Semino Rossi? Wird das passieren?
(lacht) Ich glaube, einen Rock-Song von Semino Rossi wird es nie geben, das bin ich nicht. Ich kann mir schon vorstellen, etwas Poppiges zu singen, aber meine Stimme ist für Rock nicht geeignet.

Sie waren 20 Jahre als Straßenmusiker unterwegs. Eine harte Schule. Was nehmen Sie aus dieser Zeit immer wieder aufs Neue mit für Ihr heutiges Leben?
Diese harte Schule hat mich bewusst und dankbar gemacht, das Heute zu genießen wenn ich vor tausenden Menschen singen darf. Wenn ich auf einer großen Bühne bin, denke ich immer an die Zeit, in der mich manchmal nur 10 Leute singen gehört haben.

Und was war in dieser Zeit besonders prägend?
Die Ungewissheit, was „morgen“ kommen mag!

Erinnern Sie sich noch an das erste Autogramm, das Sie gegeben haben?
Ja, natürlich. Das war eine Dame, die an mein Postfach geschrieben hat. Ich habe ihr persönlich in einem Brief geantwortet und mich bedankt.

Wie behalten Sie sich bei dem vielen Ruhm die Bodenständigkeit?
Durch meine Familie und das tägliche Leben.

Roland Kaiser hat kürzlich in einem "Tatort" mitgespielt. Wäre das auch etwas für Sie?
Das kann ich mir schon vorstellen. Aber bitte keine Leiche... (lacht) Ob die Leute mein Deutsch verstehen würden, ist allerdings eine andere Frage.

Sie leben gern in Österreich, es ist Ihre zweite Heimat. Wann trifft Sie die Sehnsucht nach der Sonne, den Menschen und der Leidenschaft Argentiniens besonders hart?
Im Winter bei minus 20 Grad vermisse ich schon mal den argentinischen Sommer.

Wenn die Musik nicht mehr wäre, wie würden Sie Ihr Geld verdienen? Wieder als Rettungsschwimmer?
Ich kann mir vorstellen, was Künstlerisches zu tun, vielleicht als Koch?

2013 war viel los: Neues Album, Tour. Was steht sonst noch an?
Momentan befinde ich mich in der Vorbereitung unserer großen Tournee „Symphonie des Lebens“, die am 2. November 2013 in Deggendorf begann und weitergehen wird mit 50 Konzerten in sieben Ländern. Das ist zurzeit eine sehr spannende Phase. Ich arbeite mit meiner großartigen Band an den Songs für die Tournee. Neben dem Konzertrepertoire aus den beliebtesten Songs, Liedern von der neuen CD und vielen weiteren spannenden und musikalisch abwechslungsreichen Elementen freue ich mich auf besondere Gäste aus Kuba.

Interview: Bente Matthes (Undercover Magazin)

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