Kultfilm aus den 80ern

„La Boum“-Star ist tot: Er begeisterte ein Millionen-Publikum

Claude Brasseur war in Frankreich ein Star. Jetzt ist der Schauspieler gestorben. Dem deutschen Publikum ist er aus einem Kultfilm der 1980er Jahre bekannt.

  • Claude Brasseur war in Frankreich ein Star.
  • Jetzt ist der Schauspieler gestorben.
  • In Deutschland kennt man Brasseur vor allem aus dem Film „La Boum“.

Paris - Claude Brasseur war rund 60 Jahre lang Schauspieler. In seiner Laufbahn wirkte er in annähernd 150 Filmen mit. Jetzt ist die Größe des französischen Films und Fernsehens gestorben. Brasseur sei am Dienstag im Alter von 84 Jahren gestorben, berichtete seine Agentur Time Art in Paris und bestätigte damit französische Medienberichte.

La Boum: Schauspieler Claude Brasseur stirbt im Alter von 84 Jahren

Der Nachrichtenagentur AFP sagte dessen Agentin Elisabeth Tanner, Brasseur sei „friedlich im Kreis seiner Angehörigen“ verstorben. Damit reiht er sich in die traurige Liste der Stars ein, die 2020 gestorben sind.

Der Schauspieler räumte in seiner Heimat zahlreiche Preise ab. So wurde er 1980 in dem gesellschaftskritischen Krimi „Der Polizeikrieg“  für seine Rolle als Kommissar Jacques Fush als bester Schauspieler mit dem französischen Filmpreis César ausgezeichnet.

Schauspieler tot: Claude Brasseur spielte den Vater in „La Boum“

Ebenfalls einen César erhielt Brasseur 1976 für seine Nebenrolle in der Komödie „Ein Elefant irrt sich gewaltig“. Seine letzte große Rolle hatte Brasseur 2016 in „Frühstück bei Monsieur Henri“ von Regisseur Ivan Calbérac. Darin spielte er einen mürrischen Rentner, der durch seine junge Untermieterin wieder den Spaß am Leben findet.

Seine bekannteste Rolle hatte der Mime in Jean-Luc Godards „Die Außenseiterbande“. In dem Film von 1964 spielt Brasseur den draufgängerischen Räuber Arthur. Das deutsche Publikum kennt ihn vor allem als Vater der jungen Vic (Sophie Marceau) in „Die Fete“ („La Boum“) und „Die Fete geht weiter“. In der französischen Teenager-Komödie aus dem Jahr 1980 des Regisseurs Claude Pinoteau spielt Brasseur Francois Beretton.

La Boum: Claude Brasseur wollte gar nicht Schauspieler werden

Brasseur wurde 1936 als Claude Espinasse bei Paris geboren. Seine Eltern waren das Schauspieler-Ehepaar Pierre Brasseur und Odette Joyeux. Bis in die 1950er Jahre war der Franzose erfolgreich am Theater tätig. Erst in der Folgezeit wechselte er zum Film und arbeitete mit Kinogrößen wie Godard, Costa-Gavras oder François Truffaut zusammen.

Dabei wollte Brasseur gar nicht Schauspieler werden. Er träumte von einer Karriere als Journalist. Doch nachdem er am Pariser Konservatorium Jean-Paul Belmondo kennengelernt hatte, widmete er sich voll und ganz dem Schauspiel. In der Folgezeit wurde er zum Star des französischen Films. In Deutschland war Jürgen Holtz Kult. Der Berliner starb vor Kurzem an einem Krebsleiden. Auch Hollywood musste den Tod eines Idols beklagen: Rhonda Fleming starb im Alter von 97 Jahren. (mt)

Rubriklistenbild: © YOHAN BONNET / AFP

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