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LaBrassBanda: "Wir sind keine Showbayern"

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Von: Nina Bautz

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Stefan Dettl mit rosaroter Brille, ­Manuel Winbeck mit strahlendem Lachen: Die Erfolgsgeschichte von BrassBanda geht immer weiter © Bodmer

München - LaBrassBanda sind zurück! Am Freitag erscheint ihr neues Album "Europa". Danach bricht die Band zu einer ungewöhnlichen Tour auf. Die tz sprach mit Stefan Dettl und Manuel Winbeck.

LaBrassBanda
LaBrassBanda-Frontmann Stefan Dettl (r.) und Posaunist Manuel Winbeck im Gespräch mit tz-Redakteurin Nina Bautz © Bodmer

Kurz nach der Album-Veröffentlichung bricht die Combo vom Chiemsee zu neuen Ufern auf: Ihre Tour führt sie auf Burgen, in Klöster und in Stadien – als Support von den Ärzten. Die tz hat mit Sänger Stefan Dettl (32) und Posaunist Manuel Winbeck (31) gesprochen.

Eine bayerische Band bei den Ober-Preußen, den Ärzten …

Manuel Winbeck: Des is a geile Gschicht. Die Ärzte sind sehr musikinteressiert und haben uns eingeladen. Eine Band solch einer Größenordnung ist eine Chance für uns, und da freuen wir uns scho gscheit drauf.

Kommen da Jugend-Erinnerungen hoch?

Stefan Dettl: Also gehört habe ich sie früher nicht …

Winbeck: Und ich habe mir das neue Album jetzt erst gekauft. Wir lassen uns überraschen.

Gerade Punk-Bands wie die Ärzte oder die Toten Hosen kokettieren ja oft mit ihrer Abneigung gegen Bayern …

Dettl: Ich glaube, keiner hasst Bayern. Bayern bietet nur viele Angriffspunkte. Die Hosen haben wir auch schon kennengelernt, und die waren total offen. Man provoziert halt in diesem Bereich gerne.

Winbeck: Beim Ärzte-Publikum mache ich mir keine Sorgen. Die haben ein sehr vielschichtiges Publikum, auch mit neuen Besuchern. Wenn wir da hinfahren und unsere Musik durchziehen, dann können wir da punkten. Da bin ich sicher. Wir überzeugen sie mit unserer Liebe (lacht).

Ihr probiert gerade unterschiedlichste Bühnen aus – Stichwort Vorentscheid Eurovision Song Contest  …

Winbeck: Ja, das war spannend – und viel Glitzi-Glitzi. Wir hatten als einziges Team keinen Visagisten dabei. Aber die Veranstaltung war vom Team und der Technik sehr solide vorbereitet. Wir haben uns respektiert gefühlt und durften live spielen. Wir machen kein Halb-Playback, und wir wollen keine Backgroundtänzerinnen. Das Wichtigste ist immer, dass wir uns nicht verbiegen müssen.

Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche - plus Übersetzung

Eine Auswahl kerniger bairischer Sprüche ¿ plus Übersetzung

Biegsam seid ihr trotzdem: Ihr spielt etwa in der Kölner RheinEnergieArena, im Kloster Benediktbeuren oder in Stein an der Traun auf der Burg.

Dettl: Ich freue mich am meisten auf die Konzerte in der Heimat, weil die Release-Konzert sind und unsere Leit das erste Mal das neue Album hören. Das wird eine besondere Stimmung. Zu den Bühnen: Wir bemühen uns, keine Vorurteile zu haben. Und werden oft eines Besseren belehrt. Wie in einem Londoner Club, da dachten wir, die sind alle nur cool – dabei haben die uns total ernst genommen.

Winbeck: Die Abwechslung ist uns wichtig. Die Leute sind überall anders drauf, je nach Spielort spüren wir sie anders. Das wird spannend. Die Rhein-Arena wird wohl ein richtiger Flash. Wir haben zwar mal in Wien auf der Fanmeile vor ähnlich vielen Leuten gespielt, aber das war am Nachmittag, und die Leute waren hauptsächlich wegen Fußball da.

Musiker in Lederhosen haben Riesen-Erfolg. Andreas Gabalier füllt große Hallen. Man spricht von Alpenrock oder der Neuen Volksmusik. Zählt ihr euch dazu?

Dettl: Nein. Wir haben die Lederhosen nicht als Show-Element, wir sind keine Showbayern. Diese Glitzerwelt würde nicht zu uns passen.

Winbeck: Das mögen vielleicht kreative Musiker sein. Aber ich habe das Gefühl, dass bei denen eher die Leute im Hintergrund den Ton angeben. Da geht’s mir zu sehr ums Optische.

Dettl: Wir wollen echte Live-Musik. Auch privat. Wenn wir in so ’ne Glitzi-Glitzi-Welt kommen, und da ist live nichts dahinter, dann bleiben wir keine zehn Minuten.

Was hört ihr denn privat?

Dettl: Ich stehe auf Dave Grohl und die Foo Fighters.

Winbeck: Ich habe kürzlich wieder alte Sachen ausgegraben: Hendrix, Cash. Neulich habe ich Jethro Tull gekauft.

Wie schaut’s privat aus? Gibt’s Familienplanung?

Dettl: Das ist in den nächsten Jahren schon ein Thema. Und wir werden eine Lösung finden, dass wir dann nicht mehr ständig unterwegs sind.

Wäre englischsprachige Musik auch was für eure Band?

Winbeck: Live haben wir ein paar Stücke. Aber das funktioniert nur live. Unser Englisch soll keiner zwei Mal hören. Aber wer weiß?

Dettl: Mein Englisch ist auch nicht sonderlich gut …

Winbeck:  … aber besser als dein Hochdeutsch.

Stefan Dettl: Ja, das stimmt. Aber ich bemüh’ mich.

Nina Bautz

Am Freitag erscheint das neue Album von ­LaBrassBanda, "Europa". Es versammelt insgesamt 18 Songs und erscheint bei ­Sony.

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