Goethe statt Pilcher

Lara Joy Körner: Die Espresso-Elfe im tz-Interview

Lara Joy Körner
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Energie: Lara Joy Körner (35) an der Inneren Wiener Straße.

München - Man kann in der Früh einen vierfachen Espresso trinken – oder man hat mehr Glück und trifft Lara Joy Körner. Die macht wach - das tz-Interview.

Die Schauspielerin im Gespräch mit Kulturredakteur Matthias Bieber.

Die 35-jährige Dame und vierfache Mutter kennt man eher aus Rosamunde-Pilcher-Filmen im TV. Aber: Jetzt spielt sie erstmals in ihrer Karriere Goethes Iphigenie bei den Luisenburg-Festspielen (siehe unten). Wir trafen die Münchnerin.

Frau Körner, als Bühnen-Akteurin kennt man Sie ja eigentlich eher nicht. Was reizt Sie an den Brettern?

Lara Joy Körner: Zum einen sind Theaterproben eine der schönsten Sachen auf der Welt. Und das auf der Felsenbühne auch noch im Freien und nicht im muffigen Probenraum … herrlich! Dann hab ich großes Glück mit dem Team. Und ich habe eine tolle Rolle. Ich kann fast zwei Stunden über die Bühne bomben, das darf ich bei den Pilchers gar nicht …

Und der Anspruch ist ja auch ein anderer …

Körner: Das stimmt, aber: Ich mag gerne die leichte, seichte Unterhaltung. Der Anspruch an den Beruf bleibt derselbe. Doch die Freude steigt mit dem Arbeitsreichtum, mit den vielseitigen Angeboten.

Was haben Sie mit der Iphigenie gemein?

Körner: Die Stärke. Wobei ich nicht mit ihr tauschen will, was ihre Einsamkeit angeht. Letztendlich wird in der Iphigenie die Frage verhandelt: Wie weit kommt man mit der absoluten Wahrheit? Ich glaube, dass das Lügen zum Leben gehört – was das Leben umso aufregender macht. Außerdem muss mir erst mal jemand beantworten, was „die“ Wahrheit ist. Jeder muss seine eigene Wahrheit haben dürfen, ein Stück weit seine Regeln.

Klingt ein bisserl anarchisch …

Körner: Nein. Regeln sind dazu da, um das Zusammenleben zu vereinfachen. Aber man muss sich nicht stupide an alle Regeln halten.

Ein Beispiel?

Körner: Ich bin niemand, der eine halbe Stunde lang einen Parkplatz sucht. Was nicht heißt, dass ich mich vor eine Feuerwehreinfahrt stelle.

Wo steht Ihr Wagen gerade?

Körner: Gleich hier – da, der Opel Astra Combi. Understatement, gell? Aber er steht nur halb da, wo er nicht darf.

Was dürfte es sonst noch für ein Auto sein?

Körner: Och, etwa ein 80er-Maserati. Sieht saucool aus und hat ein herrliches sattes Brummen. Der passt zu mir und unterstützt mein Wesen (lacht).

Ein Wesen, das gerne schnell unterwegs ist?

Körner: Stimmt schon: Ich will alles, und zwar sofort. TV, Bühne, alles auf einmal. Aus dem Gretchenalter bin ich allerdings definitiv rausgewachsen. Ich bring immerhin genug Erfahrung mit als Schauspielerin – und als vierfache Mutter.

Wie geht das zusammen – alles sofort wollen und andererseits vier Kinder?

Körner: Ich habe das Glück, dass ich entweder zu 100 Prozent das eine oder das andere machen kann. Zwei Drittel der Zeit habe ich ausschließlich die Kinder, ein Drittel den Job. Ich nehme die Kinder nie mit zum Set und das Set nie nach Hause. Sonst zerreißt es mich.

Sie sind seit Kurzem alleinerziehend …

Körner: Das erhöht die Lebenserfahrung. Es verändert Menschen, wenn sie sich trennen. Es ist eine einschneidende, große Erfahrung.

Bleibt mit vier Kindern überhaupt Zeit zum Nachdenken?

Körner: Ja, weil die Kinder einen mit der Nase immer in den eigenen Mist stoßen. Man sieht sich und seine Fehler wie im Spiegel. Zorn, Hochmut, Gereiztheit – und Trägheit.

Sie und träge?!

Körner:  Sehr wohl – allerdings kann ich die Trägheit nicht ausleben, was wiederum zu Ungeduld und Ungerechtigkeit führt (lacht). Das Gute daran ist: All diese Erfahrungen nützen meinem Job als Schauspielerin.

Und welche Rolle darf’s gerne mal sein?

Körner: Alle authentischen, starken Frauen mit Entwicklungsprozess. In 20 Jahren will ich unbedingt mal die Medea spielen. Jetzt bin ich noch zu jung. Obwohl … schreiben Sie zehn Jahre … fünf Jahre … Andererseits: Was soll’s? Warum nicht gleich? Ich habe als Zwölfjährige Diana Rigg ein Dutzend Mal in London als Medea gesehen. Das war unglaublich und hat mich weggepustet.

Pusten die vier Söhne Sie auch ab und zu weg?

Körner: Ich wollte schon als Kind immer viele Jungs – weil ich ordentliche Männer in die Welt setzen wollte. Ich habe allerdings als Mutter früh mitbekommen, dass sie viel selbst mitbringen und mein Einfluss eher gering ist. Ich war leider nicht der Baumeister, der war vorher schon dran (lacht).

Und wie soll so ein ordentlicher Mann sein?

Körner: Er soll ein Gentleman sein, das ganze Programm von Stuhl anbieten bis Autotür aufhalten. Dann soll er eine coole Sau sein. Und dann natürlich kreativ und sensibel. Und das alles authentisch!

Wenn Sie so eine Frau kennen, sagen Sie’s mir bitte.

Körner: Oh, ich kenn eine: mich. Da ist er wieder, der Hochmut …

Interview: Matthias Bieber

Tickets für „Iphigenie“

Goethes Iphigenie auf Tauris (Regie: Wolfgang Maria Bauer) läuft bis 9. August auf der Luisenburg bei Wunsiedel. Neben Lara Joy Körner (Foto: Festspiele) spielen u. a. Michael Brandner (Thoas) und Pirmin Sedlmeir (Pylades). Karten und Termine gibt’s unter www.luisenburg-aktuell.de oder Tel. 09232 / 60 21 62.

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