Die deutsche Schlagerikone

Lena Valaitis: Alles über Karriere und Privatleben der Sängerin

MDR Die Grosse Show zum Muttertag mit Sängerin Lena Valaitis
+
Lena Valaitis ist ein beliebter Schlagerstar

Lena Valaitis avancierte in den 1980er Jahren zum gefeierten Star in der Schlagerbranche. Bis heute brachte sie fast jährlich eine neue Single heraus. Inzwischen blickt die Sängerin auf ein bewegtes Leben zurück. Alle Infos über Karriere und Privatleben.

  • Lena Valaitis feierte Mitte der 1970er Jahre erste Erfolge mit Liedern wie „Ein schöner Tag“.
  • Der von Ralph Siegel produzierte Song „Johnny Blue“ wurde ihr absoluter Erfolgshit.
  • Heute blickt die Schlagerikone und Mutter zweier Kinder auf ein bewegtes Leben zurück.

München – Die deutsche Schlagersängerin Lena Valaitis hatte ihre größten Hits in den 1970er und 1980er Jahren. Ihre Lieder wie „Ein schöner Tag“ oder „Johnny Blue“ sind längst zu Evergreens in der Schlagerwelt geworden. Doch in ihrer nun 50-jährigen Karriere musste die Künstlerin auch einige Schicksalsschläge hinnehmen. Dennoch hat sie fast jährlich ihre Fans immer wieder mit gefühlvollen und mitreißenden Songs versorgt. Die verwitwete Sängerin lebt in München und hat zwei Söhne.

Lena Valaitis – Bewegte Kindheit und Jugend des Schlagerstars

Lena Valaitis, die mit bürgerlichem Namen Anelé Luise Jüssen heißt, wurde am 7. September 1943 als Anéle Luise Valaityte in der ostpreußischen Hafenstadt Memel (heute: Klapieda in Litauen) geboren.

Als Ende des Zweiten Weltkrieges ihre Geburtsstadt durch Luftangriffe zerstört wurde, floh sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder auf die Insel Fehmarn, wo sie zwei Jahre lang lebten. Valaitis Vater war im Krieg als Soldat gefallen. Später ließ die Familie sich in Memmingen nieder, wo sie die Volksschule besuchte. Im Anschluss ging sie in Hüttenfeld auf das litauische Gymnasium. Zwei Jahre vor dem Abitur brach Valaitis die Schule jedoch ab und absolvierte in Frankfurt am Main eine Lehre bei der Deutschen Bundespost. Schon während ihrer Schulzeit hatte Valaitis privaten Gesangsunterricht genommen. Ihr Talent setzte die angehende Sängerin schließlich in Frankfurt bei einigen Nachwuchswettbewerben unter Beweis.

Lena Valaitis – Karrierestart in den 1970er Jahren

Gemeinsam mit ihrer Band „Frederik Brothers“ wagte sich Lena Valaitis ins Musikbusiness. Bereits 1970 folgte ihr erster Plattenvertrag bei Philips. Noch im selben Jahr kam ihre erste Single „Halt das Glück für uns fest“ auf den Markt. Im Alter von 27 Jahren hatte Valaitis bereits ihren ersten TV-Auftritt bei der ZDF-Drehscheibe. Die deutsche Aufnahme des „Nickel-Songs“ mit dem Titel „Ob es so oder so, oder anders kommt“ bescherte ihr 1971 bereits den ersten großen Erfolg. Musikproduzent Jack White nahm sie unter seine Fittiche und produzierte mit ihr weitere Lieder wie „So wie ein Regenbogen“, „Bonjour mon amour“ und „Wer gibt mir den Himmel zurück“. 1976 gelang ihr schließlich mit „Da kommt José der Straßenmusikant“ und „Ein schöner Tag“ – eine deutsche Coverversion des Evergreens „Amazing Grace“ – der Einstieg in die Top 20 der Singlecharts. Beim deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 1976 trat Valaitis mit dem Titel „Du machst Karriere“ an. Ihre Stimme war außerdem ein Jahr später in den Liedern aus dem Spielfilm „Der Mädchenkrieg“ zu hören.

Lena Valaitis – Ihr größter Erfolg mit „Johnny Blue“

In den 1980er Jahren stand die nächste Erfolgswelle für Lena Valaitis an. Mit dem von Ralph Siegel komponierten Lied „Johnny Blue“ nahm die Sängerin 1981 am Eurovision Song Contest in Dublin teil. Sie verfehlte nur knapp den Sieg und landete hinter der britischen Band Bucks Fizz auf Platz zwei. Dennoch gilt bis heute dieser Song als ihr größter Hit. In den Folgejahren nahm Valaitis noch weitere Platten auf. Unter anderem sang sie auch im Duett mit Costa Cordalis und war noch gelegentlich bei einigen TV-Sendungen wie „Dalli Dalli“ als Musik-Act zu Gast. Mit dem Titel „Wir seh’n uns wieder“ wagte sie 1992 ihren dritten Anlauf bei der deutschen Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest. Im Jahr darauf zog sich Valaitis aus der Musikbranche zurück.

Lena Valaitis – Ihr Comeback in der Schlagerbranche

Es blieb einige Jahre ruhig um die Sängerin. 2001 startete sie mit dem Song „Ich lebe für den Augenblick“ ihr großes Comeback. Vor allem ihre Duette mit Hansi Hinterseer, wie „Was kann ich denn dafür“ von 2002 oder „Muss i denn zum Städtele hinaus“ von 2006, bescherten ihr große Erfolge. 2008 war Valaitis mit dem Lied „Du bist nicht allein“ in einigen TV-Sendungen zu sehen. Eigentlich sollte im selben Jahr auch ihr neues Album veröffentlicht werden. Doch durch den Tod ihres Ehemannes Horst Jüssen im November 2008 kam dies nicht zustande. Nach einem halben Jahr Auszeit wagte die Künstlerin wieder den Schritt in die Öffentlichkeit. Im Mai 2009 präsentierte sie in der Musik-Show „Willkommen bei Carmen Nebel“ eine neue Version ihres Erfolgshits „Ein schöner Tag“. Ihr neues Album „Liebe ist…“ ging erst im Februar 2010 an den Start. Der Titel „Und ich rufe deine Namen“ erreichte noch im selben Monat Platz eins der deutschen Konservativ Pop Airplaycharts und kam noch auf Platz 85 in den Konservativ Pop Jahrescharts. Für den Comeback-Song waren das Autoren-Duo Kay Dörfel und Ronald E. Müller sowie der Schlagertexter Norbert Hammerschmidt verantwortlich.

Lena Valaitis – Ihre Studioalben im Überblick

Im Lauf ihrer Künstlerkarriere hat Lena Valaitis zwölf Studioalben veröffentlicht. Hinzu kommen noch 18 weitere Kompilationen. Anbei die wichtigsten Studioalben im Überblick:

  • 1972: Die Welt der Stars und Hits
  • 1974: Wer gibt mir den Himmel zurück
  • 1975: Da kommt Lena
  • 1976: Komm wieder, wenn du frei bist
  • 1977: … denn so ist Lena
  • 1978: Ich bin verliebt
  • 1979: Nimm es so, wie es kommt
  • 1982: Lena
  • 1989: Weihnachten mit Lena Valaitis
  • 2010: Liebe ist…
  • 2012: Ich will alles
  • 2018: Meine Sprache ist die Musik

Für das Album „Weihnachten mit Lena Valaitis“ hatte die Sängerin 1989 eine Goldene Schallplatte erhalten. Sieben Jahre zuvor war sie mit der Goldenen Stimmgabel ausgezeichnet worden.

Lena Valaitis privat: Ehemänner, Kinder, Wohnort

Inzwischen blickt Lena Valaitis auf ein bewegtes Leben zurück. Sie war in erster Ehe mit dem Stuttgarter Industriellen Robert Wiedmann verheiratet. Aus dieser Ehe entstammt ihr gemeinsamer Sohn Marco Wiedmann, der 1973 das Licht der Welt erblickte. Doch die Liebe von Valaitis und Wiedmann hielt nur wenige Jahre an. Ende der 1970er Jahre verliebte sich Lena Valaitis in den Schauspieler Horst Jüssen, den sie in der Comedy-Fernsehserie Klimbim kennengelernt hatte. Die Sängerin ließ sich von Wiedmann scheiden und heiratete 1979 den zwei Jahre älteren Schauspieler.

Vier Jahre später kam ihr zweiter Sohn Don-David Jüssen zur Welt. Die Ehe zwischen Valaitis und Jüssen währte knapp 30 Jahre. Am 10. November 2008 verstarb Horst Jüssen im Alter von 67 Jahren an Lungenkrebs. Ein schwerer Verlust für die gebürtige Lettin. Nach dem Tod ihres Ehemanns musste Valaitis in ihrem Wohnort München in eine kleinere Wohnung ziehen, wo sie sich gerne mit Antiquitäten wie Meißener Porzellan umgibt.

Inzwischen geht Valaits aber voll und ganz in ihrer neuen Rolle als Oma auf. Ihr Enkel Eden, der Sohn von Don und ihrer Schwiegertochter Lidia, ist ihr ganzer Stolz. Auch in den sozialen Netzwerken ist Lena Valaitis aktiv unterwegs. Ihre Fans hält sie über Facebook und Instagram auf dem Laufenden. Aber auch ihre Homepage informiert über aktuelle Termine, News und Projekte der Sängerin.

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare