Die Schlager-Ikone

Marianne Rosenberg: Karriere und Privatleben der Sängerin

Marianne Rosenberg beim Show Case zur Veröffentlichung ihres neuen Albums im Lido in Berlin
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Marianne Rosenberg gilt als eine der erfolgreichsten Schlagersängerinnen dieses Jahrzehnts

Marianne Rosenberg wurde in den 1970er Jahren mit zahlreichen Hits zur unangefochtenen Disco- und Schlagerqueen. Die Künstlerin hat sich im Laufe ihrer 50-jährigen Künstlerkarriere immer wieder neu erfunden. Alle Infos über Werdegang und Privatleben.

  • Marianne Rosenberg hat in den 1970er Jahren mit Songs wie „Fremder Mann“, „Er gehört zu mir“ oder „Marleen“ für absolute Ohrwürmer in der Schlagerwelt gesorgt.
  • Sie wurde nicht nur zum Stern am Schlagerhimmel, sondern avancierte auch zur Ikone der Schwulenbewegung.
  • Obwohl sie ihr Privatleben weitgehend aus der Öffentlichkeit raushält, kamen dennoch ein paar pikante Details ans Tageslicht.

Berlin – Die deutsche Pop- und Schlagersängerin Marianne Rosenberg landete in den 1970er Jahren mit Liedern wie „Er gehört zu mir“, „Marleen“ oder „Lieder der Nacht“ zahlreiche Hits und gilt als eine der erfolgreichsten Schlagersängerinnen dieses Jahrzehnts. So bunt und vielfältig ihre Songs waren, so schrill waren auch ihre Imagewechsel. Sie wagte Ausflüge in Punk-, Chanson- und Jazzmusik und bezog auch politisch Stellung. Inzwischen feierte die Musikerin ihr 50jähriges Bühnenjubiläum – und ist immer noch jung geblieben.

Marianne Rosenberg – Schon als Teenager ein Star

Marianne Rosenberg wurde am 19. März 1955 in Berlin-Lankwitz als drittes von sieben Kindern von Otto Rosenberg, einem Sinto und langjährigem Vorstandsmitglied des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, geboren.

Schon als Kind kam Marianne Rosenberg mit dem Künstlerdasein in Berührung, da sie in einer Künstlerfamilie in Berlin-Britz aufwuchs. Bereits als Teenager nahm sie im Alter von 14 Jahren an einem Talentwettbewerb im Romanischen Café im Europa-Center teil, aus dem sie als Siegerin hervorging. Von da an ging es steil bergauf. Bereits ihre erste Schallplatte mit dem Titel „Mr. Paul McCarntey“ von 1969 war ein voller Erfolg.

Marianne Rosenberg – Die erfolgreichste Schlagersängerin der 1970er Jahre

Die 1970er Jahre mochten das Jahrzehnt sein, in welchem ihre Karriere bereits ihren absoluten Höhepunkt erreichte. Lieder wie „Fremder Mann“ (1971), „Jeder Weg hat mal ein Ende“ (1972), „Er gehört zu mir“ (1975) und „Marleen“ (1976) wurden zu absoluten Erfolgshits und kamen auch Jahre später wieder in Remixes und Neuauflagen auf den Markt. In der ZDF-Hitparade, aber auch in zahlreichen anderen Rundfunk– und Fernsehsendungen war die Schlagersängerin Dauergast.

Aber auch bei diversen Vorentscheidungen zum Eurovision Song Contest war die Sängerin mehrfach vertreten. Das erste Mal 1975 mit „Er gehört zu mir“. Mit dem Song landete sie zwar bloß auf Platz 10, gewann aber mit ihrem Ohrwurm 1976 und 1977 den bronzenen Bravo Otto der Jugendzeitschrift Bravo. Ein Jahr später ging sie bei der luxemburgischen Vorentscheidung zum ESC mit dem Song „Tout peut arriver au cinéma (Lieder der Nacht)“ ins Rennen, musste aber Sänger Jürgen Marcus den Vortritt zum großen Finale nach Den Haag überlassen. 1978 erreichte sie mit „Nein, weinen werd‘ ich nicht“ Platz 7 bei der deutschen Vorentscheidung. 1980 ging sie mit dem Titel „Ich werd‘ da sein, wenn es Sturm gibt“ an den Start und erreichte Platz 12. Zwei Jahre später kletterte ihr Song „Blue-Jeans-Kinder“ immerhin noch auf Platz 8.

Marianne Rosenberg – Imagewandel in den 1980er Jahren

In den 1980er Jahren kehrte sie der Schlagerszene vorerst den Rücken und versuchte, sich neu zu erfinden. Unter anderem unterstützte sie mit Filmen und Platten die Vertreter der damaligen Neuen Deutschen Welle. Sie arbeitete hierfür vor allem mit der Punk-Band Extrabreit zusammen. Auch äußerlich vollzog Rosenberg immer mehr einen Imagewechsel. Dies gelang ihr nicht nur mit ihren schrillen Bühnenoutfits. Auch politisch bezog Marianne Rosenberg Stellung und avancierte so auch zur Ikone der Schwulenbewegung.

1989 kam es zur ersten Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen, der mit ihr den Song „I Need Your Love Tonight“ zur Fernsehserie „Rivalen der Rennbahn“ produzierte. Das Lied wurde ein Erfolg und schaffte es unter die Top 60 der Singlecharts. Parallel fand auch ihr Album „Uns verbrennt die Nacht“, aus dem auch die Single „Ich denk an dich“ stammt, großen Anklang beim Publikum.

Marianne Rosenberg – Kleine Comebacks ab den 1990er Jahren

Auch in den 1990er Jahren brachte Marianne Rosenberg immer wieder neue Songs und Alben auf den Markt. 1994 produzierte sie mit Dieter Bohlen den englischsprachigen Titel „Anywhere I Lay My Head“, der auf dem Soundtrack der ZDF-Serie „Die Stadtindianer“ erschien. 1998 veröffentlichte sie ihr Album „Luna“, das vorwiegend selbstkomponierte Songs und Texte enthielt. Auch ihre Coverversion des Cher-Hits „Strong Enough“ wurde ein Erfolg. Mit ihrem Album „Für immer wie heute“ schaffte sie es 2004 unter die Top 20 der deutschen Albumcharts. Es folgte eine Tournee, zu der sie parallel aber auch in ausgewählten Städten mit einem Chanson- und Liederprogramm auf den Bühnen zu sehen war. 2008 veröffentlichte sie schließlich ihr erstes Chanson- und Jazzalbum mit dem Titel „I’m a Woman“. Erhöhte Medienpräsenz erhielt Rosenberg zudem als Jurorin in der elften Staffel der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“.

Marianne Rosenberg – Ihre Studioalben im Überblick

Insgesamt 20 Alben hat Marianne Rosenberg als Solokünstlerin in ihrer 50jährigen Bühnenkarriere auf den Markt gebracht:

  • 1971: Fremder Mann
  • 1972: Lieder
  • 1974: Träume
  • 1976: Ich bin wie du
  • 1976: Lieder der Nacht
  • 1977: War es wirklich gestern?
  • 1978: Flüsterndes Gras
  • 1979: Und die Liebe, sie kam
  • 1980: Traumexpress
  • 1981: Ich brauche dich…
  • 1984: Spiegelbilder
  • 1989: Uns verbrennt die Nacht
  • 1991: Und du kannst nichts dagegen tun
  • 1993: Set the Night on Fire
  • 1993: Feuerrosen
  • 1998: Luna
  • 2000: Himmlisch
  • 2008: I’m a Woman
  • 2011: Regenrhythmus
  • 2020: Im Namen der Liebe

Das Vermögen von Marianne Rosenberg beläuft sich schätzungsweise auf rund 3,5 Millionen Euro.

Marianne Rosenberg – Auszeichnungen und Preise für die Schlagerikone

Der Erfolg von Marianne Rosenberg lässt sich auch an den Preisen und Auszeichnungen ablesen, wie

  • 1970: Goldene Europa in der Kategorie „Newcomer“
  • 1976 und 1977: Bravo Otto in „Bronze“ in der Kategorie „Sängerin“
  • 1994: RSH-Gold in der Kategorie „Comeback des Jahres National“
  • 2019: radio B2-„Ehrenpreis“ für ihr Lebenswerk
  • 2021: Die Eins der Besten in der Kategorie „Comeback des Jahres“

Marianne Rosenberg privat: Männer, Lebensgefährte, Kinder

Marianne Rosenberg geht nur selten mit ihrem Privatleben hausieren. Umso mehr Mythen rankten sich jahrelang um ihr Liebesleben. Dabei ist die Sängerin schon seit über 25 Jahren ihrem Lebensgefährten, dem Politiker Michael Klöckner, treu. An die Öffentlichkeit gelangen aber nur äußerst selten Bilder von Marianne und ihrem Mann. Verheiratet sind die beiden jedoch nicht. Mit ihm hat sich auch den gemeinsamen Sohn Max Rosenberg, der auch bei den 12 Songs aus ihrem letzten Album „Im Namen der Liebe“ aus dem Jahr 2020 mitgearbeitet hat.

Dennoch plauderte die Sängerin erst vor kurzem aus dem Nähkästchen und enthüllte ein kleines Liebes-Geheimnis aus ihrer Vergangenheit. So soll sie Ende der 1970er Jahre eine dreijährige Liebesbeziehung mit „Disco“-Moderator Ilja Richter gehabt haben. Die Plattenfirma von Marianne Rosenberg drängte jedoch darauf, die Beziehung aus Image-Gründen zu verheimlichen. In einem Interview hatte sich die Sängerin daran erinnert, dass sie und Richter sogar schon über eine Hochzeit und gemeinsame Kinder nachgedacht hatten.

Im September 2006 hatte Marianne Rosenberg ihre Autobiografie „Kokolores“ veröffentlicht, in der sie weitere Details aus ihrer Kindheit sowie ihrer kometenhaften Karriere verriet. Auf Facebook und Instagram hält die Discoqueen ihre Fans in regelmäßigen Abständen auf dem Laufenden. Aber auch ihre Homepage informiert über aktuelle Termine und Projekte der Künstlerin. Auf Youtube sind zudem zahlreiche Musikvideos der Sängerin gelistet, angefangen vom ersten Hit „Mr. Paul McCartney“ aus dem Jahr 1969 bis hin zu aktuellen Remixes von Songs wie „Liebe kann so weh tun“ von 2018.

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