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Mario-Max zu Schaumburg-Lippe: Wie echt ist dieser Prinz?

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Mario-Max zu Schaumburg-Lippe vor dem Einzug ins "PBB"-Haus
Mario-Max zu Schaumburg-Lippe vor dem Einzug ins "PBB"-Haus © ddp images

Adel verpflichtet heißt es immer. Fragt sich nur wozu, denn der Adel scheint auch nicht mehr das zu sein, was er einmal war und sitzt mittlerweile in Person von Mario-Max zu Schaumburg-Lippe im Trash-TV. Wobei sich auch hier die nächste Frage stellt: Wie viel blaues Blut steckt tatsächlich im "Prinzen"?

Was für ein Glanz in dieser Hütte, pardon, in diesem Container! Ein leibhaftiger Prinz schwebt über allen Niederungen der Sendung, kräuselt verächtlich die Lippen, wenn sich die Mitbewohner wieder mal wie die Hempels unter dem Sofa aufführen und nippt distinguiert am Champagner. Vornehm, so seine körpersprachliche Botschaft, geht der Geschmack zu Grunde.

Er kommt ja auch aus einem guten Stall. Die Mutter: Magistra iuris Magistra med.vet. Doktor med.vet. Antonia Prinzessin zu Schaumburg-Lippe (57). Der Vater: Hoheit Waldemar Fürst zu Schaumburg-Lippe-Nachod (73). Und der Großvater ist laut eigener Website, "der Begründer der VARTA Batterie-Werke und rheinischer Großindustrieller".

Er selbst trägt stolz den Titel: Erbprinz Mag. Dr. Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe-Nachod (36). So einer saß und soff noch nie im "Big Brother"-Container.

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Es ist wie fast alles im Leben ein schöner Schein. Mario-Max kam 1977 als Mario-Helmut Wagner zur Welt. Seine Mutter hieß seinerzeit noch Gertraud-Antonia Wagner-Schöppl, eine Tierärztin mit juristischem Magistertitel, die als Abgeordnete im Salzburger Landtag saß und sich im Namen der ÖVP und später parteilos dem Tierschutz widmete.

Auch der Sohn studierte Jura, machte seinen Doktor - und fühlte sich zu Höherem berufen. Um 2002 wurde er von der kinderlosen Helga Claire Lee (1911-2005) zu Schaumburg-Lippe adoptiert. Ihr Vater war jener "Rheinische Großindustrielle", sie selbst kam 1933 durch ihre Hochzeit mit Prinz Max von Schaumburg-Lippe ihn den Prinzessinnenstand.

Helga Claire Lee lebte auf Schloss Pfaffstätt bei Salzburg, wo ihr der junge Mann behilflich war. Mal nannte er sie "Tante", mal "Mother". Und die Prinzessin prahlte mit "einem Freund", der 66 Jahre jünger als sie sei.

Es waren anscheinend gute Zeiten für das ungleiche Paar. Man reiste um die Welt, wurde laut "reporter-forum.de" bei "Grand-Prix-Rennen, Modenschauen, Bällen", in "Ascot, London, New York, Paris" gesehen. "Sie besorgte auch for Mario-Max eine Wohnung, ganz in der Nähe, stellte ihm einen Porsche hin, bezahlte einen Französischkurs. Und musste sich vor ihren Freundinnen rechtfertigen. ,Ich will doch nur Spaß haben', sagte sie dann. ,Je m'amuse.'"

2005 verstarb Helga Claire Lee zu Schaumburg-Lippe. Und nun hielt Mario-Max' Mama Einzug in die Familie: Sie ehelichte 2008 den Prinzen Waldemar zu Schaumburg-Lippe, der auch sie zur Prinzessin machte. Ein Jahr später wurde ihr Sohn zum zweiten Mal adoptiert. Durch seinen Stiefvater Waldemar wurde Mario-Max "durch Nobilitierungsbeschluss ... zum Erbprinzen des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe-Nachod", wie es auf der prinzlichen Website heißt. Mit der neuerlichen Adoption bekam der Österreicher auch die deutsche Staatsbürgerschaft und konnte sich damit auch offiziell mit seinem neuen Namen schmücken.

Seit dieser Zeit gibt es für den "Prinzen" kein Halten mehr. Das People-Magazin "Gala" schreibt: "Mario-Max scheint mit allen Mitteln in die Öffentlichkeit zu drängen - egal ob Trash-Shows, wie nun 'Promi Big Brother' oder bizarre Jobs bei Astro-TV. Klingt ziemlich schräg - genauso wie die Produkte, die unter seinem Namen verkauft werden."

Da gäbe es das "Reichtum Royal Elixier" für 99.95 Euro (59 ml) zu kaufen. Bei Astro-TV erklärte der Prinz: "Ein Sprühstoß genügt, und die Reichtumsenergie vertausendfacht sich, der Reichtum, das Geld finden einen dann selbst, man braucht ihnen nicht mehr nachzulaufen." Und bei Pech in der Liebe, empfehle er "Bloody Prince - Der Sexual-Duft" und "Der Rebirther - Liebe ohne Abhängigkeit".

Laut "Gala" arbeitet Dr. Mario-Max zu Schaumburg-Lippe-Nachod überdies als Hellseher und Engelsflüsterer. Ein Treffen mit dem Dalai Lama habe ihn erleuchtet und den Weg gewiesen.

Das haben wohl auch einige Damen getan. Etwa Angela Ermakova (46), jenes britisch-russische Model, mit dem sich einst Boris Becker (46, "Das Leben ist kein Spiel") für ein paar entscheidende Sekunden in der Besenkammer eines Londoner Hotels vergnügt und so seine Tochter Anna (14) gezeugt hatte. Zeitweise dachte er laut darüber nach Angela Ermakova zu heiraten.

"Ich liebe ihre goldene Haut, ihr liebevolle Art als Mutter und ihre fabelhafte Stimme. Doch das Wichtigste ist ihr Stil. Mein Vater, Seine Hoheit Waldemar Prinz zu Schaumburg-Lippe-Nachod, ist ein Cousin der dänischen Königin Margrethe II. und auch von ihr begeistert. Er sagt, sie benimmt sich schon jetzt wie eine echte Prinzessin", schwärmte Mario-Max in einem Interview mit der Online-Ausgabe der "Bunten". Außerdem wollte er Boris' Tochter Anna auch gleich mit adoptieren.

Es hat sollen nicht sein. Der "Prinz" ist mittlerweile mit der 21-jährigen Kat Boe liiert, einer sehr hübschen und sehr blonden junge Dame, über deren Vorzüge Mario-Max unverhohlen schwärmt: "Ich meine, jeder Mann, wenn wir mal ehrlich sind, ob Prinz oder nicht, liebt Titten. Das Schönste sind Busen. Wenn man Busen sieht, Busen hat, es ist einfach geil. Zum Schauen, zum Greifen, es ist einfach das Schönste. Eine Prinzessin mit Titten ist natürlich der Wahnsinn!"

Solche Umtriebe und Töne haben einen weiteren Schaumburg-Lippe, diesmal den Chef des Hauses, gewaltig auf die Palme gebracht. Alexander Prinz zu Schaumburg-Lippe (55), Herr auf Schloss Bückeburg und in der Society als "Prinz Schaumi" bekannt, schäumt zunächst gegen seinen Onkel und Mario-Max' Adoptivvater Waldemar, der sich "Fürst zu Schaumburg-Lippe-Nachod" nennt. Dieser führe "Titel und Namen ohne Berechtigung" und "vandalisiere" die Tradition, sagte Alexander der Zeitung "Neue Westfälische". Und Mario-Max gehöre in seinen Augen dem Haus Schaumburg-Lippe ohnehin nicht an, da er als Erwachsener adoptiert worden sei.

Auseinandersetzungen dieser Art sind nicht Mario-Max' Sache. Das "Reporter-Forum" zitiert ihn mit einem noblen Satz, den er schon vor Jahren äußerte, als er noch ein kleiner, ganz gemeiner Prinz war und sich nach österreichischen Recht nicht so nennen durfte: "Wir Schaumburg-Lippes sind Leute, die Gutes tun, die nicht mit Kriegen und sonstigen Gemeinheiten in der Öffentlichkeit vorkommen, sondern ich suche Frieden."

Noblesse oblige - Adel verpflichtet.

Spoton

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