Deutsche Schlager-Ikone

Mary Roos: Leben und Karriere der Schlagersängerin

Mary Roos auf der Bühne
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Mary Roos auf der Bühne

Mary Roos stand schon im zarten Kindesalter von neun Jahren auf der Bühne. Zahlreiche Lieder wie „Aufrecht geh’n“ sind längst Evergreens. Als Sängerin war sie über 60 Jahre lang in der Schlagerbranche erfolgreich. Alle Infos über Karriere und Privatleben.

  • Mary Roos startete ihre Bühnenkarriere bereits im Alter von neun Jahren.
  • Mit deutschen Coverversionen und Hits wie „Aufrecht geh’n“ sang sie sich in den Schlagerhimmel.
  • In ihrer späteren Karriere machte sie Ausflüge in die Welt von Chanson, Jazz und Kabarett.

Hamburg-Wellingsbüttel – Die deutsche Sängerin Mary Roos stand bereits Ende der 1950er Jahre als Sängerin auf der Bühne. Ihren Durchbruch erlebte die sie 1970 mit dem Titel „Arizona Man“. Es folgten zahlreiche deutsche Coverversionen und Hits wie „Aufrecht geh’n“. Sie war aber auch international erfolgreich und trat sogar als erste deutschsprachige Künstlerin in der „Muppet Show“ auf. In den späteren Künstlerjahren machte sie verstärkt Ausflüge in die Welt von Chansons und Jazz und hatte sogar ein eigenes Kabarettprogramm.

Mary Roos – Die Anfänge als Kinderstar

Mary Roos – die mit bürgerlichem Namen Marianne Rosmarie Böhm, geborene Schwab heißt - wurde am 9. Januar 1949 in Bingen am Rhein geboren.

Ihr Talent stellte sie schon als Kind im Hotel ihrer Eltern Karl und Maria Schwab unter Beweis. Im Alter von gerade mal neun Jahren trat sie bei einem Sommernachtsfest des Karnevalvereins im benachbarten Weiler vor mehr als 800 Gästen auf. Schließlich wurde sie von einem Plattenproduzenten entdeckt, der mit ihr die erste Schallplatte „Ja, die Dicken sind ja so gemütlich“ produzierte. Es folgte sogar ein kleiner Auftritt im Spielfilm „Die Straße“, wo sie den „Little Teenager Song“ sang. Unter der Zusammenarbeit mit Polydor wurden weiter Singles auf den Markt gebracht. Und bald schon war sie unter ihrem Künstlernamen Mary Roos in der Musikbranche eine bekannte Größe.

Immer wieder wurde sie ab 1961 von verschiedenen Plattenfirmen für die Interpretation von Coverversionen oder Volksweisen, aber auch eigenen Kompositionen engagiert – oftmals unter verschiedenen Künstler-Pseudonymen. Der verantwortliche Produzent war in dieser Zeit Horst-Heinz Henning. Bis Ende der 1960er Jahre ergänzten auch immer wieder Aufnahmen bekannter Kinderlieder oder gesungene Märchen ihr Repertoire. Im Jahre 2011 wurde erstmals eine chronologische Zusammenstellung der Aufnahmen aus ihren frühen Jahren bei Bear Family Records unter dem Titel „Jugendsünden“ veröffentlicht.

Mary Roos – Durchbruch und Erfolge in den 1970er Jahren

Als Teenager hatte Mary Roos vor allem mit deutschen Coverversionen zeitgenössischer Schlager von Caterina Valente, Nana Mouskouri, Cornelia Froboess oder auch Connie Francis ihr Publikum begeistert. Die Hülle des Kinderstars hatte sie zu Beginn der 1970er Jahre endgültig abgestreift und einen künstlerischen Wandel vollzogen. Mit ihrem Song „Arizona Man“ – geschrieben und komponiert von Giorgio Moroder und Michael Holm – gelang ihr schließlich der Durchbruch als eigenständige Schlagersängerin. Von da an legte Mary Roos eine steile Karriere hin. Bereits 1971 präsentierte sie in ihrer eigenen Showreihe „Marys Music“ internationale Stargäste. In der Sendung „Hand im Glück – Die Mary-Roos-Show“ brachte sie bekannte Kinderlieder zu Gehör. Zudem war sie ein beliebter Gast in zahlreichen namhaften Musiksendungen. Legendär ist auch ihr Auftritt bei der „Muppet Show“ von Jim Henson, der mit ihr als erste deutschsprachige Künstlerin eine deutsche Fassung produziert hat. Unvergessen ist auch ihr Titelsong zur Zeichentrickserie „Pinocchio“, den sie 1978 einsang. Im selben Jahr wurde ihre Personality-Show „Maryland“ in 25 Länder verkauft.

Mary Roos – Internationale Karriere als Schauspielerin und Sängerin

In den 1970er Jahren machte Mary Roos aber auch international Karriere. 1971 spielte sie an der Seite von Michel Fugain die Hautprolle in den Musical „Un enfant dans la ville“. Für die Rolle musste die Sängerin Französisch lernen, was ihr nach eigenen Angaben, vorwiegend phonetisch gelang. Die Produktion wurde für das ZDF synchronisiert und unterm dem Titel „Zum Teufel mit unserer Zeit – aber ich liebe sie“ herausgebracht. Die Sängerin trat zudem mehrere Wochen in der Pariser Music Hall „Olympia“ auf. Es folgten weitere TV-Auftritte und Plattenaufnahmen in Frankreich. Zusätzlich war Mary Roos noch bei zahlreichen anderen Auslands-Projekten als Künstlerin gefragt. So zum Beispiel beim „Festival International da Cancao Popular“ in Rio de Janeiro oder auch bei der UNICEF-Gala in Osaka.

Mary Roos – Ihre Erfolge bei diversen Musikwettbewerben

Mary Roos war immer wieder bei den diversen Musikwettbewerben vertreten. Bereits 1963 belegte sie beim „Songfestival von Knokke“ (Belgien) den zweiten Platz. Es folgten weitere Auftritte bei den „Deutschen Schlagerfestspielen“ (1966 und 1969) sowie beim „Grand Prix RTL International“ (1969). Ab 1970 ging sie auch immer wieder bei der Vorentscheidung des „Grand Prix d’Eurovision“ an den Start. 1972 gewann sie den Vorentscheid und holte sich auch beim Grand Prix den dritten Platz mit dem Titel „Nur die Liebe lässt uns leben“. Der Titel gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Platzierungen eines deutschen Beitrags. 1984 schaffte sie es ein zweites Mal, sich für den Grand Prix zu qualifizieren. Ihr Song „Aufrecht geh’n“ erreichte dabei Platz 13. Seit 2010 saß Mary Roos einige Male in der Experten-Jury des ESCs und war 2018 sogar Präsidentin der deutschen Jury.

Mary Roos – Ihre Charterfolge in den Singlecharts

Seit den 1960er Jahren schaffte es Mary Roos immer wieder, sich mit ihren Singles in den deutschen Charts zu platzieren. Dazu zählen:

  • 1965: Geh‘ nicht den Weg (aus dem Album „Jugendsünden“)
  • 1968: Das hat die Welt noch nicht erlebt
  • 1969: Das Beste an Dir
  • 1970: Arizona Man (aus dem gleichnamigen Album)
  • 1970: Am Anfang war die Liebe (aus dem Album „Arizona Man“)
  • 1971: California Nacht
  • 1972: Nur die Liebe lässt uns leben / Wake Me Early in the Morning (englischsprachige Version) / Nous (französischsprachige Version)
  • 1972: Er bleibt hier (für immer)
  • 1973: Fremdes Mädchen (aus dem Album „Lieber John“)
  • 1973: Lieber John (aus dem gleichnamigen Album)
  • 1975: Eine Liebe ist wie ein Lied
  • 1975: Stop, mach das noch einmal
  • 1979: Ich werde geh’n heute Nacht (aus dem Album „Was ich fühle“)
  • 1982: Lady (aus dem Album „Was ich fühle“)
  • 1984: Aufrecht geh’n / I’ll Walk Tall (englischsprachige Version) / Du blues et du bleu (französischsprachige Version)
  • 1998: Leider lieb‘ ich dich immer noch (aus dem Album „Mittendrin“)

Das Vermögen von Mary Roos wird auf rund 15 Millionen Euro geschätzt.

Mary Roos – Letzte Projekte vor ihrem Karriereende

Ab den 1990er Jahren glänzte Mary Roos auch immer wieder in Coverversionen internationaler Hits – wie beispielweise der deutschen Version des US-Hits „Believe“ von Cher. Ab den 2000er Jahren bewegte sich die Sängerin zunehmend abseits der deutschen Schlagerszene und wagte sich auch an französische Klassiker von Jacques Brel. Ab 2015 bestritt sie vier Jahre lang gemeinsam mit Wolfgang Trepper ein eigenes Kabarettprogramm mit dem Titel „Mehr Nutten, mehr Koks – scheiß auf die Erdbeeren!“ trug. Im Jahr 2018 war sie auch in der VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ zu erleben. Im Februar 2019 gab sie bekannt, ihre musikalische Karriere im Alter von 70 Jahren an den Nagel zu hängen. Es folgten noch einige kleine Auftritte, bis sie schließlich ein Jahr später in der Sendung „Schlagerchampions 2020“ von Florian Silbereisen offiziell verabschiedet wurde.

Mary Roos privat – Ehemänner, Schwester, Sohn

Von 1969 bis 1977 war Mary Roos mit ihrem Manager Pierre Scardin verheiratet. Er begleitete und förderte ihre Karriere im In- und Ausland. Von 1981 bis 1989 lebte sie mit dem Sänger Werner Böhm – auch bekannt als Gottlieb Wendelhals – in zweiter Ehe. Ihr gemeinsamer Sohn Julian erblickte 1986 das Licht der Welt. Auch ihre jüngere Schwester Monika hat in der Schlagerszene Fuß gefasst und tritt seit den 1970er Jahren als Tina York auf. Mary Roos lebt heute im Hamburger Stadtteil Wellingsbüttel. Auf Facebook und Instagram hält die Sängerin ihre Fans auf dem Laufenden.

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