Wirbel nach Interview

Shitstorm gegen Matt Damon nach homophober Aussage geht weiter

Matt Damon
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Matt Damon bei den 74. Internationalen Filmfestspielen in Cannes.

Eigentlich war Matt Damon auf Promotour für seinen neuen Film „Stillwater“. Doch stattdessen sorgte er mit homophoben Aussagen und wenig Einsicht für Schlagzeilen.

Los Angeles - Matt Damon ist einer der Schauspieler, die man mittlerweile zur älteren Garde in Hollywood zählt. Das erklärt vielleicht auch, wieso eine Aussage von ihm - besser gesagt sein Unverständnis für seinen Fehler - im Interview mit der britischen The Sunday Times für so viel Wirbel sorgte. In besagtem Interview gestand der Hollywood-Star, dass er erst kürzlich von seiner Tochter darüber aufgeklärt wurde, dass es nicht in Ordnung sei, eine bestimmte homophobe Bezeichnung für homosexuelle Männer weiterhin im Sprachgebrauch zu benutzen. Er benutze das Schimpfwort in einem Witz bei einer Dinner-Gesellschaft. Seine aufgebrachte Tochter wollte er damit besänftigen, dass dies ja nur ein Witz gewesen sei. Erst durch einen Aufsatz seiner Tochter wurde Damon klar, welchen Fehler er gemacht hatte und strich das Wort aus seinem Wortschatz. Dass seine Töchter zu seinen härtesten Kritikern zählen, erklärte der Schauspieler schon dieses Jahr am Rande der Filmfestspiele in Cannes.

Matt Damon: Shitstorm nach ehrlichem Geständnis

Doch nicht alle zeigten sich ob dieses Geständnisses beeindruckt. So schrieb der Schauspieler, Produzent und Comedian Billy Eichner auf Twitter, dass er würde gerne wissen, mit welchem Wort Matt Damon das Schimpfwort nun ersetzt hätte. Der bisexuelle Schauspieler und Oscar-gekrönte Regisseur Travon Free regte sich in einem Tweet, der mittlerweile jedoch wieder gelöscht wurde, darüber auf, dass Damon so lange und auch noch die Hilfe seiner Tochter gebraucht hätte, zu erkennen, dass sein Verhalten falsch sei.

Generell gehen die Reaktionen auf Twitter allgemein in die gleiche Richtung: Wieso braucht der 50-Jährige die Hilfe einer seiner Töchter, um zu erkennen, dass das Verwenden einer solchen Beschimpfung weder lustig noch harmlos ist. Welche seiner vier Mädchen, die zwischen zehn und 23 Jahre alt sind, ihren Vater darauf aufmerksam gemacht hat, ist nicht bekannt. Damon startete den Versuch, sein Verhalten zu entschuldigen, indem er meinte, dass man homosexuelle Männer eben so bezeichnet hätte als er aufwuchs.

Matt Damon: Widersprüchliche Entschuldigungen - er würde keinerlei Schimpfwörter benutzen

Damon machte daraufhin einen weiteren Versuch, um sich zu entschuldigen. Dabei verstrickte er sich jedoch in sehr widersprüchliche Aussagen. Denn gegenüber der Variety gab er an, besagtes Schimpfwort noch nie im Privaten gebraucht zu haben. Dass er sogar generell keine Schimpfworte verwenden würde. Was wiederum ein ganz gegenteiliges Bild zum geschilderten Vorfall während eines privaten Abendessens zeichnet.

Um trotzdem den Schaden irgendwie zu begrenzen, stellte der Schauspieler klar, er könne die Aufregung ob seiner homophoben Aussage verstehen, solange die LGBTQAI+-Community immer noch offener Feindseligkeit ausgesetzt sei. Er jedenfalls stehe hinter dieser Community. Damit konnte er die Wogen zumindest etwas glätten.

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