Theaterintendant

Matthias Lilienthal findet Dilettantismus super

Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, hält nichts vom routiniertem Professionalismus. Foto: Peter Kneffel
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Matthias Lilienthal, Intendant der Münchner Kammerspiele, hält nichts vom routiniertem Professionalismus. Foto: Peter Kneffel

Dilettantismus kommt in der Hochkultur normalerweise nicht sonderlich gut an. Theaterintendant Matthias Lilienthal hat kein Problem damit - mit routiniertem Professionalismus schon.

Augsburg (dpa) - Theaterintendant Matthias Lilienthal findet Dilettantismus super. "Mich interessieren unfertige Formen", sagte der 59-jährige Chef der Münchner Kammerspiele der "Augsburger Allgemeinen".

Martin Kusej, Ex-Intendant des benachbarten Residenztheaters, hatte Lilienthal Dilettantismus bei der Führung der Kammerspiele vorgeworfen. "Das fasse ich als Kompliment auf", betonte Lilienthal. "Mit routiniertem Professionalismus kann man mich jagen."

Lilienthal wird seinen seit 2015 laufenden Vertrag an den Kammerspielen 2020 nicht verlängern. Während seiner Intendanz hatte er unter anderem zur Teilnahme an der "Ausgehetzt"- Demonstration gegen die Flüchtlingspolitik der CSU aufgerufen. Die Stadtratsfraktion der Partei wollte dieses Engagement verhindern. Träger der Kammerspiele ist die Landeshauptstadt München. "Dass wir das Intendanzbüro zu einem Organisationsbüro für politischen Protest umfunktioniert haben, war für München neu", sagte der Theatermacher.

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