Deutscher Schlagerstar

Matthias Reim: Karriere und Privatleben des Sängers

Sänger Matthias Reim
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Sänger Matthias Reim

Matthias Reim landete mit seinem Hit „Verdammt ich lieb‘ Dich“ 1990 seinen ersten und mit Abstand größten Hit. Doch der Sänger musste im Lauf seiner Musikkarriere auch einige Tiefen durchleben. Alle Infos über Karriere, Privatleben und aktuelle Projekte.

  • Matthias Reim erlebte gleich mit seinem ersten Song „Verdammt ich lieb‘ Dich“ den Zenit seiner Karriere.
  • Nach seinen musikalischen Höhepunkten folgte in den 2000er Jahren ein Tief durch einen hohen Schuldenberg.
  • Inzwischen feierte der Sänger sein Comeback und hat immer wieder neue Studioalben auf den Markt gebracht.

Stockach – Der deutsche Pop-, Rock- und Schlagersänger Matthias Reim zählte mit seinem Hit „Verdammt ich lieb‘ Dich“ seit den 1990er Jahren zur absoluten Ikone in der deutschsprachigen Schlagerszene. Weltweit wurde die Single über 2,5 Millionen Mal verkauft. Doch nach diesem Senkrechtstart folgte wenige Jahre später der Fall in Form einer Schuldenkrise. Inzwischen hat der gebürtige Korbacher in der Musikbranche wieder Fuß gefasst und lebt mit Sohn Julian und Lebensgefährtin Christin in Stockach.

Matthias Reim – Herkunft, Ausbildung und früher Jahre als Musiker

Matthias Reim wurde am 26. November 1957 im hessischen Korbach geboren. Er wuchs in Homburg (Efze) auf, wo sein Vater auch der Direktor des Gymnasiums war. Nach seinem Abitur studierte Reim zunächst an der Universität Göttingen. Die Liebe zur Musik war jedoch stärker, sodass er das Studium vernachlässigte und letzten Endes nicht abschloss. Auf der Suche nach der musikalischen Selbstfindung war er in den 1980er Jahren mit einigen Bands unterwegs, so zum Beispiel mit der Gruppe „Airway“ aus Bad Wildungen sowie „Aqua“ aus Kassel. Doch erst mit den Bands „Fallen Dice“ und „Fair Fax“ konnte er auch musikalisch kommerzielle Erfolge verbuchen. Seinen Schritt zum Solo-Sänger vollzog er 1984, als bei dem Label Hansa seine erste Single mit dem Titel „Von fernen Sternen“ herausbrachte. In der zweiten Hälfte der 1980er Jahre war er sogar als Komponist für Schlagergrößen wie Bernhard Brink, Jürgen Drews, Roy Black und Tina York im Einsatz.

Matthias Reim – Durchbruch mit Erfolgshit „Verdammt ich lieb‘ Dich“

Im Jahr 1990 erfolgte für den Sänger im Alter von 32 Jahren nun der endgültige musikalische Durchbruch. Bereits die Demoversion seines Songs „Verdammt ich lieb’ Dich“ kam bei seinen Kollegen sehr gut an. Bernhard Brink vermittelte Reim schließlich an den ZDF-Moderator Wim Thoelke. Dem gefiel die Nummer so sehr, dass er ihn in seine Show „Der große Preis“ einlud. Dieser Auftritt, der am 18. April 1990 im Fernsehen zu sehen war, bescherte ihm den ersehnten Erfolg. Die Single stand vom 18. Mai bis 6. September 1990 insgesamt 16 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Musikcharts. Eine absolute Sensation. Denn von 1971 bis 2017 stand hier keine Single ohne Unterbrechung länger an der Chartspitze. Auch die Verkaufszahlen sprechen für sich: Der Song ging weltweit insgesamt 2,5 Millionen Mal über die Ladentheke.

Matthias Reim – Produktive Jahre bei Polydor

Noch im Juni 1990 brachte Matthias Reim sein Album mit dem Titel „Reim“ heraus, das in Deutschland und in der Schweiz mit Dreifachplatin ausgezeichnet wurde und in Österreich noch Platin-Status erhielt. Auch die Folgejahre mit dem Label Polydor waren sehr produktiv. Insgesamt wurden bis 1999 neun weitere Alben veröffentlicht. Die beiden Alben „Reim“ (1990) und „Reim 2“ (1991) waren in den Top 10 der deutschen Albumcharts vertreten. Das dritte Album „Zauberland“ erschien 1995 auch als englische Version in Kanada unter dem Titel „Wonderland“. Allerdings konnten die Alben in den darauffolgenden Jahren nicht an dem kommerziellen Erfolg ihrer Vorgänger anknüpfen und sich auch nicht mehr entsprechend in den Charts platzieren.

Matthias Reim – Finanzielle Krisenjahre

In den 2000er Jahren wurde bekannt, dass sich bei Matthias Reim ein hoher Schuldenberg angehäuft hatte. Dabei soll es sich nach Angaben des Sängers um Verbindlichkeiten von 13 Millionen Euro gehandelt haben. Reim hatte seinen Manager Alfred Reimann, der seit 1990 eine Generalvollmacht über dessen Vermögen besessen hat, der Misswirtschaft beschuldigt. Reimann soll sich vor allem beim Kauf von Immobilien und Firmen verspekuliert haben, was den Sänger in die finanzielle Krise gestürzt hätte. Reim machte aus der Not eine Tugend und parodierte seine Schuldenkrise im Sommer 2007 in einem Sixt-Werbespot. Dort sang er selbstironisch: „Verdammt, ich hab nichts, ich miet bei Sixt“. Seit April 2010 gilt Matthias Reim wieder als schuldenfrei, nachdem das Insolvenzverfahren verkürzt worden ist. Heute wird sein Vermögen auf rund 5,4 Millionen Euro geschätzt.

Matthias Reim – Sein Comeback bei Electrola und Capitol

Bereits 2000 wechselte Reim von Polydor zur Plattenfirma EMI, zu der auch die Labels Electrola und Capitol Records gehören. 2000 erschien bereits das Album mit dem Titel „Wolkenreiter“. Ab dem Jahr 2003 gelang es ihm, mit dem Studioalben wieder in die Top 10 der Albumcharts einzusteigen. Mit seinem Album „Unendlich“ aus dem Jahr 2013 konnte er erstmals wieder Platz 1 der deutschen Albumcharts belegen. 2015 kam zum 25-jährigen Jubiläum seines Debüt-Hits „Verdammt ich lieb‘ Dich“ eine Sammlerbox auf den Markt, die jedoch auch von Comedians wie Jan Böhmermann und Oliver Kalkofe satirisch aufs Korn genommen wurde. Die für 2015 angesetzte Veröffentlichung seines Albums „Phoenix“ und die anschließenden Tour sowie DVD-Aufzeichnung mussten jedoch wegen einer länger anhaltenden Krankheit um ein Jahr verschoben werden. Das neue Album wurde schließlich auch über das neue Label RCA Records produziert und herausgebracht. Auch die beiden Folge-Alben „Meteor“ (2018) und „MR20“ (2019) stammen aus dieser Zusammenarbeit. Bis heute hat Matthias Reim insgesamt 19 Alben veröffentlicht:

  • 1981: Pasch 1 (mit Fallen Dice)
  • 1990: Reim
  • 1991: Reim 2
  • 1993: Sabotage
  • 1994: Zauberland
  • 1995: Alles klar
  • 1997: Reim 3
  • 1998: Sensationell
  • 2000: Wolkenreiter
  • 2002: Morgenrot
  • 2003: Reim (2003)
  • 2005: Unverwundbar
  • 2007: Männer sind Krieger
  • 2010: Sieben Leben
  • 2013: Unendlich
  • 2014: Die Leichtigkeit des Seins
  • 2016: Phoenix
  • 2018: Meteor
  • 2019: MR20

Matthias Reim ist ein Vollblut-Musiker durch und durch. Bis heute komponiert, textet, mischt und spielt er seine Lieder überwiegend selbst.

Matthias Reim – Auszeichnungen und Preise

Der gebürtige Hesse wurde seit 1990 immer wieder mit zahlreichen wichtigen Musikpreisen ausgezeichnet. Darunter:

  • 1990 und 1991: Bravo Otto in „Gold“ in der Kategorie Sänger
  • 1990-1992, 2004: Goldene Stimmgabel
  • 1990: Löwe von Radio Luxemburg in Gold für „Verdammt, ich lieb‘ Dich“
  • 1991: RHS-Gold in der Kategorie Künstler National
  • 2011: Ballermann-Award in der Kategorie Lebenswerk

Matthias Reim privat – Partnerinnen, Kinder, Wohnort

Auch das Privatleben des Sängers verlief ereignisreich. Matthias Reim, der sechs Kinder von fünf Frauen hat, ist bereits zum dritten Mal verheiratet. Sein Sohn Julian Reim, der ebenfalls als Schlagersänger in die Fußstapfen seines Vaters getreten ist, stammt aus seiner zweiten Ehe mit Margot „Mago“ Scheuermeyer. Auch Sängerin Michelle ist eine ehemalige Freundin des Sängers. Reim war von Ende der 1990er Jahre bis 2001 mit ihr zusammen. Aus dieser Verbindung stammt auch die gemeinsame Tochter Marie Reim. Matthias und Michelle hatten im Duo auch beruflichen Erfolg. Die gemeinsamen Singles „Idiot“ (2002) und „Nicht verdient“ (2018) schafften es in die Singlecharts. Im April 2012 zog es den Schlagersänger auf die Halbinsel Mettnau bei Radolfzell. Im Folgejahr trennte er sich von Ehefrau Sarah nach neun Jahren Ehe. Seit 2015 ist er mit Sängerin Christin Stark zusammen, mit der er seit 2017 gemeinsam mit Sohn Julian in seinem Haus in Stockach lebt.

Seine Fans hält Matthias Reim über Facebook und Instagram auf dem Laufenden. Aber auch seine Künstlerseite bei Universal Music und die Fanpage des Sängers informieren über aktuelle Termine und neue Projekte.

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