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Meat Loaf ist tot: Die irre, einigermaßen wahrscheinliche Wahrheit über seinen Künstlernamen

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Von: Armin T. Linder

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Meat Loaf
Meat Loaf auf der German Comic Con Dortmund 2019 in der Messehalle Dortmund. © Nicole Kubelka / Imago

Meat Loaf ist tot. Der US-Sänger stand nicht nur für Bombastrock-Hits, sondern auch für einen sehr ungewöhnlichen Künstlernamen. Woher kommt der eigentlich?

New York - Pomp, Pathos und Bombast, Frack, Seidentuch und Rüschenhemd: Für den US-Sänger Meat Loaf war es nie zu viel. Gefeierte Welterfolge und dramatische Abstürze prägten seine Karriere. Immer wieder schaffte er Comebacks und Songs wie „I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)“ wurden zu Klassikern, aber Drogen und Gesundheitsprobleme ließen den Sänger nicht los.

Jetzt ist er im Alter von 74 Jahren gestorben* - das schreibt Deadline.com unter Berufung auf seinen Manager. Und es wurde auch auf seiner offiziellen Facebook-Seite bestätigt. In dem Statement werden zudem bewegende Details zu den Todesumständen angedeutet.

Mit „Bat Out Of Hell“ hatte der Musiker, der zu den ganz Großen der Rock'n'Roll-Geschichte gehört, 1977 eines der bis heute meistverkauften Alben aller Zeiten veröffentlicht und war über Nacht zum Weltstar geworden. Mit „Bat Out of Hell II: Back into Hell“ (1993) und „Bat Out of Hell III: The Monster is Loose“ (2006) schaffte er Comebacks und eine Erfolgstrilogie.

Meat Loaf heißt eigentlich Marvin Lee Aday - So kam er wohl zu seinem Künstlernamen

Geboren wurde Meat Loaf als Marvin Lee Aday in Dallas im US-Bundesstaat Texas. Ein Künstlername, der übersetzt „Hackbraten“ oder „Fleischklops“ bedeutet, scheint nicht gerade für den Welterfolg zu prädestinieren. Wie er zu seinem Künstlernamen kam? Darüber gibt es verschiedene Aussagen. Welche davon wahr ist, bleibt ein bisschen offen. „Namen und Altersangaben gehen mir auf den Sack. Deswegen lüge ich einfach weiter“, sagte er 2003 dem Guardian, als sein Alter zur Sprache kam.

Laut Independent kam aber eine Story immer wieder hoch: Sein Vater habe ihn „Meat“ genannt. „Ich wurde hellrot geboren, der Arzt schlug vor, mich noch ein paar Tage im Krankenhaus zu behalten“, erklärte Meat Loaf demnach bei „Oprah: Where Are They Now?.“ Sein Vater habe dem Krankenhausteam gesagt: „Ich möchte, dass Sie meinem Sohn dort einen Namen geben – weil er aussieht wie neuneinhalb Pfund Hackfleisch – ich möchte, dass Sie ein Namensschild auf der Vorderseite dieser Plastikkrippe anbringen und darauf ‚Fleisch‘ steht.“ Das Schildchen hätte es dann tatsächlich gegeben.

Und aus „Meat“ habe sein späterer Football-Coach dann „Meat Loaf“ gemacht. „Ich bin einem Trainer auf den Fuß getreten, und er hat geschrien: ‚Runter von meinem Fuß, du Stück Hackbraten!“. So erzählte er es laut Independent in einem Interview. Ob die Geschichte so komplett stimmt angesichts dessen, dass Meat Loaf es nicht mochte, über Namen zu sprechen? Wahrscheinlich schon. Und falls nicht: Schön ist sie allemal.

Meat Loaf war nicht nur ein Musik-, sondern auch ein Schauspiel-Star

Im Alter von 20 Jahren begann die musikalische Karriere des Sängers mit der voluminösen Stimme, der auch eine Schauspielausbildung absolvierte. Er zog nach Los Angeles, sprach für Rollen in Musicals vor und sicherte sich Engagements in „Hair“ und „The Rocky Horror Picture Show“. Bei den Proben zu dem Musical „More Than You Deserve“ traf er 1974 auf den Texter, Komponisten und Musikproduzenten Jim Steinman, mit dem er kurz darauf „Bat Out Of Hell“ schuf.

Auf der folgenden Welttournee ruinierte sich der Rock-Koloss seine vier Oktaven umfassende Stimme. Meat Loaf stürzte ab: Depressionen und eine Alkoholsucht setzten ihm zu. Seine Manager verklagten ihn, er war pleite und auch die Freundschaft zu Steinman ging in die Brüche. Die folgenden Platten waren wenig erfolgreich. Doch Meat Loaf rappelte sich auf. Anfang der 90er Jahre versöhnte er sich mit Steinman und produzierte mit ihm das zweite „Bat Out of Hell“-Album, das heute für eines der größten Comebacks der Musikgeschichte steht. Die erste Auskopplung „I'd Do Anything for Love (But I Won't Do That)“ eroberte die Charts - 16 Jahre nach seinem ersten internationalen Erfolg war er wieder ganz oben.

In seinen Songs geht es häufig um den siegreichen Kampf des Guten über das Böse. „Die Regel bei jeder meiner Platten, eigentlich die Regel meines ganzen Lebens war immer die gleiche“, sagte Meat Loaf einmal in einem Interview. „Eines Tages werden wir zurückschauen - und lachen.“ (dpa/lin) *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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