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Kämpferherz verstummt: Das tragische Leben der Miriam Pielhau

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Von: Matthias Bieber

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Miriam Pielhau ist gestorben.
Miriam Pielhau ist gestorben. © dpa

München - Miriam Pielhau ist tot. Sie erlag mit nur 41 Jahren ihrem Krebsleiden. Das Leben der TV-Moderatorin war gekennzeichnet von vielen Schicksalsschlägen.

Manchmal ist der Tod stärker als aller Wille und alle Liebe. „Ich will für meine Tochter leben“, sagte Miriam Pielhau noch vor vier Monaten der Illustrierten Gala. Doch sie hat den Kampf gegen den Krebs verloren. Am Dienstag ist die Journalistin und Moderatorin Miriam Pielhau gestorben – sie wurde nur 41 Jahre alt.

Vor einem Jahr war bei Miriam Pielhau Leberkrebs diagnostiziert worden, doch sie galt inzwischen als geheilt. „Ich bin gesund, das kann man sagen“, gab sie sich noch vor drei Wochen bei einem Interview im Hitradio ffh zuversichtlich. „Das Wort Wunder fiel bei meinen Ärzten, weil es eine absolut unwahrscheinliche Entwicklung war.“

Sterben, sagte sie, sei keine Option für sie – eben wegen ihrer kleinen Tochter, die bei der damaligen Diagnose noch keine zwei Jahre alt war. „Da konnte ich nicht aufgeben.“ Auch ihr Glaube half ihr im Kampf gegen den Krebs. Half ihr, nie den Mut zu verlieren.

Dabei währte Pielhaus Kampf schon weit länger als ein Jahr. Vor zwölf Jahren, 2004, überlebt sie den Tsunami in Thailand, vier Jahre nach dieser Grenzerfahrung dann die Diagnose Brustkrebs. Wieder fünf Jahre später zerbricht ihre Ehe – da war ihre Tochter gerade erst geboren. Und dann die nächste Hiobsbotschaft: Metastasen. Überall.

Manche Menschen werden gebrochen, wenn ein Unglück das nächste jagt. Sie ziehen sich zurück, resignieren, verbittern, werden zynisch. Doch die Moderatorin ging stets entwaffnend, ja teils brutal offen mit ihrer Krankheitsgeschichte um. Ihr Buch Dr. Hoffnung (Allegria, 240. Seiten, 18 Euro) wird auch über Pielhaus Tod hinaus vielen genau das geben: Hoffnung.

Beim Gala-Interview vom 16. März dieses Jahres antwortete sie auf die Frage, ob sie dem Frieden traue, nachdem sie nun keine Metastasen mehr habe: „Das ist die große Kunst. Entweder Angst – oder optimistisches Urvertrauen ins Leben. Da wähle ich lieber die zweite Möglichkeit, ist auch viel gesünder.“

Die gebürtige Heidelbergerin wurde einem Millionen­publikum als Moderatorin der ProSieben-Sendung taff bekannt. Und taff – also stark – das war sie ihr viel zu kurzes, aber intensives Leben lang.

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