Teil 3 der großen Serie

Monika Gruber ganz privat: Ein g‘scheits Brot muss mit!

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Der Bäcker in Engelsdorf mit der Annerl - das war immer die Informationszentrale und ist es noch heute.

Am 2. November startete Monika Gruber ihr sechstes Soloprogramm. Doch Bühnenfigur und die private Gruberin sind zwei Geschichten. Redakteurin Ulli Schmidt begleitete den Kabarettstar für eine tz-Serie ganz privat.

Engelsdorf - Früher ungefähr elf Häuser, inzwischen ein paar mehr. Jedenfalls einen Zwischenstopp wert, die Moni möcht’ nämlich ein ­Bauernbrot aus dem Holzofen – vom Kugl­meier, der eigentlich Hierl heißt. Der Bäcker hat noch einen Hausnamen. Ihm gegenüber hat die tz-Ulli einen Teil ihrer Kindheit verbracht. Ein Engerl war sie nicht, aber sie erinnert sich besonders gern an die alten Bäckersleut’ ­Rosa und Heinrich, die ihre Zeltl noch einzeln für einen Pfennig verkauft haben. Manchmal haben sie die Guatl den spielenden Kindern zum Vergnügen aller auch auf den Dorfplatz geworfen. Später hat Nichte Anna mit ihrem Karl die Bäckerei übernommen; inzwischen ist Sohn Roland (35) im Geschäft. Und hier kaufen wir Proviant – Brezn, Brot und Marmeladentaler, die Moni so liebt...

Moni, was fehlt Dir eigentlich noch zu Deinem Glück?

Fehlen? Puh. Eigentlich mechat i, dass alles so bleibt, wie es ist. Dass die Menschen, die mir wichtig sind, g’sund bleiben. Dass ich noch ein, zwei gute Programme mache, die den Leuten gefallen. Aber ich möcht nicht den Zeitpunkt verpassen, wo es zum Abtreten zu spät ist. Das, was ich mache, hat ein Verfallsdatum. Ich würde nicht wollen, dass die Leute irgendwann sagen, jetzt kann ich sie nicht mehr sehen oder sie erzählt immer den gleichen Schmarrn. Ich seh’s bei Kollegen, die den Zeitpunkt verpasst haben – sie demontieren ihre eigene Karriere. Das ist bitter. Und das Letzte, was du als Künstler brauchst, ist Mitleid.

Wann wär’ für Dich der richtige Zeitpunkt?

Das ist nicht mehr so ganz weit weg.

Aber nach dem Programm gibts doch no a Programm, oder?

Woaß i no net. So a magische Zahl wär’ für mich die 50 – des wär’ in vier Jahren. Dann gäb’s dieses Programm und dann vielleicht no eins. Aber vielleicht bin ich ja auch ein ­Howard Carpendale des Kabaretts und toure, bis ich 98 bin, und ich mach’ eine Comeback-Tour von der Comeback-Tour von der Comeback-Tour. Oder ich mach’ endlich ­meine Würschtlbude auf – in München – in österreichischer Tradition, wo es was G’scheits gibt – auch zum Trinken, net bloß so a grintigs Dosenbier, sondern auch an Wein. Und ich hätte 23 Stunden sieben Tage die Woche auf. Weil des in München ein ­Fiasko ist, wenn du nach elf noch gut essen willst.

Der Kuglmeier hat auch sieben Tage die Woche auf. Und es steht immer ein Kuglmeier im Laden. Wie oft gäb’s die Gruberin live?

Die Mutti muaß da scho schaun, dass de Kasse stimmt. I wär scho dort.

Da käm dann Dein Programm quasi zu Dir an die Würschtlbude – mit all den sonderbaren Menschen und Geschichten...


Ja, vielleicht mach’ ich ja dann ein Würschtlstandprogramm. So ein Standl ist ja auch wirklich integrativ, da trifft sich alles – vom Straßenkehrer über den Lions-Club-Vertreter und den Touri in Gsundheitssandalen bis zur Operndiva; jung und alt, reich und arm. Ich bin eigentlich nicht der große Fleischfan, aber ich bin würschtldamisch. Wenn ich beim Metzger war, muss ich die erste Wiener immer gleich kalt im Auto essen.

Die hast dann in der Hand am Lederlenkradl vom Maserati...

Ja, derf ma des net?

Doch.

Des Auto is cool und die Wiener is aa cool.

Die Navi-Stimme meldet sich.

Die Karin scho wieder!

Ansage ans Navi: Karin, halt Dei Babbn!

Warum hoaßt eigentlich die sprechende Landkarte bei Dir Karin?

Des kommt vom ­Maier Schorsch von der Iberl-Bühne. Der hat damals als Erster so ein sprechendes Navi g’habt in so einem amerikanischen Schlitten – das hat „Car in“ g’heißen, und er hat immer Karin gsagt. Seitdem sag’ i aa immer:­ Karin, halt Dei Babbn!

Deine vertraute Begleiterin...

I bin eh oane, de leicht fremdlt und gern mit Leut zu tun hat, die ich kenne.

Du fremdlst?

Ja scho. Wenn ich irgendwo hinkomm’, wo ich niemanden kenne, das ist mir schon erst immer nicht ganz geheuer. I fremdel scho leicht. Ich hab keine Berührungsängste, aber ich hab’s gern, wenn man sich kennt, weil da red ma glei ganz anders.

Was nimmst Du da auf Tour mit, das immer mitmuss, damit’s Dich wohlfühlst?

Ich hab immer so ein graues Kuscheltuch dabei, des hat inzwischen schon Löcher. Es gibt oft Garderoben, die nicht gscheit geheizt sind, und ich bin total empfindlich mit Zug und kalt werden. Ich hab auch immer meine Tees dabei, meine Lutschguatl und aa meine Glücksbringer; da is a Engerl dabei, a Teddybärli oder liebe Karten, die ich g’schenkt kriegt hab’. Immer im Auto ist ein Flaschenöffner, a Tubn Senf für die kalten Wiener, Servietten und ­Sagrotan, wennsd einem Grintigen d’Hand schütteln musst, und a Kisserl hab i aa immer dabei.

Wenn Du so viel unterwegs bist, fühlst Dich da manchmal einsam?

Wenn ich auf Tour bin, nicht. Da ist ja immer jemand da und mein Manager Egon Bauer fährt auch immer mit. Da ratschen wir viel im Auto oder i geh noch mal das Programm durch oder i schlaf noch mal ein Stünderl während der Fahrt. Vor Ort hast aa dei Routine, baust dei Kosmetikzeug auf, dei Gwandl, dei Glump, machst an Soundcheck, trinkst an Tee, liest vorm Auftritt noch mal die Stichpunkte durch, und beim Heimfahren ratsch ma aa wieder, trink ma unser Bierle und lass ma den Auftritt Revue passieren. Die Leere kommt eher dann daheim, wenn du von dem hohen energetischen Level runterkommst – das ist manchmal a bissl ernüchternd. Ich mach dann auch kein Radio an, dann mag ich es ganz still.

Genießt Du Deinen Ruhm?

Ruhm, mei, was is Ruhm? I hab’ a gewisse Bekanntheit – aber Ruhm dad i des net nennen. Aber des, was i hab, is schee und des genieß i aa!

Lesen Sie hier:

Teil 1 der Serie: Monika Gruber ganz privat: „Nur auf der Bühne bin i so goschert“
Teil 2 der Serie: Monika Gruber ganz privat: Was Männern Angst macht

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