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Verstorbener Motörhead-Frontmann

So war Lemmy Kilmisters letztes Konzert in München

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Ende November trat Motörhead mit Frontmann Lemmy Kilmister zuletzt in München auf.

München - Ende November spielte Motörhead zuletzt im Zenith in München. Ein letztes Konzert mit dem verstorbenen Lemmy Kilmister. Unser Reporter Armin Rösl erinnert sich.

Es war ein festes Ritual: Am Ende des Konzerts ruft Lemmy Kilmister die Worte "Don't forget us: We are Motörhead!" ins Mikrofon. Kurze Atempause. Dann brüllen seine Jünger lauthals den zweiten Teil der Botschaft: "And we play Rock'n'Roll!" So war es freilich auch beim letzten Motörhead-Auftritt im Münchner Zenith, am 21. November. Klar war es ausverkauft, wie jedes Jahr, und ich war einmal mehr mittendrin. Glücklich. Selig. So wie alle anderen hier. 80 Prozent der gut 5000 Fans sind Ü35, 90 Prozent der Fans tragen Motörhead-T-Shirts, 100 Prozent haben das ganze Konzert über ein Grinsen im Gesicht und schütteln ihre Köpfe. Ja, Lemmy macht das, was wir auch gerne machen würden: Ein lautes, dreckiges Rock'n'Roll-Leben führen. Was die anderen davon halten? Geschenkt! Und ja: Er steht leibhaftig vor uns. Auf sehr, sehr dünnen Beinen zwar, aber: Er steht - und bearbeitet seinen Bass, als gäbe es kein Morgen.

Im Zenith ließen es die großen alten Herren des Rock'n'Roll noch einmal krachen.

Auch wenn die Setlist der Band bis auf ein, zwei Ausnahmen Jahr für Jahr im Zenith die gleiche war, auch wenn Lemmys Grölen Jahr für Jahr immer schlimmer wurde - wen kümmert's? Für 90 Minuten lebten wir alle unseren Rock'n'Roll-Traum. Ohne Anzug und Krawatte, ohne Parfüm, ohne darauf achten zu müssen, ja nichts Falsches zu sagen oder zu tun. Jeans und T-Shirt und lauter Rock'n'Roll - DAS ist unser wahres Leben. Wir haben uns in den vergangenen 40 Jahren, seit Bestehen der Band, verändert. Lemmy nicht. Genau deshalb ist er zur Legende geworden. Genau deshalb sind wir jedes Jahr aufs Neue zu ihm und Phil Campell (Gitarre) und Mikkey Dee (Schlagzeug) gepilgert. Drei Männer, eine Botschaft: Born to lose, live to win!

Das Konzert im Zenith fand acht Tage nach den Terroranschlägen von Paris statt. Angst hatte hier trotzdem keiner. Warum auch? Ein bereits vor dem Konzert leicht angetrunkener Lemmy-Jünger, Mitte 40, verkündete am Bierstand vorm Zenith die frohe Botschaft: „Heit sprengt sich koana in d’Luft. Mia san friedlich und wollen den Lemmy sehen, so lang er no lebt!“ Kurz darauf erzählt eine Security-Frau, um die 50, von ihrer soeben erlebten Begegnung backstage mit Lemmy: "Er sieht aus wie der Tod. Kreidebleich, eingefallenes Gesicht, hager, ganz dünne Beine. Und er geht auf Krücken." Ich bin geschockt und hoffe, dass Motörhead aufgrund des Gesundheitszustandes ihres Gründers und Frontmannes das bevorstehende Konzert nicht mittendrin abbrechen müssen. Wie es in den vergangenen Monaten öfter der Fall gewesen war. Dann aber sagt die Security-Dame einen Satz, der Hoffnung macht: "Ich finde, er sieht besser aus als vor einem Jahr." Er hätte auch im Rollstuhl spielen können: Wenn zu Beginn des Konzerts die Sirenen ertönen und mit dem Song "Bomber" der Wahnsinn beginnt, ist nur eines wichtig: Lemmy ist bei uns. Bis zum fulminaten Schlusslied "Overkill". Und darüber hinaus.

"Ace of Spades", 21. November 2015, Zenith München.

Posted by Armin Rösl on Dienstag, 29. Dezember 2015

Armin Rösl

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