"Partnerschaft"

Die beiden arbeiten künftig zusammen

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Hand drauf: Georg Hörtnagel (88, l.) und Andreas Schessl (MünchenMusik).

München - Es gleicht einem Mini-Erdbeben: MünchenMusik und Münchens Konzertdirektion werden künftig partnerschaftlich Zusammenarbeiten.

"Zusammenarbeit" wäre zu wenig, „Fusion“ klingt immer gleich nach feindlicher Übernahme. Vor einigen Wochen haben Andreas Schessl, Chef von MünchenMusik und damit des erfolgreichsten Konzertveranstalters Europas, und Hörtnagel, Münchens renommierter, alteingesessener Konzertdirektion, eine Vereinbarung unterzeichnet. Und somit kommen zwei sehr unterschiedliche Klassikmarktgewichte zusammen.

Als „Partnerschaft“ wollen es Schessl (54) und Georg Hörtnagel (88) verstanden wissen. Rechtlich gesehen sieht es nun so aus, dass Schessl einer der vier Hörtnagel-Gesellschafter ist – neben dem legendären Konzertveranstalter selbst, seiner Tochter Konstanze Hörtnagel und der Musik­agentin Sonia Simmenauer. Dass da der Größere den Kleinen verspeist, diesen Eindruck müht man sich bei der Präsentation zu zerstreuen. Beide Firmen tauchen auch künftig als zwei verschiedene Marken auf.

Ausschlaggebend war, dass der Senior nicht nur unter Münchens Veranstaltern sein Feld bestellen wollte. Schon immer war die Konzertdirektion Hörtnagel ein familiär geführtes Unternehmen, das auf engen, freundschaftlichen Kontakt mit ausgewählten Künstlern baute. In über fünf Jahrzehnten erwarb man sich das Image einer Edel-Marke, die es allerdings nun auf dem Klassikmarkt nicht mehr so leicht hat.

Für Schessl ist offenbar ein Jugendtraum in Erfüllung gegangen. Sein Vater war Mitglied im berühmten Koeckert Quartett, mit Kammermusik ist der jetzige MünchenMusik-Mann also aufgewachsen – und hat später nie gewagt, dieses Genre in sein inzwischen überbordendes Konzertbouquet aufzunehmen. Auch, wie Schessl durchblicken lässt, aus Respekt vor der Premium-Konkurrenz à la Hörtnagel.

Für den Seniorpartner ist das alles „nicht ganz einfach gewesen“. Als Veranstalter hat sich Georg Hörtnagel ohnehin nicht begriffen. „Ich bin bis zum heutigen Tag mehr Musiker. Da ist es mir ganz recht, dass es nun vernünftig weitergeht.“ Trotz der bisherigen Konkurrenz betont Schessl, dass man immer ohne Zwist miteinander ausgekommen sei. Was sich, das haben auch jüngste juristische Auseinandersetzungen gezeigt, vom Umgang mit anderen Privatveranstaltern nicht behaupten lässt.

Und was passiert künftig mit dem Hörtnagel-Angebot? Es bleibt bei den Konzertreihen Pro Musica, bei der auch Orchester angeboten werden, und Kammermusik der Nationen. Schessl glaubt, dass man gerade im Streichquartett-Bereich noch einiges tun kann, um jüngeres Publikum zu gewinnen. Man denke bereits über eine dritte Hörtnagel-Reihe nach.

Markus Thiel

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