Juristin & Bauer? Passt perfekt!

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Christian Schlemmer mit Magi Mosler.

München - Von außen betrachtet sind die beiden ein ­etwas schräges Paar: Juristin Magi Mosler (29) und Landwirt Christian Schlemmer (27). Lesen Sie hier ihre Geschichte.

Sie sind jung, sie sind hip und sie haben noch viel vor: In der Münchner Gesellschaft rücken die Jungen nach. Doch sie möchten mehr sein als nur Söhne und Töchter von Eltern mit wohlklingenden Namen. Viele steigen ins Familiengeschäft ein, manche ziehen etwas ­Eigenes auf. Die einen lieben das gemütliche ­München und wollen niemals von hier weg, die anderen zieht es in die Ferne nach ­Mailand, Paris oder New York. In sieben Folgen stellt die tz die junge Münchner ­Society vor und ­beantwortet die ­wichtigsten Fragen zu den Youngsters: Wie sie ­leben, wo sie feiern, was sie bewegt und wovon sie träumen ...

Von außen betrachtet sind die beiden ein ­etwas schräges Paar: Eine Juristin, die in Passau und im spanischen Toledo studiert hat, die vom Rucksack-Trip durch Südamerika bis zum schicken Segeltörn in der Karibik schon alles gesehen hat und ihre Zukunft zumindest teilweise auch in Mallorca sieht, und ein Landwirt, der sich die meiste Zeit mit Fruchtabfolgen und Brauereigerste beschäftigt, sich bisher höchstens für ein paar Tage in Italien oder der Schweiz von seinem Hof losgeeist hat und fest an München gebunden ist.

„Ich bin nicht der extreme Akademiker, und er ist nicht der extreme Bauer“, so einfach erklärt Margarethe, genannt Magi Mosler (29), warum die Beziehung mit Christian Schlemmer (27) funktioniert. Gut ein Jahr sind die beiden jetzt zusammen, und fast genauso lang hat es gedauert, bis sie nach dem ersten Kennenlernen vor zwei Jahren auf dem Münchner Frühlingsfest zusammengekommen sind. „Am Anfang war ich noch nicht reif genug“, sagt er, und sie mit einem Lachen: „Du hast gedacht, ich bin zu alt!“

Zwei Jahre trennen die 29-Jährige und den 27-Jährigen nur, aber irgendwie haben die trotzdem gereicht, dass sie sich trotz des gemeinsamen Freundeskreises um Vanessa Dietl, Benni Brosi und Xaver Rattenhuber in München nicht ­früher begegnet sind. „Wir haben nie zusammen gefeiert, aber ich war ja auch meistens in Passau an der Uni“, erzählt Magi, die schon früh wusste, dass sie einmal in die Anwaltskanzlei Mosler und Partner ihres Vaters Dr. Harald Mosler einsteigen will, die sich vor allem mit Wirtschafts- und Immobilienrecht beschäftigt.

Seit Januar arbeitet sie jetzt dort, setzt Verträge für Gesellschaften auf, berät Unternehmen in Rechtsfragen und sieht zu, dass sie ­damit Konflikte möglichst schon im Vorfeld ausschließen kann. Das Juristen-Gen liegt ihr im Blut, neben dem Vater haben auch ihre ­Mutter und ihre jüngere Schwester Jura studiert, und sie mag den Umgang mit den Kunden.Ein Alleinstellungsmerkmal hat sie auch schon für sich gefunden. „Ich habe zwei Jahre in Toledo ­studiert und da einen ­Abschluss gemacht, ich könnte also auch in ­Spanien arbeiten.“ Nicht wenige der Münchner Mandanten ­haben auf ­Mallorca eine Wohnung oder ein Haus und könnten hin und wieder einen Rechtsbeistand brauchen. „Dafür könnte ich hier wohnen, und würde ab und zu hinfliegen.“ Die perfekte Kombination von Affinität und Beruf, denn seit Magi nach dem Abi eine Rucksacktour durch ­Kuba gemacht hat, ist sie ganz verliebt in die spanische Sprache.

Mehr noch natürlich in ihren Freund, mit dem sie es nach dem Ausbildungsstress genießt, die gemeinsame ­Zukunft zu planen. Der erste Schritt: Eine Wohnung in der Gegend um Neuhausen: „Da wäre ich schnell im ­Büro, und Christian hätte nicht so weit auf den Hof.“ Bis Juli war Christian Schlemmer unter der Woche im Internat bei Passau, wo er an der Höheren Landbauschule den Abschluss als staatlich geprüfter Agrar-betriebswirt gemacht hat, und ist jetzt frei für den Schlemmer-Hof in Haar und den Keglhof in Unterhaching. Noch hat sein Vater dort das Ruder in der Hand, aber irgendwann wird Christian die 100 Hektar Land und die 70 Hektar Wald ­alleine bewirtschaften. „Bauer ist man mit Leib und Seele, und ich hab’ mir nie was anderes vorstellen können“, sagt er. Schon als Kind war es seine Lieblingsbeschäftigung, mit dem Vater von morgens bis abends auf dem Traktor über die Felder zu fahren, auf ­denen Raps für Öl wächst, Erbsen für Tiernahrung, Mais und vor allem Braugerste.

„Das Wetter ist bei uns der Hauptfaktor. Wenn man was vorhat und es schön wird, dann geht es eben nicht,“ ­erklärt er seinen Alltag. ­Während der Erntezeit kann sein Tag schon mal von halb vier morgens bis Mitternacht dauern, aber irgendwie ­findet sich immer ein Weg für das, was neben der Arbeit am wichtigsten ist. „Ich fahr’ auch mal auf dem Traktor mit, und dann ratschen wir stundenlang“, sagt Magi Mosler. ­Gerade, dass ihre Berufe so unterschiedlich sind, sei da von Vorteil. „Weil wir total viel voneinander lernen“, wie die Rechtsanwältin sagt, die sich beim Blick aus dem Zug- oder Autofenster auf einmal fragt, was auf den vorbeirasenden Feldern wohl angebaut wird.

Und überhaupt – sie mag das Landleben einfach. „Ich mag’s bodenständig, und ich kenn’ auch die Kultur da.“ ­Ihre Großeltern väterlicherseits lebten eine Zeit lang auf einem Hof in Wolfratshausen, die Oma mütterlicherseits ­hatte einen bei Erding, die Großtante eine Wirtschaft bei Münsing. „Sechs Jahre habe ich da gekellnert, so am ­Wochenende, im Fasching und beim Feuerwehrball. Da ist von Loriot bis zum Bauer jeder hingegangen, da war die Tonart auch mal rauer.“ So wie auf dem Feld, „wenn s mal bei der Ernte matzt“, wie ihr Freund sagt, oder der Satz gilt: „Ned gschimpft is gelobt ­genug.“

Auch sonst darf es gerne mal ein bisschen rustikaler sein: Die beiden lieben Events wie den Filser- oder Kocherlball, die Wiesn und das Frühlingsfest. Die Tracht gehört da ganz selbstverständlich dazu. „Immer, wenn ich ein Dirndl anziehen kann, zieh’ ich ’s auch an“, sagt Magi, die mit Christian auch gerne bei ihm zu Hause in die Kirche geht. „Das finde ich total schön, da kann man mal zur Ruhe kommen und die Gedanken ordnen“, sagt sie. Und dann ist da noch ein Gedanke, den oft Leute äußern, die das junge Paar gerade erst kennenlernen: „Wir werden oft gefragt, wie lange wir schon verheiratet sind“, sagt Christian und lacht. Und, schon mal an Hochzeit gedacht? „Nee! Wir schauen erst mal, wie die anderen heiraten!“ Gut, dann schau’n mer mal.

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