Münchner wollen Popstars werden

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Die neue Jury beim Casting in München (v .l.): Alex Christensen, Michelle Leonard und Detlef D! Soost.

München - Nur wenige Sieger der Castingshow Popstars machten tatsächlich Karriere im Musikgeschäft. Etwa die No Angels oder Monrose.

 Aber wissen Sie noch, wie das Siegerquartett von 2008 heißt? Jahr für Jahr träumen tausende junge Menschen den Popstar-Traum. Einige wenige dürfen als ­Eintagsfliegen am Ruhm schnuppern. Die meisten fallen in ein Tal der Tränen. Trotzdem haben sich für die diesjährige, achte Staffel abermals mehr als 5000 Burschen, Mädchen und junge Erwachsene ­beworben.

Besonders ­viele, nämlich 305, kommen direkt aus München ; zwölf Talente von der Isar stellt die tz auf dieser Seite vor. Mit der Casting-Aufzeichnung aus Stuttgart startet Pro7 heute auf den Bildschirmen in die achte Runde. Zwei Wochen später ist das Vorsingen in der Münchner Alten Kongresshalle zu sehen. Die Castingshow Popstars wurde 1999 in Neuseeland erstmals ausgestrahlt und dann in mehr als 50 Länder exportiert. Einzig in Deutschland ist Popstars auch heute noch populär. So verzeichnete Pro7 bei der vergangenen Staffel durchschnittlich 2,5 Millionen Zuschauer; nur 2006 (Siegerband Monrose) waren es mit 3,4 Millionen noch mehr.

Popstars: Die Sieger aller Staffeln und was aus ihnen geworden ist

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1. Staffel (2000): No Angels. Lucy, Vanessa, Nadja, Jessica und Sandy (v.l.) präsentieren stolz ihre erste CD "Elements". Das Quintett verkaufte bis zu seiner Auflösung im Jahr 2003 rund fünf Millionen Platten und ist die erfolgreichste deutsche Girlgroup aller Zeiten. © dpa
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2007 taten sich vier der Sängerinnen wieder zusammen. Die Single "Disappear" schaffte es zwar bis auf Platz 4 der deutschen Charts. Damit beim "Eurovision Song Contest" anzutreten, erwies sich jedoch als schlechte Idee: Die Girlgroup belegte den geteilten letzten Platz. Unterm Strich sind die No Angels dennoch die mit Abstand erfolgreichste Band, die die Sendung "Popstars" hervorgebracht hat. © dpa
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2. Staffel (2001): Bro'Sis. Gleich im Sommer schob RTL2 die zweite Staffel nach. Heraus kam die Band Bro'Sis, bestehend aus vier Sängern und zwei Sängerinnen (v.l. Faiz, Hila, Ross, Indira, Giovanni und Shaham). © dpa
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Die Band verkaufte immerhin rund 1,5 Millionen Singles und brach 2005 auseinander. Mehrere Mitglieder versuchten sich mit Solo-Karrieren - erfolglos. © dpa
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3. Staffel (2003): Overground und Preluders. Erstmals lief eine Popstars-Staffel bei ProSieben. Sie trug den Untertitel "Das Duell": Gleich zwei Bands wurden gecastet und sollten sich messen. Overground (Foto) gewannen den Kampf, waren jedoch verglichen mit den Vorgänger-Acts genauso erfolglos wie ... © dpa
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... die unterlegenen Preluders. Overground hatten mit "Schick mir 'nen Engel" ebenso einen Nummer-1-Hit wie die Preluders mit "You can get it". Die Mädels-Band löste sich 2006 offiziell auf, die Jungs haben auf unbestimmt eine Pause eingelegt und versuchen sich derzeit erfolglos an Solokarrieren. © dpa
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4. Staffel (2004): Nu Pagadi. Nach dem Flop der dritten Staffel musste für die vierte was Neues her: Die Band sollte auf Rock gebürstet werden und eine andere Zielgruppe bedienen als die klassischen Boy- und Girlbands. © dpa
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Wegen bandinterner Querelen ging der Schuss jedoch voll nach hinten los. Die Band veröffentlichte nur ein einziges Album. Doreen (2.v.r.) hielt es nur fünf Monate aus, die restliche Band läste sich ein halbes Jahr später auf. Vorher hatten sie immerhin gemeinsam den Nummer-1-Hit "Sweetest poison" mit der unvergesslichen Zeile "Ich bin Nitroglycerin, lösche Feuer mit Benzin". © dpa
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5. Staffel (2006): Monrose. Nach dem gescheiterten Gothic-Experiment sollte es mit der fünften Staffel zurück zu den Wurzeln gehen. Eine reine Mädelsband wurde gesucht, die an die Erfolge von No Angels anknüpfen sollte. Das Konzept ging mit Monrose auf. © dpa
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Mandy, Senna und Bahar (v.l.) sind noch heute "groß" im Geschäft: Alle sechs Singles schafften es in die deutschen Top Ten, auch "Strike the match" im Juni 2008. © dpa
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6. Staffel (2007): Eine neue Staffel, ein neues Konzept: Room2012 sollten mit Falsettgesang und smoothen Beats in die Fußstapfen von Justin Timberlake treten. Doch die Geschichte von Sascha (l-r), Julian, Cristobal und Tialda ist die des größten Flops der Popstars-Geschichte. © dpa
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Ihre drei Singles verstaubten in den Plattenregalen, schafften gerade mal die Chartpositionen 30, 10 und 52. Ob es überhaupt zu einer vierten Single kommt, ist unklar: Nach "Bravo"-Informationen läuft der Plattenvertrag der Band im Oktober aus. © dpa
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7. Staffel (2008): Victoria, Antonella, Gabriella und Leo gingen als Siegerinnen aus der letzten Staffel hervor. Nach dem Flop der Vorgängerband war diesmal wieder eine reine Mädchen-Combo gefragt. Name: Queensberry. © dpa
Queensberry
Doch das Quartett floppte. Obwohl die erste Single aus "No Smoke" und "I can't stop feeling" am 20. Februar 2009 als Doppel-A-Seite veröffentlicht wurde, wollte sie kaum jemand kaufen. Ein Charteinstieg auf Rang 23 ist angesichts der medialen Aufmerksamkeit eine Riesenenttäuschung. © dpa
8. Staffel (2009): An das Duo namens Some & Any, bestehend aus Vanessa und Leonardo, erinnern sich wohl nur noch echte Fans. Denn die Band gab's nicht sehr lange. © dpa
Das Duo löste sich nach weniger als einem Jahr wieder auf. Ihre erste Single landete auf Platz 16, ihr Album nur auf Rang 47. Immerhin: Kim Wilde nahm einen Song von ihnen neu auf. © dpa
9. Staffel (2010): "Girls forever" lautete das Motto dieser Staffel, die Siegerband LaVive sollte in die Fußstapfen von Monrose und No Angels treten, die ebenfalls reine Mädchenbands waren. © dpa
Da wurde dann aber nichts draus: LaVive wurden 2011 aufgelöst, auch sie schafften es mit Single (Platz 13) und Album (Platz 44) nicht an die Chartsspitzen. © dpa
10. Staffel (2012): Wenig schmeichelhaft - ProSieben verkürzte die Dauer der 10. Staffel, wohl auch wegen schwacher Quoten. © dpa
Die Siegerband hört auf den Namen Melouria © dpa

Weil sich die Erfolgsshow immer wieder selbst erfinden muss, gibt es auch heuer einige Neuerungen. „Wir suchen die kleinste Band der Popstars-Geschichte“, erklärt Stammjuror Detlef D! Soost (39). Getreu dem Staffelmotto Du & Ich soll am Ende ein hitparadentaugliches Gesangsduett übrig ­bleiben, das auch gleichgeschlechtlich sein kann. Neben Soost sitzt nun der Musikproduzent und Grand-Prix-Flop Alex Christensen (42) am Jurypult; der Hamburger gehörte 2001 schon einmal zur Expertenrunde. Außerdem die aus England stammende und in Köln lebende Songwriterin Michelle Leonard (36).

Neu ist auch, dass der Workshop im Show-Mekka Las Vegas über die Bühne geht. Das Anforderungsprofil beschreibt Michelle wie folgt: „Wir suchen Leute, die, wenn sie auf die Bühne gehen, sagen: Das hier ist mein Revier.“ Beim Casting in München scheint die Jury fündig ­geworden zu sein. Mi­chelles spontane Reaktion: „Hier waren einige Kracher dabei.“ 2008 siegten übrigens Queensberry. Rang fünf war ihre beste Chartplatzierung. Nun tingeln sie über kleine Festivals.

IW.

„Popstars“, donnerstags, 20.15 Uhr, Pro7

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