Servus, Karl

Musikantenstadl-Erfinder Karl Moik gestorben

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Karl Moik.

München - Immer wieder hatten wir in den vergangenen Wochen versucht, ihn zu erreichen. Wir hätten gerne mit ihm gesprochen. Zu erreichen war Karl Moik nicht. Nun wissen wir: Er war im Krankenhaus, am Donnerstag ist er im Alter von 76 Jahren verstorben.

Immer wieder hatten wir in den vergangenen Wochen versucht, ihn zu erreichen. Wir hätten gerne mit ihm über den Musikantenstadl gesprochen, über den Rausschmiss von Andy Borg und vor allem hätten wir gerne gewusst, wie es ihm geht. Zu erreichen war Karl Moik nicht. Er sei im Urlaub, hieß es. Nun wissen wir: Er war im Krankenhaus, es ging ihm nicht gut, ein Nierenleiden machte ihm zu schaffen. Am Donnerstagmorgen ist der Moderator nun im Alter von 76 Jahren in Salzburg verstorben, wie ein Sprecher des Österreichischen Rundfunks bestätigte. Seine geliebte Frau Edith war bei ihm. 50 Jahren waren die beiden verheiratet.

Karl Moik war von Haus aus Werkzeugmacher, sein Herz aber schlug schon als Schüler für die Unterhaltung. Er spielte leidenschaftlich Klavier und Akkordeon, Anfang der 70er-Jahre absolvierte er eine Sprechausbildung am Mozarteum in Salzburg und tingelte als Mitglied des Jazz-Trios Jolly Austrians durch die Lande.

Einem Millionenpublikum wurde der gebürtige Linzer 1981 bekannt, als er – zunächst im österreichischen Fernsehen, zwei Jahre später dann auch in der ARD – den Musikantenstadl ins Leben rief. Es war sein Stadl, mit Leib und Seele moderierte Moik die Eurovisions-Sendung, die Künstler kamen gerne zu ihm – nicht nur, weil sie wussten, dass die Show erfolgreich war. Nein, sie kamen gerne, weil Moik ein wunderbarer Gastgeber war. „Seine unermüdliche Begeisterung, sein aufopfernder Enthusiasmus und sein Gespür für Unterhaltung machten Karl Moik zum ,Mister Musikantenstadl’“, würdigt ihn ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

2005 gaben ARD und ORF dann überraschend die Trennung von Moik bekannt. Mit dem Silvesterstadl verabschiedete sich Moik am 31. Dezember 2005 von seinen treuen Zuschauern. Der Abschied fiel ihm schwer, er hatte Tränen in den Augen, war zutiefst bewegt. Wie sehr ihn sein Aus beim Stadl mitgenommen hatte, zeigte sich aber erst am Tag darauf: Moik erlitt einen Schwächeanfall, musste ins Krankenhaus.

Aber, wer ihn kennt, weiß: Der zweifache Vater ist ein Kämpfer. Wieder genesen, machte Moik denn auch keinen Hehl daraus, dass er mit der Entscheidung, ihn durch Andy Borg zu ersetzen, unglücklich war. Was freilich nicht an Borg lag, den er stets sehr geschätzt hatte. Nein, Moik fühlte sich abserviert und rechnete in Talkshows mit der TV-Branche ab.

Vor gut einem Jahr erlitt er dann einen Herzinfarkt. In seiner Lunge bildete sich Wasser, er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Karl Moik erholte sich aber auch davon, lernte neu sprechen und kämpfte sich zurück ins Leben – immer getragen von der Liebe zu seiner Frau Edith. Ende des vergangenen Jahres dann der Schock: die Nieren arbeiten doch nicht mehr richtig. Zuletzt musste er in einem Salzburger Krankenhaus behandelt werden. Gestern Morgen verließen Karl Moik dann die Kräfte – die Folge des Infarkts im vergangenen Jahr.

Moiks junger Moderatoren-Kollege und Freund Stefan Mross (Immer wieder sonntags): „Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie traurig ich bin. Bin nur am Weinen. Ich bin bei Familie Moik. In tiefer Trauer. Euer Stefan.“

Stefanie Thyssen

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