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Musik-Star wird für Preis nominiert - und ruft deshalb Fans zu Boykott auf: „Was hat sich die Jury dabei gedacht?“

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Von: Kai Hartwig

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„Der Nino aus Wien“ überraschte mit seiner Reaktion auf eine Preis-Nominierung.
„Der Nino aus Wien“ überraschte mit seiner Reaktion auf eine Preis-Nominierung. © Pamela Russmann

Zumeist freuen sich Künstler über die Nominierung für einen Preis. Ein österreichischer Musiker reagierte darauf nun ungewöhnlich - und lehnt die Auszeichnung ab.

Wien – Für viele Künstler ist neben dem Erfolg auf der Bühne, Leinwand oder in den Charts die Auszeichnung mit einem Preis eine Bestätigung der eigenen Leistung. Zumeist sorgt bereits die Nominierung für einen Award bei den betroffenen Personen für große Freude.

In Österreich wurde jetzt der Musiker Nino Mandl, besser bekannt unter seinem Künstlernamen „Der Nino aus Wien“, mit einer Nominierung bedacht. Doch seine Reaktion auf diese vermeintliche Ehre fiel alles andere als begeistert aus.

Die Jury des Nestroy-Theaterpreises nominierte „Der Nino aus Wien“ für den Publikumspreis. Der Musiker zeigte sich darüber auf Instagram höchst verwundert – und forderte dazu auf, ihn nicht zu wählen. Mandl erklärte seinen Boykott-Aufruf und warum er diese Auszeichnung nach eigener Auffassung nicht verdient habe.

Österreich: Musiker „Der Nino aus Wien“ nach Nominierung für Preis mit Boykott-Aufruf

„Ich habe 2019 gemeinsam mit Natalie Ofenböck für das Stück ‚Geschichten aus dem Wiener Wald‘ Musik geschrieben und gespielt. Das Stück wurde nicht nominiert. Die Musik auch nicht. Nur ich. Mit lauter SchauspielerInnen“, schrieb er auf dem offiziellen Instagram-Account von „Der Nino aus Wien“.

Dabei übte er scharfe Kritik an der Jury-Entscheidung. „Ich bin kein Schauspieler. Was hat sich die Jury dabei gedacht. Bitte votet für einen der echten SchauspielerInnen (zB Otto Schenk). Liebe aus Italien“, appellierte der Sänger und Songschreiber an seine Fans, ihre Stimmen für den Nestroy-Publikumspreis anderweitig zu vergeben.

Der österreichische Theaterpreis Nestroy wird seit dem Jahr 2000 vergeben. Die Auszeichnung der Stadt Wien, die als Nachfolger der traditionsreichen Kainz-Medaille (1958 bis 1999) gilt, wird in insgesamt vierzehn Kategorien verliehen – von einer Jury aus Theaterkritikern der Alpenrepublik. Dass sich diese auch für „Der Nino aus Wien“ entschieden, anstatt einen Schauspieler oder eine Schauspielerin in die engere Auswahl zu nehmen, stieß dem Musiker bitter auf.

Österreich: Musiker „Der Nino aus Wien" erhält auf Instagram Zustimmung für Boykott-Aufruf

Für seine konsequente Haltung erntete er bei Instagram derweil große Zustimmung und Respekt unter seinen Followern. In den Kommentaren unter dem Aufruf von „Der Nino aus Wien“ hieß es unter anderem „Chapeau! Wird erledigt“ oder auch „Coole Socke“ und „Stark“. Tatsächlich wäre Nino Mandl der erste Musiker, dem der Nestroy-Publikumspreis zuteil würde. Bislang wurde dieser seit Bestehen ausschließlich an Schauspieler und Regisseure vergeben.

Für „Der Nino aus Wien“ wäre der Nestroy unterdessen nicht die erste renommierte Auszeichnung der Karriere. Der österreichische Liedermacher gewann 2016 den größten Musikpreis des Landes. In der Kategorie „Alternative Pop/Rock“ bekam er den Amadeus Austrian Music Award – und nahm diesen auch gerne an. (kh)

Video: Ein Volltreffer - 10 Jahre „Der Nino aus Wien“

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