Bekannt aus „In aller Freundschaft“

Schauspielerin Kammann im Interview: So kämpft sie gegen die drohende Erblindung

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Spielte 16 Jahre lang in der Serie „In aller Freundschaft“ mit: Jutta Kammann hat sich mittlerweile weitgehend zur Ruhe gesetzt.

Nach ihrem Serien-Aus bei „In aller Freundschaft“ hat sich Jutta Kammann aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Im Interview spricht sie über den Kampf gegen die drohende Erblindung und ihr TV-Comeback.

München - Sie spielte von 1998 bis 2014 Oberschwester Ingrid in der Sachsenklinik der Erfolgsserie „In aller Freundschaft“. 16 Jahre lang füllte Jutta Kammann (74) die Rolle aus - und auch umgekehrt war es eine wichtige Lebensabschnittsaufgabe für sie. Ihr Serien-Aus hat Kammann vor vier Jahren schwer zu schaffen gemacht - sie zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, gab ihr Haus auf und nahm sich ein betreutes Appartement in Münchens Nobel-Seniorenresidenz Augustinum, um ihrer schweren und unheilbaren Augenkrankheit, einer Makula-Degeneration, zuvorzukommen, die zur völligen Erblindung führen kann. Vor Kurzem musste sich Jutta Kammann wieder operieren lassen - wenig später traf die tz die Schauspielerin auf Gut Aiderbichl.

Wie geht es Ihren Augen jetzt?

Kammann: Ich hatte gerade diese Operation, die ist ein wenig danebengegangen, das passiert leider. Das liegt gar nicht mal am Chirurgen, vielleicht hatte das linke Auge vorher zu viel Überdruck. Ich leide an der Makula-Degeneration schon seit rund zehn Jahren - es ist eine Alterskrankheit, und bei mir ist sie zwanzig Jahre zu früh gekommen. Ich weiß nicht wodurch, vielleicht durch die großen Scheinwerfer im Fernsehstudio.

Wenn ich Ihnen jetzt gegenüberstehe, sehe ich nichts.

Kammann: Nein, von außen sieht man nichts, aber mein Sehvermögen ist getrübt. Auf dem Auge (deutet aufs linke) sehe ich deutlich schlechter. Aber ich lebe damit, ich versuche das Beste daraus zu machen. Es wäre allerdings schöner ohne.

Gerade hatten Sie eine kurze Gastrolle - wieder „In aller Freundschaft“. Bleibt es dabei oder wird es wieder mehr?

Kammann: Es wird hoffentlich wieder mehr. Wobei: Ensembledienst, also ständig spielen, mache ich nicht mehr. Ich bin jetzt 74, und ich muss nicht mehr jeden Tag arbeiten. Aber so ein- oder zweimal im Jahr wäre schön. Man will jetzt ein gutes Buch auf mich schreiben und dann komme ich, so sind wir verblieben.

Würden Sie sich noch mal auf eine ­Theaterbühne stellen?

Kammann: Nein, den Stress tue ich mir nicht mehr an. Ich weiß gar nicht, ob ich das emotional noch aushalten würde - der Stress vor der Premiere, die Angst, nicht gut genug zu sein, da sind wahnsinnige Ängste dahinter. Ich bin ja auch im ­Augustinum gefragt worden, ob ich mal was spielen will.

Und?

Kammann: Nein. Erstens mache ich den Beruf nur gegen Geld (lacht) und dann kann man nie allen gefallen. Da sitzen dann Leute und sagen, na so gut ist sie ja auch nicht.

Sie müssen sich dem nicht mehr aussetzen...

Kammann: Sehen Sie, ich habe über 50 Jahre wirklich durchgearbeitet, ich habe zehn Jahre meinen kranken Mann gepflegt. Ich freue mich, wenn ich mal Zeit für mich habe. Wie hier auf Gut Aiderbichl.

Sie sind eine große Unterstützerin des Tierrefugiums. Sie kennen den Gründer Michael Aufhauser ja noch von der Schauspielerei...

Kammann: Wir sind einst zusammen auf der Bühne gestanden - und seitdem bin ich für ihn immer die große Schauspielerin geblieben.

Und wie waren seine schauspielerischen Leistungen?

Kammann: Ich glaube sein späteres Leben war erfolgreicher, effektiver und vor allem sinnvoller.

Wie werden Sie Weihnachten feiern?

Kammann: Ich werde wahrscheinlich im Augustinum bleiben. Das machen sie dort ganz bezaubernd. Ich habe zwei Einladungen, die sind mir aber zu weit weg. Ich habe meine Freunde im Seniorenstift, ich kann mir einen Baum in die Wohnung stellen, dort habe ich alles, was ich brauche.

Sie wohnen seit vier Jahren dort. Haben Sie Ihre Entscheidung jemals bereut?

Kammann: Nein! Das ist für mich wie ein Lottogewinn, sensationell! Ich bin dem lieben Gott auch sehr dankbar, dass ich es so gemacht habe, dass ich zu den Privilegierten gehöre, mir das leisten zu können. Sicher, ich muss auch rechnen, muss gucken, dass ich nicht über eine bestimmte Summe komme. Aber ich gehöre zu den Beschenkten der Welt.

Update vom 3. Januar 2018: Die erfolgreiche Serie „In aller Freundschaft“ geht 2019 in die 22. Staffel. Die Ärzte sind wieder auf die Suche nach der großen Liebe.

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Interview: Maria Zsolnay

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