Der griechische Weltstar

Nana Mouskouri: Karriere und Privatleben der Sängerin

Konzert von Nana Mouskouri
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Nana Mouskouri bei einem Konzert

Nana Mouskouri verfolgte schon früh ihre Karriere als Jazzsängerin. Mit ihrem Hit „Weiße Rosen aus Athen“ feierte sie in den 1960er Jahren auch ihren Durchbruch in der Schlagerbranche. Alle Infos über Karriere und Privatleben.

  • Nana Mouskouri gelang Anfang der 1960er Jahre der Durchbruch mit ihrem Erfolgshit „Weiße Rosen aus Athen.“
  • Als „Girl From Greece“ gelang ihr aber auch gleichzeitig ein sensationeller Erfolg als Jazzsängerin.
  • Später ging die „Madonna des Schlagers“ in die Politik und war auch als Europa-Abgeordnete für Griechenland aktiv.

Genf, Athen, Paris – Die griechische Sängerin Nana Mouskouri ist seit den 1960er Jahren eine feste Größe im internationalen Musikbusiness. Seit ihrem Durchbruch mit dem Welterfolg „Weiße Rosen aus Athen“ hat sich viel getan. Sie machte nicht nur als Interpretin deutscher Lieder Karriere, sondern war auch international eine gefeierte Jazzsängerin. Die Künstlerin blickt auch eine politische Karriere zurück und lebt heute mit ihrem langjährigen Lebensgefährten André Chapelle abwechselnd in Genf, Athen und Paris.

Nana Mouskouri – Erste musikalische Erfolge als Jazzsängerin

Nana Mouskuori erblickte am 13. Oktober 1934 als Ioanna Mouschouri in Chania auf der griechischen Insel Kreta das Licht der Welt.

Für das Musikstudium verließ Nana Mouskouri gemeinsam mit ihrer Schwester die Heimat und absolvierte eine Ausbildung in den Fächern Gesang, Klavier und Harmonielehre am Athener Konservatorium. Neben ihrer klassischen Ausbildung hatte sie auch eine ausgeprägte Leidenschaft für Jazzmusik, die sie auch bei ihren ersten Auftritten zu Gehör brachte. Bereits damals zählten Ella Fitzgerald, Billie Holiday oder Frank Sinatra zu ihren großen Vorbildern. Da ihre Liebe zum Jazz am Ende überwog, brach sie ihr Studium ab und wurde Mitglied im Quartett „The Athenians“, das auch als Dreierformation „Trio Kantsone“ durch die Jazz-Clubs der griechischen Hauptstadt tourte. Bald schon machte Mouskouri auch Bekanntschaft mit dem griechischen Komponisten Manos Hadjidakis. Seine Lieder ermöglichten ihr später den finalen Durchbruch als Sängerin.

Nana Mouskouri – Durchbruch mit „Weiße Rosen aus Athen“

Bereits 1958 erschienen ihre ersten Singles auf dem griechischen Musikmarkt. Ein Jahr später gewann sie beim „Festival de la Chanson Héllenique“ den ersten Preis und sang sich auch in den Folgejahren bei dem Festival an die Spitze. Ihren ersten internationalen Erfolg konnte sie 1960 in Barcelona für sich verbuchen. Durch eine Plattenproduktion mit Mikis Theodorakis wurde Mouskouri schließlich in Griechenland zum gefeierten Star. Der finale Durchbruch kam mit dem Song „Weiße Rosen aus Athen“ aus dem Jahr 1961. Der Hit wurde in diversen Sprachen veröffentlicht und wurde zum Welthit. Allein die deutschsprachige Single ging innerhalb der ersten sechs Monate anderthalb Millionen Mal über den Ladentisch. 1962 gab es dafür die Goldene Schallplatte.

Nana Mouskouri – „The Girl from Greece“ erobert die USA

1962 ging für Mouskouri ein weiterer Traum in Erfüllung. Gemeinsam mit der Jazz-Legende Quincy Jones brachte sie in den USA das Jazz-Album „The Girl From Greece Sings“ auf den Markt, das ihr auch den Weg ins amerikanische Showgeschäft ebnete. Obwohl die Platte kommerziell kein sonderlicher Erfolg war, wurde Sänger Harry Belafonte auf die griechische Sängerin aufmerksam. Mit ihm ging sie schließlich auch auf Tour. Die gemeinsame Platte „An Evening With Belafonte/Mouskouri“ war vor allem in den USA ein Kassenschlager. In dieser Zeit trat die Griechin auch schon beim Eurovision Song Contest an und ging für Luxemburg mit dem Lied „A force de prier“ ins Rennen. In Europa und vor allem auf dem deutschsprachigen Markt wurde die Schlagerqueen erst 1999 auch als Jazzsängerin wahrgenommen. Die Wiederaufnahme ihres ersten Jazz-Albums unter dem Titel „Nana Mouskouri in New York“ wurde schließlich auch in Deutschland ein großer Erfolg.

Nana Mouskouri – Schlagerikone in Deutschland und Frankreich

Ab den 1970er Jahren wurde Nana Mouskouri auch in Deutschland ein gefeierter Star. Gemeinsam mit dem Liedermacher Rolf Zuchowski schuf sie unter anderem den Hit „Guten Morgen, Sonnenschein“. Aber auch die deutsche Fassung des Songs „Only Love“ mit dem deutschen Titel „Aber die Liebe bleibt“ wurde zum Erfolgshit in Deutschland. Später konzentrierte sich die Sängerin vor allem auf das Produzieren und Veröffentlichen von Alben. 1993 brachte sie das von Michel Legrand produzierte Album „Hollywood – Great Songs From the Movies“ auf den Markt. 2004 wurde die 34 CDs umfassende Box „Collection“ mit sämtlichen französischen Aufnahmen veröffentlicht, nebst einigen Bonustiteln in verschiedenen Sprachen. Ein Jahr später kam mit „Complete“ eine ähnliche Kompilation auf Englisch auf den Markt. Zwar hatte die Sängerin bereits 2008 ihre Abschiedstournee gegeben. Dennoch steht Mouskouri bis heute immer wieder für vereinzelte Auftritte auf der Bühne.

Nana Mouskouri – Der kommerzielle Erfolg der Sängerin

Durch regelmäßige Tourneen sowie zahlreiche und kontinuierliche Plattenveröffentlichungen wurde Nana Mouskouri zu einer der erfolgreichsten Künstlerinnen der Welt. Allein der kommerzielle Erfolg überrascht wenig, denn die Sängerin hat nie längere Pause eingelegt, sondern konstant jährlich neue Lieder und Alben auf den Markt gebracht. Ausschlaggebend war mitunter auch ihre Vielseitigkeit und sprachliche Begabung. Der Weltverband der Phonoindustrie ermittelte 2015 sogar, dass sie mit 300 Millionen verkauften Tonträgern nach Madonna die erfolgreichste Sängerin weltweit sei, weswegen sie mitunter auch gerne als „Madonna des Schlagers“ bezeichnet wird. Die Alben, mit denen sie auch Chartplatzierungen ergattern konnte, waren:

  • 1966: An Evening with Belafonte/Mouskouri
  • 1969: Over and Over
  • 1970: The Exquisite Nana Mouskouri
  • 1970: Recital `70
  • 1971: Turn On the Sun
  • 1972: British Concert
  • 1973: Songs from Her TV Series
  • 1974: Spotlight on Nana Mouskouri
  • 1975: Sieben schwarze Rosen
  • 1976: Die Welt ist voll Licht
  • 1976: Passport
  • 1978: Glück ist wie ein Schmetterling
  • 1978: Lieder, die die Liebe schreibt
  • 1981: Meine Lieder sind mein Leben
  • 1981: Alles Liebe…
  • 1986: Alone
  • 1986: Kleine Wahrheiten
  • 1988: The Magic of Nana Mouskouri
  • 1991: Only Love – The Best of Nana Mouskouri
  • 2000: Classic
  • 2001: At Her Very Best
  • 2001: Erinnerungen – meine größten Erfolge
  • 2004: Ich hab gelacht, ich hab geweint
  • 2008: Meine schönsten Welterfolge
  • 2018: Forever Young

Der Jahrzehntelange Erfolg lässt sich auch an den 300 Goldenen, Platin- und Diamantenen Schallplatten messen. Im Jahr 2015 wurde sie mit dem ECHO für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Ihr Vermögen beläuft sich netto auf rund 280 Millionen Dollar.

Nana Mouskouri – Politisches Engagement in ihrer Heimat

Nana Mouskouri war auch politisch einige Zeit aktiv. Sie beteiligte sich unter anderem an der Opposition gegen die Diktatur der Obristen in Griechenland. Im Juli 1984 trat sie nach über 20 Jahren im Exil wieder in ihrer griechischen Heimat auf und gab Konzerte im „Odeon des Herodes Atticus“. Die Mitschnitte davon sind später auch auf Platte erschienen. Von 1994 bis 1999 war sie fünf Jahre lang Europa-Abgeordnete für die konservative Nea Dimokratia. Eine weitere Amtszeit lehnte sie ab, da sich nach ihren Angaben im EU-Parlament alles um Machterhalt und Parteipolitik drehe und weniger um Wahrheit und Freiheit. Seit 1993 ist Mouskouri zudem UNICEF-Sonderbeauftragte.

Nana Mouskouri privat: Ehemänner, Kinder, Wohnorte

1960 heiratete Mouskouri Georgios Petsilas. Er war der Kapellmeister, Komponist und Gitarrist ihres langjährigen Begleitorchesters „Athenians“. Mit ihm hat sie zwei Kinder: Sohn Nicolas (geboren am 13. Februar 1968) und Tochter Hélène (geboren am 7. Juli 1970). Die Ehe von Nana und Georgios wurde nach 16 Jahren wieder geschieden. Ihre beiden Kinder sind unterdessen selbst in der Unterhaltungsbranche tätig. Sohn Nicolas arbeitet im Filmgeschäft und Tochter Hélène tritt unter dem Künstlernamen Lénou auf. Im Januar 2003 hat Mouskouri ihren langjährigen Lebensgefährten André Chapelle geheiratet. Die Weltenbummlerin lebt abwechselnd in Athen, Genf und Paris.

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