Mutter und Tochter schreiben Buch über Mobbing

Natascha und Cheyenne Ochsenknecht kämpfen gegen Hass im Internet

Mutter Natascha Ochsenknecht und ihre Tochter Cheyenne lassen sich bei einem Event sitzend fotografieren
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Mama Natascha (re.) und Tochter Cheyenne Ochsenknecht haben ein Buch über Mobbing im Internet herausgebracht

Seit Jahren wird Model Cheyenne Ochsenknecht gemobbt. Erst in der Schule, mittlerweile in den sozialen Netzwerken. Weil die Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen gehen, haben Cheyenne und ihre Mama Natascha Ochsenknecht jetzt ein Buch über Hass im Internet geschrieben.

  • Mutter und Tochter Ochsenknecht schreiben Buch über Mobbing
  • Ratgeber soll anderen Opfern helfen
  • Hass in den sozialen Netzwerken

Jetzt reicht’s! Kaum hatte Cheyenne Savannah Ochsenknecht (20) am Wochenende ihre Schwangerschaft öffentlich gemacht, hagelte es auf Instagram wieder Hasskommentare. „Seit Cheyenne ein kleines Mädchen ist, wird sie gemobbt“, erzählt Mama Natascha Ochsenknecht (56) der tz. Woran das liegt, weiß die Ex-Frau von Schauspieler Uwe Ochsenknecht (64) nicht. „Cheyenne war als kleines Kind sehr schüchtern, ruhig und zurückhaltend. In der Schule wurde sie immer wieder von Mitschülern gepiesackt, dabei ging es oft ums Äußere.“

Und auch heute noch wird das junge Model oft für ihr Aussehen kritisiert. Vor allem auf Facebook und Instagram muss die gebürtige Münchnerin Beleidigungen und Beschimpfungen einstecken. Weil sich Mutter und Tochter die Hetze im Internet nicht mehr gefallen lassen möchten, haben sie nun ein Buch herausgebracht. Wehr dich! (Komplett-Media Verlag) heißt der Ratgeber, der Mobbingopfern helfen soll. „Wenn dir jemand schreibt, du bist hässlich wie die Nacht, dann musst du dich wehren“, so Natascha Ochsenknecht.

Auch Bayerns Justizminister setzt sich ein

Auch ihre Tochter wehrte sich. Cheyenne stellte ihre Angreifer bloß, veröffentlichte krasse Privatnachrichten im Internet. Schlimme Fälle meldete sie der Polizei und zeigte die Verfasser an. „Die Polizei hat super reagiert“, schwärmt Ochsenknecht. Wie wichtig die Bekämpfung von Cybermobbing ist, betont auch immer wieder Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (49). „Hass und Hetze sind keine Bagatelle, sondern eine Gefahr für die Demokratie. Sie gefährden die Meinungsfreiheit und vergiften das gesellschaftliche Klima. Aus Worten können Gewalttaten werden“, sagt er. Das weiß auch Natascha Ochsenknecht. „Meine Tochter hatte zeitweise wirklich Angst, weil sie Morddrohungen erhalten hat. Und es gibt andere Kinder, die können damit nicht umgehen und springen aus dem Fenster.“ Den Grund für die Mobbingattacken gegen ihre Tochter kann das frühere Model nur vermuten: Neid.

Jeder hat das Recht, so zu leben, wie er möchte

Natascha Ochsenknecht

„Sie ist ein hübsches, junges Mädel.“ Natürlich blockiere Cheyenne Kontakte, die sie angreifen, aus den sozialen Netzwerken zurückziehen möchte sich die junge Frau aber nicht. „Nur, weil man zum Opfer gemacht wird, muss man doch sein Leben nicht ändern“, sagt auch Mama Ochsenknecht. „Gerade dann biete ich denen doch die Stirn und sage, mit mir nicht, es muss was mit den Tätern passieren. Jeder hat das Recht, so zu leben, wie er möchte, egal wie er aussieht oder wie er rumläuft.“ Ochsenknecht selbst hilft und unterstützt ihre drei Kinder Wilson Gonzalez (30), Jimi Blue (28) und Cheyenne Savannah, wo sie nur kann. „Früher schon habe ich immer ziemlich schnell gemerkt, wenn etwas nicht stimmte, auch in der Schule, denn ich kenne meine Kinder wirklich gut. Wenn Cheyenne zum Beispiel Bauchschmerzen hatte und nicht in die Schule wollte, habe ich mit ihr geredet und gefragt, was los ist.“ Ihr Rat sei in der Familie immer gefragt.

„Du bist ein Zufallsopfer“

„Als die Hasskommentare im Internet losgingen, habe ich zu Cheyenne gesagt, es bringt nichts, da zurückzuschreiben. Du bist ein Zufallsopfer. Du hast keine Schuld und kannst immer posten, was du willst.“ Seit sich Cheyenne Ochsenknecht mit einigen Hasskommentaren an die Öffentlichkeit gewendet hat, seien die Anfeindungen besser geworden, so Mama Ochsenknecht. „Wenn man da richtig durchgreift, haben die Leute auch Angst.“

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