Sie jobbt als Botin, weil sie von der Musik allein nicht leben kann

NDW-Serie: Frl. Menke Päckchen aus dem Tretboot

Franziska Menke alias Frl. Menke wurde am 4. November 1960 in Hamburg geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie wurde als Tochter von Joe und Karin Menke geboren.

Joe („Er konnte alles ein bisschen“, sagt Franziska) war Produzent der Country-Band Truck Stop, Karin sang im Chor von Bert Kaempfert. Menke hat zwei erwachsene Kinder. Ihre Hits: Hohe Berge, Traumboy, Tretboot in Seenot. Menke wurde von der Zeitschrift Bravo 1982 unter die zehn beliebtesten Sängerinnen des Jahres gewählt.

Fräulein Menke will eigentlich nicht mehr Fräulein Menke sein – das heißt, zum Teil schon noch. „Weil ich noch zu den Texten und Liedern stehe, aber andererseits wird es in drei, vier, fünf Jahren lächerlich mit diesem Namen“, sagt sie.

Franziska Menke hatte ihren größten Hit mit Tretboot in Seenot. Das war 1983, am Zenit der NDW. Doch die Zeiten waren nicht immer so rosig. Der freie Fall folgte, als die Neue Deutsche Welle „in einem Wellental“ war, wie Menke sagt. „Ich hatte damit gerechnet. Wenn sich eine Welle so gigantisch auftürmt, dann wird das Tal umso tiefer.“ Menke zog sich ins Privatleben zurück, bekam 1986 eine Tochter und 1989 einen Sohn. Ihr Ehemann schmiss den Haushalt und erzog die Kinder, Menke war weiterhin als Musikerin tätig – allerdings gab es auch Zeiten, wo es finanziell wirklich eng wurde.

„Ich weiß noch, als ich für Berentzen die Werbemusik geschrieben habe: Komm zu uns, komm rauf aufs Land … Als meine Version gewählt wurde, brachen ich und meine Kinder in Jubelgeheul aus und tanzten durch die Küche: Wir haben’s! Wir haben’s! Der Kühlschrank wird wieder voll! Tja, und außerdem konnten wir uns im Keller eine Sauna einbauen.“

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Vor elf Jahren kam die Scheidung, es folgten „Lebensabschnittsgefährten“, und seit sieben Jahren hat Fräulein Menke wieder eine dauerhafte Beziehung. Die Kinder sind erwachsen; die Tochter studiert in Hamburg Germanistik und Musikwissenschaften, der Sohn ist Maler und Lackierer, will sich aber beruflich verändern. „Nachdem er zwei Jahre nur Tapeten runtergerissen hat, wurde es ihm zu bunt. Jetzt ist er erst mal beim Bund. Und danach wird er was Neues suchen. Arbeiter will er allerdings bleiben, da hängt auch sein Stolz dran.“

Und Franziska Menke? Ist Paketfahrerin bei UPS, wo sie etwa 30 Stunden in der Woche tätig ist. Als Musikerin sieht sie sich dennoch hauptberuflich. „Auf der neuen Platte von Ireen Sheer habe ich drei Texte geschrieben, die sind wunderbar.“ Die Typveränderung vom Fräulein zur Frau soll allmählich kommen. Platten, sagt sie, interessieren sie nicht mehr. Sie will live ihren Stil ändern, arbeitet nachmittags und abends an ihrer Musikkarriere und hat nach wie vor Konzerte und TV-Auftritte.

UPS an den Nagel hängen, warum nicht – wenn es finanziell geht? „Ich mache das auch, um mich körperlich fit zu halten und zu stählen. Aber wer weiß: Ich könnte mir vorstellen, dass mein Sohn meinen Job übernimmt, wenn ich da aufhöre.“

Jetzt ist sie erst einmal auf Tournee. Die ist nicht nur aus Spaß an der Freud oder für Eigenwerbung, sondern es gibt auch Geld. „Damit kann ich mir eine Sauna leisten – mit Kaltbecken.“

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Video: Hohe Berge bei YouTube

Songtext Hohe BergeIch sitz’ im Sessellift und freu’ mich schon, nur noch ein Stückchen bis zur Bergstation. Dort gibt’s noch sehr viel zu erklimmen, ich brauch’ den Auerhahn, die Gams, das Reh, Bergwelt, Idylle und ewigen Schnee, Natur ganz pur, ganz nah am Himmel.

Und so brech’ ich mir das Edelweiß dann kauf ich mir ein Eis

Oh oh ho hohe Berge– La Montanara für das Objektiv, oh oh ho hohe Berge– denk ich an Trenker werde ich aktiv, oh oh ho Gipfelstürmer– in Trachtenjacke und mit Wanderstab, oh oh ho wo ist Heidi– die hier der Lieblingsgeiß ein Küsschen gab?

Dann auf der Hütten isst man Hirschragout,Bergvagabunden geben niemals Ruh’,den nächsten Gipfel zwingt man morgen, jetzt noch den Stempel in den Wanderpass,ja das macht mir Freude, ja das macht mir Spaß, und so vergess ich alle Sorgen.

Und dann kauf’ ich noch ein Bergkristall und steig hinab ins Tal.

Oh oh ho hohe Berge – La Montanara für das Objektiv, oh oh ho hohe Berge – denk ich an Trenker werde ich aktiv, oh oh ho Gipfelstürmer – in Trachtenjacke und mit Wanderstab, oh oh ho wo ist Heidi – die hier der Lieblingsgeiß ein Küsschen gab? Oh oh ho hohe Berge – La Montanara für das Objektiv, oh oh ho hohe Berge – denk ich an Trenker werde ich aktiv.

Quelle: tz

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