Sänger Peter Hubert erzählt von alten und neuen Fans und "normalen" Leben

NDW-Serie: UKW - Mit Sommersprossen auf der Welle

Von "Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen" zu "Herzilein" ist kein weiter Weg - auch wenn das Fans der Neuen Deutschen Welle und fans von den Wildecker Herzbuben wohl etwas anders sehen.

on „Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen“ zu „Herzilein“ ist kein weiter Den Beweis liefert Peter Hubert. Er war Sänger von UKW, der NDW-Band, die uns mit Hits wie Sommersprossen, Ich will!und Hey Matrosenbeglückte. Jener Peter Hubert hat sich nach dem Wellenberg ein zweites Standbein aufgebaut – als Musikverleger. Und er verlegte unter anderem, Sie ahnen es, Herzilein und auch Jürgen von der Lippes Guten Morgen, liebe Sorgen.

Reicht das zum sorgenfreien Leben? „Nein, nein“, sagt Hubert. Ende der 90er zog die Karawane weiter, und er gründete mit einem Partner einen neuen Musikverlag, wo er sich erfolgreich im Dance-Bereich etablierte. Und heute? Sitzt er immer noch jeden Tag in seinem Verlag und arbeitet von Montag bis Freitag. Er betreibt auch ein Musikstudio, „auch wenn das bisher noch nicht so erfolgreich ist. Aber das kann ja noch werden“.

Die Welle schwappte nach der Wiedervereinigung wieder höher, erzählt uns der UKW-Frontmann. „Kein Wunder, die hatten Nachholbedarf.“ Das Publikum sei allerdings nicht anders gewesen als das im Westen. „Natürlich ist die Situation anders, wenn ich heute auftrete, als 1983. Wir sind älter geworden, das Publikum ist älter geworden. Allerdings wächst auch Neues nach. Gestern beim Konzert saßen in den ersten Reihen 16-, 17-jährige Mädels und hatten Spaß. Und die jüngsten Fans sind noch in der Grundschule.“

Schule ist ein gutes Thema – denn seit dieser Zeit kennt Hubert bereits seine Lebensgefährtin, mit der er seit 36 Jahren zusammenlebt („Das gibt es auch in der Musikszene!“). Kinder hat das Paar nicht. „Ich hatte das Glück, meine Traumfrau schon sehr früh gefunden zu haben. Sie ist bodenständig und weit weg von Musik. Das war wichtig. Als die NDW so einschlug, war sie gegenüber der Glamourwelt immer skeptisch und hat dafür gesorgt, dass ich – so weit es ging – auf dem Boden blieb. Ich verlor nicht den Kontakt zum normalen Leben.“

Seine Freundin ist Lehrerin für Sport und Kunst, und es bereitet Hubert hörbar Vergnügen, wenn er erzählt, dass er die Badminton-Lehrerin kürzlich schlug. „Ich blieb allerdings auf dem Teppich, als ich mir neulich mal ein Länderspiel angeschaut habe. Die Jungs sind ja Lichtjahre entfernt.“

In Berlin lebt der 52-Jährige, und nur hier will er leben. Der gebürtige Düsseldorfer fährt mit dem Rad zum Verlag und genießt die Größe und kulturelle Vielfalt der Hauptstadt. Es sei denn, der Winter lässt ihn Kontakt mit dem Asphalt aufnehmen, wie neulich. „Am 31. Dezember. Zum Glück hat der Arzt grünes Licht für unsere Tournee gegeben, die am 2. Januar losging. Aber mein Geburtstag ging trotzdem ziemlich gesittet über die Bühne. 15 Freunde, gutes Essen, ein bisschen Musik.“ Geburtstag hat Peter Hubert am 1. Januar.

Hey Matrosen, gibt uns Hubert noch mit auf dem Weg, ist übrigens eine Art Antikriegslied, „auch wenn sich das nicht so anhört“. Geschrieben hatte er es, nachdem die Briten mit ihrer Flotte zu den Falkland-Inseln aufgebrochen waren.

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UKW-Video auf YouTube

Songtext: SommersprossenDurch den Grunewald zum Badestrand - wir beide radeln Hand in Hand die Havelberge auf und ab – Sommerzeit bringt uns auf Trab. Im Strandkorb dann am Wannseestrand vermeidet Creme den Sonnenbrand, schau, Tina, deine zarte Haut, voll Sommersprossen wo man nur schaut.

Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen. Von Kopf bis zu den Flossen bist du voll Sommersprossen, in die bin ich verschossen.

Komm lass uns jetzt ins Wasser gehn, Sport hält uns alle fit und schön. Wie wärs denn mit ’ner Segeltörn, danach ein Tennismatch mit Björn? Na Tina, woll’n wir Rollschuh laufen, mit Kopfhörer und Brause saufen? So heiß – ein Eis hilft gegen Schweiß – oh, sieh doch deine Sommersprossen, es kommen immer mehr geschossen ...

Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen. Tina – ist das nicht prima, was für ein Klima; haben wir hier schlechtes Klima, fahren wir sofort nach Lima.

Nach hübschen Mädchen Ausschau halten, beim Sonnenbad am Radio schalten, auf den Terrassen obendrauf trifft Helmut seinen schönen Klaus. Ob FKK, ob hochgeschlossen, ob barfuß oder in Gummiflossen, am weißen Strand herrscht buntes Treiben, sich braune Körper aneinanderreiben.

Ich bin ja so verschossen in deine Sommersprossen. Tina – ist das nicht prima, was für ein Klima ...

Quelle: tz

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