Deutsche Popsängerin

Nena: Karriere und Privatleben der Sängerin

Nena singt bei einem Konzert auf der Bühne
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Nena singt bei einem Konzert auf der Bühne

Nena sollte auf Wunsch der Eltern eigentlich Goldschmiedin werden. Doch die Künstlerin hatte schnell andere Pläne für ihr Leben. Heute blickt sie auf eine abwechslungsreiche Laufbahn im Musikgeschäft und TV zurück. Alle Infos über Karriere und Privatleben.

  • Nena wurde 1983 mit ihrem Hit „99 Luftballons“ zur Ikone der Neuen Deutschen Welle.
  • Sie zählt mit weltweit 25 Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten Künstlern der deutschen Musikgeschichte.
  • Privat pflegt die Popsängerin einen veganen Lebensstil und macht sich für Kinderhilfs-Projekte stark.

Hamburg – Die deutsche Sängerin Nena ist seit den 1980er Jahren eine feste Größe im Musikbusiness. Seit ihrem Erfolgshit „99 Luftballons“ hat sich viel getan. Inzwischen blickt die deutsche Pop-Ikone und TV-Jurorin auf eine Reihe facettenreicher Unternehmungen zurück. Sie engagiert sich stark für soziale Projekte, bei dem sie vor allem das Wohl von Kindern in den Vordergrund rückt. Heute lebt die Entertainerin mit ihrer Familie in Hamburg-Rahlstedt und hält die ihre Fans via Instagram auf dem Laufenden.

Nena – Erste Auftritte als Sängerin

Nena, die mit bürgerlichem Namen Gabriele Susanne Kerner heißt, wurde am 24. März 1960 in Hagen geboren.

Ihr Vorname ist eigentlich ein Mitbringsel aus einem Spanienurlaub, als sie im dritten Lebensjahr war. Die Einheimischen hatten ihr dieses Kosewort verpasst. Es bedeutet „kleines Mädchen“. Den Eltern gefiel der Name so gut, dass er beibehalten wurde. Schon in der Schule hatte Nena ihren eigenen Kopf. Sie verließ das Gymnasium bereits nach der elften Klasse vorzeitig. Der Wunsch ihrer Eltern, eine Goldschmiede-Ausbildung zu absolvieren, schlug ebenfalls fehl. 1977 traf Nena in der Hagener Diskothek Madison den Gitarristen Rainer Kitzmann, in dessen Band „The Stripes“ sie schließlich als Sängerin einstieg. 1978 folgten bereits erste Liveauftritte. Im Folgejahr brachten sie die erste Single „Strangers“ auf den Markt. Zwar folgten noch eine LP-Veröffentlichung und ein Auftritt in der Fernsehsendung „Disco“, doch 1981 löste sich die Band schon wieder auf.

Nena – Ihr Durchbruch mit der Band „Nena“ und „99 Luftballons“

Auf Einladung des Plattenlabes CBS Records ging Nena mit ihrem damaligen Lebensgefährten Rolf Brendel nach West-Berlin. Gemeinsam mit Keyboarder Uwe Fahrenkrog-Petersen, dem Gitarristen Carlo Karges und dem Bassisten Jürgen Dehmel wurde die nach ihr benannte Band ins Leben gerufen. Schon ihre erste Single mit dem Titel „Nur geträumt“, die im August 1982 auch in der Musiksendung „Musikladen“ vorgestellt wurde, konnte hohe Verkaufszahlen verbuchen. Bereits im September konnte die Band eine Chartplatzierung ergattern. Im Januar 1983 erschien mit „99 Luftballons“ schließlich die zweite und gleichzeitig bahnbrechende Single der Gruppe. Über die Autorin Christiane F. gelangte eine Aufnahme davon in die USA, wo sie in Los Angeles bei DJ Rodney Bingenheimer von K-ROQ auf dem Tisch landete. Bingenheimer sorgte dafür, dass der Song über die Radiosender der US-Westküste rauf- und runtergespielt wurde. „99 Luftballons“ wurde in den USA binnen kürzester Zeit zum Millionenseller und schon bald weltweit ein absoluter Megahit.

In den beiden Alben „?“ und „Feuer und Flamme“ experimentierte die Band zunehmend mit synthetischen Sounds. Obwohl sich „Feuer und Flamme“ noch gut verkaufte, fand sie bei den Kritikern wenig Anklang. Auch mit den weiteren Singles konnte sich die Band Nena keine Chartplatzierung mehr sichern. Schließlich trennte sich die Truppe von ihrem Produzenten Reinhold Heil und wagte mit dessen Nachfolger Klaus Voormann einen Neustart. Das Album „Eisbrecher“ und die erste Single „Mondsong“ konnten allerdings nur niedrige Chartplatzierungen ergattern. Im April 1987 löste sich die Band Nena schließlich auf.

Nena – Schauspielerin und Synchronsprecherin

Noch im selben Jahr, als Nenas Erfolgshit „99 Luftballons“ international durchstartete, eroberte die gebürtige Hagenerin auch die Kinoleinwand. Neben Markus Mörl und Karl Dall spielte sie die Hauptrolle in der deutschen Kinokomödie „Gib Gas – Ich will Spaß“ unter der Regie von Wolfgang Büld. Zwei Jahre später hatte sie eine Gastrolle in dem Film „Richy Guitar“. Und 1987 kehrte sie erneut in dem Film „Der Unsichtbare“ auf die Leinwand zurück. 18 Jahre später war sie außerdem in der Dokumentation „B-Movie: Lust & Sound in Westberlin 1979-1989“ zu sehen.  Zusätzlich war Nena ab 1998 als Synchronsprecherin für einige Kinderfilm-Produktionen im Einsatz.

Nena – Solokarriere ab 1989

Ab 1989 widmete sich Nena verstärkt ihrer Solokarriere, in der auch Songs wie „Wunder gescheh’n“ und „Du bist überall“ entstanden. Die Lieder hatte sie nach der Geburt ihres Sohnes geschrieben, der im Alter von elf Monaten verstorben war. Kinder liegen der Sängerin besonders am Herzen. Sie brachte ab den 1990er Jahren neben ihren eigenen Alben auch einige Kinderliederalben auf den Markt. Die Sängerin erfand sich immer wieder neu. 2003 veröffentlichte sie im Duett mit Kim Wilde den Song „Anyplace, Anywhere, Anytime“. Dabei handelte es sich um ein Remake ihres früheren Hits „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“. Das Duett war wochenlang auf Platz drei der Charts und erreichte in den Niederlanden und Österreich sogar Platz eins. Mit ihrer Single „Liebe ist“ und der Doppel-CD „Willst du mit mir gehn“ konnte sie 2005 sich endlich wieder an die Spitze der Charts katapultieren.

Die Liste an Auszeichnungen, die Nena für ihr künstlerisches Schaffen erhalten hat, ist lang. Sie ist neben dem ECHO und der Goldenen Europa, auch mehrfach mit dem Bravo Otto und der Goldenen Stimmgabel ausgezeichnet worden.

Nena – Ihre Studioalben als Solokünstlerin

Ihre Alben konnten sich alle in den Charts platzieren. Dazu zählen:

  • 1989: Wunder gescheh’n
  • 1992: Bongo Girl
  • 1994: Und alles dreht sich
  • 1997: Jamma nich
  • 1998: Wenn alles richtig ist, dann stimmt was nich
  • 2001: Chokmah
  • 2002: 20 Jahre – Nena feat. Nena
  • 2007: Cover Me
  • 2009: Made in Germany
  • 2012: Du bist gut
  • 2015: Oldschool
  • 2020: Licht

Nena – TV-Präsenz, Coversongs und Highlights ab Mitte der 2000er

Ab Mitte der 2000er war Nena äußerst breit im Showgeschäft aufgestellt. Sie erhielt Werbeverträge inklusive Fernsehspots. 2008 wurde sie Musikpatin in der Kindersendung „Dein Song“ bei KiKA. Es folgte ein weiteres Kinderalbum, bei dem auch Nenas Tochter Larissa mitsang. Für ihr Engagement gab es noch im selben Jahr den Deutschen Kinderpreis in der Kategorie „Ehrenpreis“. Ein Highlight erlebte sie im November 2010, als sie im ausverkauften Dortmunder Westfalenstadium mit den Fans von Borussia Dortmund ihren Klassiker „Leuchtturm“ vor 80.000 Zuschauern sang. Von 2011 bis 2014 war Nena Jurymitglied und Gesangscoach in der deutschen Castingshow „The Voice of Germany“, die von ProSieben und Sat.1 ausgestrahlt wurde. 2016 nahm sie an der VOX-Sendung „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ teil. Und in den beiden Folgejahren war sie mit ihrer Tochter Larissa Kerner Jurorin bei „The Voice Kids“.

Nena privat: Partner, Familie, Wohnort

So facettenreich wie sich Nenas Künstlerkarriere gestaltete, verlief auch ihr Privatleben. Dazu zählt unter anderem ihre heimliche Affäre mit Udo Lindenberg in den 1980er Jahren. Von 1987 bis 1992 war sie mit dem Schauspieler Benedict Freitag liiert, den sie bei den Dreharbeiten zum Film „Der Unsichtbare“ kennengelernt hatte. Er ist auch der Vater ihres erstgeborenen Sohnes (1988-1989) und ihrer 1990 geborenen Zwillinge. Nena hat zwei weitere Kinder mit dem zwölf Jahre jüngeren Schlagzeuger und Musikproduzent Philip Palm. Sie lebt mit ihrer Familie im Hamburger Stadtteil Rahlstedt.

2007 rief Nena die sogenannte „Neue Hamburger Schule“ ins Leben. Auf ihr werden die Kinder nach dem Sudbury-Modell unterrichtet. Dabei handelt es sich um eine Unterrichtsform, bei der jeder Schüler individuell entscheidet, was, wann und wie er lernt.

Nena ist außerdem bekannt für ihren veganen Lebensstil. 2010 wurde sie von der Tierschutzorganisation PETA in Deutschland zur „Sexiest Vegetarian of the Year 2010“ ausgezeichnet. Im März 2021 sorgte sie für Kontroversen in den sozialen Medien, nachdem sie sich auf Instagram mit den Teilnehmern einer Corona-Demonstration in Kassel, zu der die Querdenker-Szene aufgerufen hatte, solidarisiert hatte. Sie stellte im Nachhinein klar, dass sie nicht mit dem rechten Lager in Verbindung gebracht werden wollte. Der Beitrag war als Kritik zur Corona-Politik der Regierung gemeint.

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