Die wilden Chiemgauer

Neues Album von Django 3000: Das tz-Interview

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Die wilden Chiemgauer Djangos von links: Florian R. Starflinger (Geige), Kamil Müller (Gesang, Gitarre), Jan-Philipp Wiesmann (Drums) und Michael Unfried Fenzl (Bass).

München - Nach ihrem Wiesn-Hit "Heidi" veröffentlicht die Band Django 3000 ein neues Album. Die tz sprach mit den wilden Chiemgauern.

Konzentriert im Gespräch: Die Band mit tz-Mitarbeiter Antonio Seidemann.

Mit dem Lied Heidi gelang der Chiemgauer Band Django 3000 ein Wiesnhit. Wer das Quartett darauf reduziert, begeht freilich einen großen Fehler. Die Djangos spielen einen furiosen Mix aus Gipsyjazz, Volksmusik, Polka – alles bairisch gesungen – und gehören längst neben Kollegen wie LaBrassBanda oder Kofelgschroa zur Speerspitze des neuen Mundart-Crossovers. Am Freitag erscheint nun das bereits dritte Album Bonaparty. Wir trafen die wilden Chiemgauer zum Gespräch.

Wer war Heidi wirklich?

Florian R. Starflinger: Eine direkte Heidi in dem Sinne gibt es eigentlich nicht.

Michael Unfried Fenzl: Aber ich glaube, auf jedem guten Festl gibt es eine Heidi.

Jan-Philipp Wiesmann: Sonst ist es kein gutes Fest.

„Heidi“ wurde dann auf der Wiesn ein Riesenhit. War das auch so geplant?

Starflinger: Es war überhaupt nicht auf Wiesn geplant. Ned einmal als Hintergedanke.

Gibt es jetzt auch negative Folgen, dass man euch zum Beispiel als die Wiesnhitband sieht?

Starfllinger: Etwas Negatives haben wir bisher so nicht erlebt.

Fenzl: Ich glaube, das kommt auch nicht so rüber, dass wir die Wiesnhitband sind. Wir kriegen das zumindest so nicht mit. Vielleicht gibt es die Leute, die das so empfinden, aber das sind nicht die, die auf unseren Konzerten sind. Diese singen nämlich nicht nur bei Heidi mit, sondern die ganze Platte. Die warten jetzt schon, dass sie bei der neuen mitsingen können.

Deshalb stehen die Texte ja auch im Booklet der CD.

Fenzl: Ja, nächsten Freitag kommt die Platte raus. Da haben sie noch ein paar Tage Zeit, je nachdem wo sie hinfahren zur Tour.

Dann werden sie von euch abgefragt?

Kamil Müller: Hefte raus! Klassenarbeit!

Ihr spielt nicht nur in Bayern. Hat man euch schon einmal gebeten, deutlicher zu singen, oder gar zu übersetzen?

Müller: In Bayern auf gar keinen Fall.

Fenzl: Sie wissen eh, dass sie gar keine Chance haben in Norddeutschland. Da brauchma auch nicht deutlicher zu singen.

Müller: Das ist doch auch immer wieder das gleiche. Weil die wissen, dass du ein Deutscher bist, wundern sie sich, dass sie nichts verstehen. Wenn du jetzt ein Engländer bist, kommt keiner zu dir und beschwert sich, dass er nichts verstanden hat.

Habt ihr euch da eigentlich einmal ein richtiges Konzept für die Musik zurechtgelegt?

Starflinger: Das hat sich so ergeben. Wir haben natürlich daran gearbeitet, was man mit dem Instrumentarium alles machen kann. Und allein die Instrumente schieben einen in eine bestimmte Ecke rein.

Fenzl: Und dann war uns klar, dass wir es tanzbar machen wollten. Also: Mundart, tanzbar und unsere Instrumente.

Müller: Die Performance auf der Bühne ist halt dann wie ein Rockkonzert. Und von der Lautstärke auch.

Interessanterweise kommen ja speziell aus eurer Gegend viele Bands, die der Mundartmusik besondere Impulse geben. Gibt es da eine richtige Szene?

Müller: Nashville halt.

Fenzl: Das bayerische Nashville.

Ist man miteinander in Kontakt.

Wiesmann: Die Musikwelt ist ja nicht groß. Wir haben die Platte aufgenommen bei dem Typen, der auch die letzte Platte von LaBrassBanda aufgenommen hat. Da gibt es schon viele Anknüpfpunkte.

Es gibt also keinen Chiemgauer Musikantenstammtisch.

Starflinger: Naa, aber das ist eine gute Idee.

Müller: Aber wann macht man einen Stammtisch, das ist ja furchtbar. Montag? Da hat keiner Lust.

Eure Karriere ist ja nicht zuletzt durch „Heidi“ von null auf Hundert in wenigen Tagen. War das ein wenig verwirrend?

Starflinger: Wir sind ja schon länger als Musiker unterwegs. Und wir haben immer sehr kämpfen müssen um unsere Auftritte. Da war das dann schon sehr angenehm, weil plötzlich die Leute auf uns zugekommen sind.

Hat sich das auch auf die Verkaufszahlen ausgewirkt?

Müller: Ich hab da jetzt keinen Überblick.

Fenzl: Naja, das wächst natürlich.

Müller: Freilich. Ich bau halt jetzt schon das zweite Haus, woaßt ...

Fenzl: Plattenverkauf ist ja nicht mehr so wie früher.

Müller: Live ist das Ausschlaggebende.

Fenzl: Drum verkaufen wir Platten, damit die Leute auf dem Livekonzert mitsingen können.

Antonio Seidemann

Hören Sie mal ...

„Auf jedem guten Festl gibt’s eine Heidi“, urteilt Michael Unfried Fenzl, und auch auf der Bonaparty von Django 3000 ist die Heidi als einer von zwei Bonustracks vertreten. Ansonsten haben die Chiemgauer der Versuchung widerstanden, auf dem neuen Album eine weitere Dame anzusingen. Das Grenzen einreißende Geheimrezept des Quartetts ist weiterhin erfolgreich. Gipsy-Klänge mit Rock-Attitüde machen das Stillsitzen schwer. Auch Bonaparty ist wie die Vorgänger zum Tanzen eingespielt worden. Man hört auch auf dem dritten Album, dass hier Musiker am Werk sind, die ihr Handwerk verstehen. Nicht umsonst haben drei von ihnen eine klassische Musikausbildung absolviert. Auf einen fetten Sound wird speziell aufgepasst. So schaffen es die Jungs, dass die Geige dick wie eine elektrische Gitarre daherkommt, ohne ihren klassischen Charme zu verlieren.

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