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Neujahrsempfang: Seehofer auf ein optimistisches Neues

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Seehofer, Neujahrsempfang
Horst Seehofer beim Neujahrsempfang. © dpa

München - Jedes Jahr findet er statt – nur mit persönlicher Einladung, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, in der Residenz in München: der Neujahrsempfang von Ministerpräsident Horst ­Seehofer.

Jedes Jahr findet er statt – nur mit persönlicher Einladung, unter strengen Sicherheitsvorkehrungen, in der Residenz in München: der Neujahrsempfang von Ministerpräsident Horst ­Seehofer nebst Familie. Die geladenen 1500 Gäste stehen ruhig in einer langen Schlange und warten bis zu zwei Stunden geduldig, um dem Ministerpräsidenten und seiner Frau Karin ein gesegnetes neues Jahr zu wünschen und ein Foto mit ihnen zu schießen.

Zwar gibt es in Bayern keine ­Monarchie mehr, trotzdem mutet die Szenerie an wie die Audienz bei einem König, und diese erfreut sich offensichtlich größter Beliebtheit. Es ist eine Ehre, hier sein zu dürfen, das hört man allenthalben. Das Defilee, so heißt die Warteschlange, ist bunt gemischt und keiner wird bevorzugt. Der Herzog und die Herzogin Max und Elizabeth in ­Bayern stehen genauso an wie Kamera­legende Gernot Roll; Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer, in grüner Uniform, steht hinter der Bayerischen Weißwurstkönigin Christin I. Auch BMW-Vorstandschef Harald Krüger, Ulrich Wilhelm, Intendant des Bayerischen Rundfunks, oder Ex-Torwart Jean-­Marie Pfaff sind anwesend.

Gästeschar vielseitig

Die Gästeschar ist so vielseitig, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll. Glück hat man dann, wenn man zufällig auf den Ministerpräsidenten trifft, weil man aus verschiedenen Richtungen in denselben Raum will. So geschehen. Er ist sehr groß, der Herr Seehofer, und darauf angesprochen sagt er: „Strauß hätte gesagt, nicht groß, sondern lang.“ Er grinst.

Seine Frau Karin ist eine attraktive, warmherzige Frau. Sie trägt ein Kleid von Barbara Schwarzer, das mit einem Hauch von Chiffon am Hals elegant ihr feines Wesen unterstreicht.

Nach dem Defilee läuft man durch unzählige riesige Räume, die wunderschön verziert sind. Blattgoldener Stuck und Malereien an den ­Decken, uralte bunte Marmoreinfassungen beeindrucken den Gast, der sich normalerweise verläuft. Alles scheint leicht, auch die Kinder Seehofer lachen und gehen unbeschwert durch die Räume. Obwohl man sich vielleicht denken könnte, dass es eine steife, riesige Pflichtveranstaltung ist, hat der Neujahrsempfang etwas Familiäres.

Filmemacher und Wirtschaftsexperten

Große Filmemacher sind auch zugegen. Hans Stein­bichler und Frau haben sich ein Plätzchen am Rand gesucht. Sie sitzen taktisch klug – so sieht man wenigstens, wer so alles vorbeizieht. Was erwarten die beiden von 2016? Herr Steinbichler sagt, er habe vor allem den Wunsch, dass sein Film Anne Frank ein internationaler Erfolg wird. Dabei geht es ihm nicht so arg um sein Ego, sondern mehr darum, dass man diese Frau und ihre Geschichte würdigt.

Ministerpräsident Seehofer und seine Frau schütteln zweieinhalb Stunden lang Hände, ohne jemals dabei gelangweilt oder körperlich angestrengt zu wirken. Das ist bemerkenswert. Dann kreuzen sie quer durchs Gebäude zur Ansprache. Obwohl der Ministerpräsident in seiner Rede darauf hinweist, dass 2016 wohl ein schwierigeres Jahr als 2015 werden würde, ist er doch, so wie er sagt, Berufsoptimist. Wirtschaftsberaterlegende Roland ­Berger zitiert dazu den ersten Bundespräsidenten ­Theodor Heuss: „Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“

Das nehmen wir uns jetzt hoffentlich zu Herzen und lassen 2016 ein gutes Jahr werden.

Minzi Prinzessin zu Hohenlohe

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